Donnerstag, 21. April 2016

[Gastrezension] Schwartz, Gesa - Nacht ohne Sterne


Naya lebt zusammen mit ihrem Vater in New York. Ihr Leben könnte eigentlich schön sein, denn in dem Antiquariat, das sie seit ihrer Kindheit ihr zweites Zuhause nennt, fühlt sie sich wohl. Dumm nur, dass sie ein Halbblut ist - also halb Mensch und halb Elfe. Da kommt es gerade mehr als ungelegen, dass der alte Krieg zwischen den Lichtelfen und den Schattenelfen einen neuen Höhepunkt erreicht und sie mitten hineingerissen wird. Jaron, ein Lichtelf und ihr bester Freund, scheint plötzlich Geheimnisse vor ihr zu haben und dann ist da auch noch der düstere Fremde, der ihr Herz höher schlagen lässt ... Wem kann sie wirklich vertrauen? Und was hat sie mit diesem Krieg überhaupt zu schaffen?

"Nacht ohne Sterne" ist mal ein etwas anderer Elfen-Fantasyroman, aber leider hat er mich nicht vollständig überzeugen können, da Schreibstil und Erzählart stellenweise recht zäh und langatmig waren.
Wir bekommen diese doch sehr poetisch angehauchte Geschichte aus Sicht eines allwissenden Erzählers nähergebracht. Dies wäre meiner Meinung nach nicht nötig gewesen, da es ohnehin Nayas Perspektive ist und so nur unnötig ein Abgrund zwischen ihr und dem Leser geschaffen wurde. Mit dem Schreibstil hatte ich allerdings die größten Probleme. Irgendwie sind wir während des kompletten Verlaufs keine Freunde geworden. Die Beschreibungen waren teilweise sehr lang und philosophisch, sodass mein Gehirn regelmäßig abgeschaltet hat und ich erst Zeilen später wieder folgen konnte.

Naya hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, auch wenn ich ab und zu das Gefühl hatte, dass sie manche Handlungen und Gedanken nicht zu 100 Prozent selbst möchte, sondern sich dem Willen der Autorin beugt. Dennoch macht sie eine enorme Wandlung durch, die mich überzeugen konnte, da sie sich selber treu blieb. Jaron war ein überzeugender Charakter. Ihm habe ich seine Entscheidungen voll abgenommen und er hält ein paar Überraschungen für den Leser bereit. Mein absoluter Liebling war aber Vidar, weil er von Anfang an ein Außenseiter war und sich richtig gemausert hat. Er strahlt eine unglaubliche Faszination aus und das Düstere an ihm ist einfach sexy.

Die Nebencharaktere haben mir so einige Probleme bereitet. Nicht nur, dass sie vielzahlig waren, nein, auch ihre elfischen Namen waren teilweise schwierig auseinanderzuhalten. Gerade am Anfang fand ich das wirklich ungünstig, weil man ja erstmal noch in die Geschichte reinkommen musste. Vielleicht hätte auch ein Stammbaum oder eine Namensübersicht geholfen.

Das Thema und die Hintergrundinfos der Story haben mir sehr gut gefallen. Besonders weil die Elfen mal nicht als zerbrechliche Wesen dargestellt wurden, sondern kriegerisch, düster und roh waren. Das war erfrischend anders und gut umgesetzt. Allerdings gilt auch hier, dass ich mir mit den neuen Welten und Figuren sowie Begriffen erstmal etwas schwer getan habe. An sich also eine tolle Idee, die man aber besser hätte umsetzen können.

Zum Schluss wäre da noch die Spannung zu beleuchten. Generell waren die Wendungen interessant und auch meistens überraschend, weil einige Charaktere anders als erwartet agiert haben. Aber auch hier muss ich leider negatives Feedback anbringen, weil die Passagen zwischendurch einfach zu lang waren. Das lässt sich auf den ausschweifenden Schreibstil zurückführen, der mich hier fast der ganzen Spannung beraubt hat.

Fazit: Abschließend lässt sich sagen, dass die Grundidee der Geschichte sowie einige wenige Charaktere überzeugen konnten. Auch die romantische Liebesgeschichte war gut untergebracht und nicht zu kitschig. Allerdings sind bei anderen Punkten wie der Spannung und dem Schreibstil definitiv noch Luft nach oben.

  • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
  • Verlag: cbt (28. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570163202
  • ISBN-13: 978-3570163207
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Verlag:
    http://www.randomhouse.de/cbt/

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