Samstag, 6. Februar 2016

[Rezension] Reichs, Kathy - Tempe Brennan (18) Die Sprache der Knochen

Die forensische Anthropologin Tempe Brennan lernt Hazel Strike kennen. Diese Frau ist Mitglied im Forum Websleuths. Dort versuchen Privatpersonen in ungelösten Fällen zu ermitteln, tragen neue Hinweise zusammen und können ab und an tatsächlich zur Auflösung eines Falles beitragen. Genau deshalb wendet sich Strike an Tempe. Sie ist überzeugt, dass eine Knochenansammlung, die bei Tempe noch unidentifiziert in einer Kiste ruht, zu einer jungen Frau gehört, die seit 2011 vermisst wird. Obwohl es nicht unbedingt in ihren Aufgabenbereich fällt, lässt dieser Hinweis Tempe nicht los und sie beginnt diesem nachzugehen.

Da ich die Tempe Brennan-Reihe von Kathy Reichs liebe, habe ich das Buch gelesen ohne mir vorher die Kurzbeschreibung durchzulesen. Das Wiedersehen mit Tempe hat Spaß gemacht. In ihrem privaten Umfeld ist wieder einiges los, trotzdem nimmt es keinen zu großen Platz im Roman ein. Auch der Schreibstil ist gewohnt flüssig, weshalb sich der Roman gut lesen lässt.

Ich bin seit der letzten Bände schon gewohnt, dass ich diese Romane nicht (mehr) sehr spannend empfinde und sie nicht als Thriller bezeichnen würde. Trotzdem lese ich sie gerne, da ich die Hauptfigur sehr mag und vor allem ihren Tätigkeitsbereich, die forensische Anthropologie, spannend finde. Ich war daher nicht verwundert, dass mich „Die Sprache der Knochen“ vom Spannungspotenzial her nicht überzeugen konnte. Reichs versucht zwar durch kleine Cliffhanger am Ende zahlreicher Kapitel eine spannungsgeladene Atmosphäre zu erzeugen, aber das gelingt nur bedingt.

Leider hat mich dieses Mal auch ihre Arbeit nicht überzeugt, da die Forensik viel zu kurz kommt. Viel mehr ist sie wieder diejenige, die sich durch zu viel Eifer in gefährliche Situationen bringt, was leider auf Dauer etwas anstrengend ist. Dass es im Endeffekt wieder um eine fanatische religiöse Gemeinschaft geht (was mir der Klappentext verraten hätte, wenn ich ihn vorher gelesen hätte), hat mich auch nicht gefreut, da dieses Thema für meinen Geschmack schon zu sehr ausgelutscht ist. Bis kurz vor dem Ende ist zwar noch nicht klar, zu wem die Knochen gehören und wer der Mörder ist, aber aufgrund der vorgenannten Kritikpunkte hat das den Roman auch nicht grundlegend verbessert.

Fazit: Band l8 der Tempe Brennan-Reihe ist weder wirklich spannend noch bietet es viele Einblicke in die forensische Anthropologie, was ich mir jedoch gewünscht hatte. Der Thriller ist solide geschrieben, lässt sich gut lesen, greift aber auf ein „altes“ Thema zurück (Gemeinschaft mit fanatischer Religion) und vermag auch sonst nicht groß zu überraschen.


  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Karl Blessing Verlag (11. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896674544
  • ISBN-13: 978-3896674548
  • Originaltitel: Speaking in Bones
  • Verlag:


Die Temperance-Brennan-Reihe:
          1. Tote lügen nicht
          2. Knochenarbeit   
          3. Lasst Knochen sprechen
          4. Durch Mark und Bein     
          5. Knochenlese  
          6. Mit Haut und Haar    
          7. Totenmontag       
          8. Totgeglaubte leben länger     
          9. Hals über Kopf    
          10. Knochen zu Asche        
          11. Der Tod kommt wie gerufen      
          12. Das Grab ist erst der Anfang   meine Rezension
          13. Blut vergisst nicht         meine Rezension
          14. Fahr zur Hölle        meine Rezension
          15. Knochenjagd     meine Rezension
          16. Totengeld  meine Rezension
          17. Knochen lügen nie    meine Rezension
          18. Die Sprache der Knochen   meine Rezension




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