Dienstag, 10. Mai 2016

[Die Story hinter dem Buch] Marina Boos - Das Glück der handgemachten Dinge

Falls dich die Story hinter dem Buch neugierig machen sollte, dann schaue doch bei meinem aktuellen Gewinnspiel vorbei. Vielleicht zieht es dann bald bei dir ein!



heute:



Marina Boos - Das Glück der handgemachten Dinge

 



Selbstgemachtes, Handarbeiten, Do it Yourself – für mich sind das Wörter, die etwas in mir zum Klingen bringen. Sie hatten sich an mich herangeschlichen. So sacht, dass ich lange gar nicht bemerkt habe, wie sehr mich das Thema: „Mit den Händen schaffen“ unterbewusst beschäftigt hat.
Die großen Themen, die einen beim Schreiben nicht mehr loslassen, die kann man ja oft mit einer Raupe vergleichen: Unbemerkt pirschen sie sich durch den Garten an einen heran, verpuppen sich und reifen zu zarten, wunderschönen Faltern, von deren Anblick man sich nicht wieder losreißen kann.

Do it Yourself war für mich beim Schreiben und im Leben immer irgendwie gegenwärtig, wie eine unauffällige Schmetterlingspuppe. Und so entdeckte ich den bunten Falter erst, als er ganz unauffällig in meinem zweiten Jugendroman „App ins Glück“ schlüpfte. Eigentlich steht besagte App im Mittelpunkt. Doch fast unbemerkt von mir begann meine Hauptfigur mit dem Handarbeiten. Es fühlte sich absolut richtig an und so ließ ich sie gewähren. Nun war dieses Thema auf dem Tisch und durch einen Wink des Schicksals bekam ich die Gelegenheit, einen heiteren Frauenroman zu schreiben.

meine derzeit noch etwas mickrige Carrot like-Tomate

Für mich war sofort klar: Das passt alles zusammen. Ein bisschen Dorf, ein bisschen Abschied vom Studentenleben, ein bisschen Chaos und ganz viele muntere Ideen und Menschen.
Und natürlich ein Huhn!
Ich habe noch immer keine Ahnung, weshalb, aber ohne Berthe an Jules Seite konnte ich den Roman einfach nicht schreiben.

Dann kam der Feinschliff. Ich hatte mich selbst gerade auf Spinnen, Weben, Kochen und Gärtnern gestürzt. Nur konnte ich Jule ja schlecht zu einer Meisterin aller DIY-Disziplinen machen und so beschloss ich: Die Gute hat es einfach nicht mit Wolle. Nach diesem Entschluss nahmen sie und der Roman recht schnell Gestalt an. Jule entschloss sich, ein gewisses Talent fürs Malen und Zeichnen zu haben und die Welt - ja jeden Alltagsgegenstand! - mit den Augen eines Künstlers zu sehen.

Das bringt natürlich auch Nachteile mit sich, denn Jule schafft es kaum, Dinge wegzuwerfen, aus denen sich noch etwas Schönes zaubern lässt. Für sie ist es also Fluch und Segen zugleich, als sie die „Alte Linde“ kauft, um aus der in die Jahre gekommenen Schankwirtschaft ein Café und kreativen Treffpunkt zu machen – ein Haus, das bis unter die Decke vollgestopft ist, mit den Sammelleidenschaften der Vorbesitzer. Hand hoch, wer nicht gerne einmal ein altes Haus entrümpeln würde. Wobei ich sicherlich jahrelang auf den Dielen hocken würde und mich von nichts trennen könnte.
das erste Vorabexemplar auf Gertas badischen Handtüchern

Wie gut, dass Jule von ihren munteren Nachbarinnen immer wieder aufs Neue aus den Kleinkrambergen herausgeholt wird.
Gerta sorgt dafür, dass Jule eine Ahnung vom gewachsenen Dorfleben bekommt, während Milena gar nicht recht glauben kann, dass Jule kein Lapatcho-Typ ist.

Möglicherweise wäre Lapatcho der Schlüssel in die Herzen der Bürgerinitiative gewesen, man weiß es nicht. Die Damen und Herren machen Jule von Anfang an das Leben schwer und haben dazu noch eine scharfzüngige Journalistin auf ihrer Seite. Und leider auch den gutaussehende, aber schroffe Mika, der ein auffallend großes Interesse an Jules Garten zeigt.

Und so muss Jule öfter Mal den Kopf aus den rosafarbenen Wolken nehmen, um sich gegen allerlei Vorurteile zu wehren – und auch ihre eigenen Meinungen auf den Prüfstand zu stellen.

Mich hat die Geschichte übrigens dazu inspiriert, eine zum Cover passende Seife herzustellen (Türkis ist eine schrecklich schwierig zu mischende Farbe!), Stempeln zu verfallen und Gertas badische Geschirrtücher zu weben.

Ich wünsche meinen Lesern allzeit ein offenes Auge für die schönen Dinge des Lebens,
Marina


geschrieben von 
Marina Boos


  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (2. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426517191
  • ISBN-13: 978-3426517192


Kommentare:

  1. Morgen. :-)
    Also ich finde eine schöne Vorstellung des Buches- und so mein Geschmack und Interesse weckt es gerne auch lesen zu wollen.
    LG Jenny

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  2. Ich kann mir schon denken wie schwer es Jule in dem Buch fallen wird,alte Dinge wegzuwerfen. So eine alte Schankwirtschaft in ein Cafe umzumodeln ist sicherlich nicht leicht und entrümpeln fällt ja nicht jedem leicht, weil man immer wieder was schönes findet. Bin gespannt wie das Buch ist, und in wieweit Gerta und Milena sie mal aus dem Mief des Entrümpelns und Umgestaltens herausholen können.
    Gruß Gabi

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  3. Dankeschön für den tollen Artikel. Ich mag auch selbstgemachte Dinge sehr gerne.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Auch dieses Buch liest sich vom Inhalt her sehr gut! Ich habe auch einige Hobbies, die Selbstgemachtes zum Thema haben. Obst zu Marmeladen und Saft/Likör verarbeiten und Stricken gehören dazu. Doch seit mit das Lesefieber wieder voll erwischt hat, gibt es nicht mehr so einen vollen Keller! :-))

    LG Barbara

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  5. Öhhhhhhh ja ...Das wegwerfen und sich trennen von alten Sachen ..... Der eine kann es der andere nicht ....ICH NICHT ....

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  6. Hallo,

    ohja ich würde auch gern mal so ein altes Haus entrümpeln. :)

    LG
    SaBine

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  7. Hallo :)

    ich finde es so schön wenn man Kunst mit seinen Händen ausdrücken kann und bewundere solche Talente. Ich selber versuche mich auch mit Handarbeiten, aber so ganz talentiert bin ich da nicht. Finde es einfach toll, wenn man nicht gleich seine Sachen wegwirft sondern erst mal versucht noch was schönes draus zu zaubern.

    Ganz liebe GRüße
    Jutta

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  8. Hallo ;)

    Ich denke, das es vielen Leuten schwerfällt Dinge wegzuwerfen. Ist bei mir genauso. Ich bewundere Leute und Dich, das ihr aus alten Sachen neue Sachen herstellen könnt. Bin sehr neugierig auf das Buch geworden und bin gespannt wie es Milena, Juli und Greta weitergeht und inwieweit sie ausmisten bzw. neues erstellen können.

    Liebe Grüße
    Rebecca Reiss

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  9. Huhu, ich selbst bin, was handwerkliche Dinge betrifft, schlichtweg eine Niete 😊 Ich bewundere andere dafür, die aus alten Sachen etwas Neues und Einzigartiges gestalten können. Mir fällt es ehrlich gesagt oftmals auch sehr schwer, Dinge wegzuwerfen, auch wenn ich weiß, dass ich diese Sachen eigentlich gar nicht brauche.
    Ich bin gespannt, wie es mit Jule und den anderen weitergeht 😌

    Alles Liebe
    Mel Hope

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  10. Hallo ,

    toller und interessanter Beitrag . Ich würde
    gern ein altes Haus Entrümpeln weil sicher
    man kann was interessantes finden aber kein Messi Haus wo nur Müll liegt .

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  11. Ein herzerfrischender, durchweg positiver Artikel, der beim Lesen echt das Grinsen immer breiter werden lässt! Ich hab auch vor knapp ein Jahr den Geist des DIY in mein Leben gelassen, allerdings durch und durch mit Wolle *gg* Dafür hab ichs nicht so mit Pflanzen ;) Und ich trinke täglich meinen Lapacho *lach* Ich glaube, das Buch passt sehr gut zu mir irgendwie :)

    Liebste Grüße
    Bine
    ( Nilis_Buecherregal@web.de )

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  12. Ein herzerfrischender, durchweg positiver Artikel, der beim Lesen echt das Grinsen immer breiter werden lässt! Ich hab auch vor knapp ein Jahr den Geist des DIY in mein Leben gelassen, allerdings durch und durch mit Wolle *gg* Dafür hab ichs nicht so mit Pflanzen ;) Und ich trinke täglich meinen Lapacho *lach* Ich glaube, das Buch passt sehr gut zu mir irgendwie :)

    Liebste Grüße
    Bine
    ( Nilis_Buecherregal@web.de )

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