Freitag, 18. März 2016

[Gastrezension] Buckley, Carla - Mondscheinjunge

Gastrezension von Starbucks



Ich habe das Hörbuch von Carla Buckleys „Mondscheinjunge“ gehört und werde auch dieses bewerten. Es ist ein mp3-CD mit einer Länge von 12 Stunden und 35 Minuten, erschienen im Rubikon Verlag und gelesen von Mark Bremer. Das Hörbuch ist ungekürzt. Vorab möchte ich schon bemerken, dass mir das Hörbuch anfangs gar nicht gefallen hat, was aber wohl daran lag, dass ich nicht vermutete, was mich hier wirklich erwartet, denn der Klappentext ist zwar nicht irreführend, hat in mir aber andere Erwartungen geweckt. Erst, als ich wusste, wohin das Buch führt, führen möchte, wurde es für mich spannender und interessanter mit einer ständig steigenden Spannung bis zum Schluss. Das Hörbuch/Buch trägt den Beititel „Psychologischer Spannungsroman“, es ist aber weniger ein Kriminalroman, eher wirklich ein psychologischer Roman.

Zum Inhalt: Tylor ist ein Junge mit einem Enzymdefekt. Kommt er bzw. seine Haut, ans Tageslicht, verbrennt sie sofort mit unsäglichen Schmerzen; er kann daran auch sterben. So spielt sich sein Leben in der Dunkelheit ab, oder er muss eine Maske und sehr starken Sunblocker tragen. Tylor führt also ein Nachtleben. Er kommt heraus, wenn es dunkel wird, und seine Mutter hat ihr eigenes Leben komplett aufgegeben und kümmert sich aufopferungsvoll um das Wohl ihres Sohnes, der nachts eigene Wege geht und viele Beobachtungen z.B. beim Blicken durch der Nachbarn Fenster macht. Als eines Tages das Nachbarskind Amy verschwindet, bricht eine Welt zusammen, nicht nur für die Mutter des Kindes, sondern auch für Tylors Familie. Der Hörer kann mitverfolgen, wie nicht nur eine Familie zerbricht...

Zum Hörbuch selbst kann man sagen, dass der mir bereits bekannte Mark Bremer ein eher neutraler Sprecher ohne viele Höhen und Tiefen ist. Während mir diese Lesart in anderen Hörbüchern schon etwas langweilig vorkam, passt sie hier gut zum Inhalt des Buches. Auch setzen sich weibliche und männliche Stimmen ganz leicht, aber nicht übertrieben, voneinander ab, was mir gut gefällt.

Die Geschichte selbst dreht sich zwar auch um die Suche nach dem Kind und später die Suche nach dem Schuldigen; sie spielt sich aber hauptsächlich auf der zwischenmenschlichen Ebene ab. Weil Tylor sein Zimmer kaum verlassen kann und dann nur nachts auf Streifzüge geht, spielt sich der Inhalt mit Ausnahmen fast ausschließlich in Tylors Straße ab. Verschiedene Nachbarn und ihre Eigenheiten werden beleuchtet, im Vordergrund steht aber einmal Tylors Krankheit, die auch die anderen der Familie krank macht, der Umgang mit der Krankheit, die Auswirkungen auch auf die Bewohner der Straße hat, aber noch mehr sicherlich die zwischenmenschlichen Probleme und Abgründe, die sich auftun in Tylors Familie, aber auch zwischen Tylors und Amys Familie. Die beiden Familien sind anfangs sehr gut befreundet.

So entwickelt sich eine Handlung zwischen Lügen und Notlügen, Verzweiflung und Angst, Verantwortungsgefühl und Vernachlässigung, Liebe und Entfremdung und so viel mehr allzu menschlichen Gefühlen und Fehlentscheidungen. Und Tylor, der Mondscheinjunge, steht stets mitten im Geschehen.

Fazit: Die Auflösung der Geschehnisse nach all den Vermutungen ist noch einmal gut gelungen, wobei mich die Justiz hier überrascht, aber wir sind ja schließlich in Amerika, wo anders geurteilt wird. So ist für mich aus einem Hörbuch, dem ich anfangs nur drei Sterne geben wollte, ein Hörbuch geworden, dass ich bis spät nachts gehört habe. Ich möchte den „Mondscheinjunge(n)“ daher mit 4,5 Sternen bewerten; ich würde den Klappentext etwas ändern, damit der Leser/Hörer weiß, was er erwarten kann. Weil ich mich entscheiden muss, vergebe ich die volle Sternzahl.

  • Audio CD
  • Verlag: Rubikon Audioverlag (15. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3945986168
  • ISBN-13: 978-3945986165


1 Kommentar:

  1. Das klingt interessant :)
    Hab von der Autorin noch "Die Luft die du atmest" auf dem Sub.
    Sollte mir das gefallen, werd ich mir das vorgestellte Hörbuch hier, merken :)
    Liebe Grüße
    Ela

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