Sonntag, 24. April 2016

[Gastrezension] Freytag, Anne - Mein bester letzter Sommer

Gastrezension von Starbucks


Hoffnungslos traurig

Ich habe etwas gebraucht, um mich mit Anne Freytags „Mein bester letzter Sommer“ anzufreunden. Ein Mädchen muss sterben und bemitleidet sich vor allem selbst. Aber dann nimmt die Geschichte an Fahrt auf, und der Leser muss genau wie die Charaktere im Buch doch die eine oder andere Träne verdrücken.



Zum Inhalt: Tessa ist unheilbar krank und wird noch im gleichen Sommer sterben. Meist liegt sie zuhause und bemitleidet sich selbst, oder sie hadert mit der Familie, vor allem mit der Mutter, die dies bereits seit langem wusste und nichts gesagt hat, sowie mit ihrer Schwester, die immer alles zu haben scheint, was Tessa nicht hat und die sie zu hassen scheint. Während ihr Vater nur seine Arbeit kennt und die Freundinnen sich von ihr abgewandt haben – so scheint es Tessa wenigstens – ist das junge Mädchen ganz allein – bis Oskar in ihr Leben tritt und eine große Liebe sich entwickelt. Gemeinsam brechen beide auf eine letzte große Reise nach Italien auf, die für Tessa nicht nur die schönste Zeit überhaupt wird, sondern auch einige Erkenntnisse und Enthüllungen bringt....

Anne Freytag hat eine sehr traurige, hoffnungslose Geschichte geschrieben. Es gibt quasi kein Kapitel, in dem Tessa nicht an ihren Tod denkt oder durch ihren schwachen Körper daran erinnert wird. Aber Oskar und sie sind auch hoffnungslos verliebt, und diese Liebe ist einfach schön und sehr authentisch beschrieben, auch, wenn sich manches wiederholt. Der Umgang der beiden Teenager miteinander, das Verständnis, das Oskar seiner kranken Freundin entgegenbringt, die Widrigkeiten und Trauer, mit der beide zu leben haben, alles das geht sehr ans Herz. Der Roman entwickelt sich langsam, aber beständig zu einem wahren Schatz, einer Geschichte, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Dabei ist die Handlung perfekt konstruiert, der Brief, den Tessa in der Tasche hat, den sie aber erst sehr viel später öffnet, der kurz erwähnte Aufsatz der Schwester am Anfang des Buches, all die Dinge, die wieder auftreten, wenn der Leser sie fast vergessen hat – Ich meine hier mit konstruiert durchaus nicht künstlich, sondern ganz authentisch-menschlich konstruiert.

Fazit: „Mein bester letzter Sommer“ ist ein Buch, bei dem der Leser das Ende zu kennen scheint. Dennoch liest man beständig weiter und weiter. Und es ist nicht so sehr das Ende, das zu Tränen rührt, sondern viele Stellen vorher im Buch. Man kann das Buch schließlich gut loslassen, alles passt, alles wird gesagt und geklärt. Damit ist dieser Roman ein Buch, das von Anfang an traurig ist – hoffnungslos traurig, denn für die Protagonistin gibt es keine Zukunft. Für ein sehr emotionales Buch kann ich nur die volle Sternzahl vergeben.

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270126
  • ISBN-13: 978-3453270121
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Verlag:


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