Dienstag, 24. Mai 2016

[Die Story hinter dem Buch] Ulrike Renk - Das Versprechen der australischen Schwestern

Falls dich die Story hinter dem Buch neugierig machen sollte, dann schaue doch bei meinem aktuellen Gewinnspiel vorbei. Vielleicht zieht es dann bald bei dir ein!



heute:


Ulrike Renk - Das Versprechen der australischen Schwestern
 

 


Noch so viel Geschichte übrig …

Vielleicht kennen mich die Leser aus Claudias Buchblog noch von meiner Story hinter dem Buch zu „Die australischen Schwestern“. Seitdem ist fast ein Jahr vergangen. Das Folgebuch, „Das Versprechen der australischen Schwestern“ SOLLTE im Mai erscheinen.Bei Vertragsabschluss schien mir das auch überhaupt kein Problem zu sein. Aber dann schlug das Schicksal zu. 

Abgabetermin war November 2015. Easy. Dachte ich.
Das war falsch. Für 5 Tage im Oktober hatte ich ganz größenwahnsinnig Urlaub gebucht. Im Elsass. Mit Freunden zusammen in einem Ferienhaus. Die Männer wollten Motorrad fahren und wir Frauen wollten entspannen, schwimmen gehen, in die Sauna, lecker kochen. Nebenbei wollte ich auch schreiben. Es war ja nicht mehr wirklich viel, noch 300 Seiten oder so.

Wir fuhren also in den Elsass – meine Freundin und ich mit dem Auto, die Männer mit den Motorrädern … so schön zuerst, aber am zweiten Tag hatte mein Mann einen schweren Unfall und ab da lief alles schief. Er war verletzt, zum Glück nicht sehr schwer – gebrochene Rippe, gebrochener Fuß, viele Schmerzen. Der Urlaub war nicht erholsam und auch die sechs Wochen nachher nicht, in denen er krank geschrieben war.

Kennen Sie das mit kranken Männern zu Hause? Vor allem, wenn die Männer irgendwann nicht mehr ans Bett gefesselt sind, aber noch nicht wieder arbeiten gehen können? Die kommen einem immer irgendwie zwischen die Füße.

Mein Arbeitszimmer ist in unserem Haus. Eigentlich ist das ja schön, aber in manchen Fällen nervt es auch, weil jeder jederzeit und immer hineingelangt.
Er: „Hast du meine Kaffeetasse gesehen? Die ist weg.“
Ich: „Nein.“
Er: „Wo könnte sie sein?“
Ich: „Weiß nicht, muss schreiben.“
Er: „Ach ja, tut mir leid.“
Fünf Minuten später.
Er: „Ich habe meine Kaffeetasse gefunden. Willst du wissen, wo sie war?“
Ich: „Nein.“
Er (unbeirrt): „Stell dir vor, sie stand an meinem Schreibtisch (wechselweise Couchtisch, Nachttisch, Küche … usw.)“
Ich: „Fein. Jetzt muss ich aber schreiben.“
Er: „Stimmt. Wie weit bist du denn?“
Ich: STÖHN
Spätestens da war es erstmal vorbei mit dem Schreibfluss.

Ich habe mein Abgabedatum verschieben können, meine Lektorin war wirklich sehr, sehr verständig, ihr Mann hatte nämlich zu der Zeit Männergrippe. Gemeinsam haben wir darüber nachgedacht, ob wir freundlich beim jeweils örtlichen Hospiz anfragen sollten. Haben wir natürlich nicht, die Männer haben sich ja auch erholt.

Der Zeitplan war jetzt zwar straffer, weil ich nicht so geschrieben hatte, wie ich sollte und hätte müssen … aber es HÄTTE klappen können.

Wir haben den Abgabetermin in den Dezember schoben.
Und dann kam Tag X. An dem Tag habe ich dieses Glas mit den wirklich leckeren selbstgemachten Amarenakirschen aus dem Regal geholt. Wir haben zwei Kirschbäume im Garten und letztes Jahr haben sie getragen, als gäbe es kein Morgen mehr – genauso habe ich letztes Jahr auch Kirschen einkocht, getrocknet, eingelegt, verarbeitet. Man weiß ja nie, vielleicht gibt es dieses Jahr keine Früchte.

© Ulrike Renk

Aber dieses eine Glas war defekt. Eins dieses Weckgläser mit Bügel, wie es schon Oma hatte, mit wirklich dickem Glas … und es ist mir in der Hand zersprungen. Ich wollte noch zugreifen, ein ganz dummer Reflex, er hat mich meinen halben Daumen gekostet.

Die Daumenhälfte haben sie nachts noch wieder angenäht, aber … es gab ein ziemliches Nachspiel mit Entzündungen und anderen unappetitlichen Details, die ich dem Leser ersparen möchte.

Schreiben konnte ich erst sieben Wochen später, auch nur langsam, weil … egal und ziemlich unappetitlich.

Ich HABE aber das Manuskript fertig geschrieben, später als geplant, aber es ist fertig. Und es wieder eine hinreißende und wahre Geschichte. Der dritte und letzte Band meiner Australiensaga.

Das Ebook kommt im Mai, das gedruckte Buch einen Monat verspätet, im Juni. Und dann werden auch schon wieder die Kirschen reif … ob ich sie ernte und verarbeite? Ich weiß es noch nicht. Denn ich muss ja schreiben – das nächste Buch kommt bald. Und auch das wird wieder eine zauberhafte, wahre Geschichte sein. Ich hoffe, ich darf dann hier darüber schreiben und hoffe, die Story hinter dem Buch wird fröhlicher und ohne blutige Details. 

 geschrieben von
Ulrike Renk


  • Taschenbuch: 608 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (17. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746632110
  • ISBN-13: 978-3746632117





Kommentare:

  1. Uuuuuaaaahh .... Als ich Motorrad gelesen habe habe ich das erstmal gedacht oh jeder hoffentlich kein Unfall .....Aber das mit dem Kirschglas ist ja nochmal eine Ecke schlimmer ..Wie schlimm :-(

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  2. autsch- ein echt unschöner Unfall :-( genauso mies wie wenn die ein glas mitten beim abwaschen platzt :-( LG Jenny

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  3. Du meine Güte! Da kamen ja gleich zwei Unfälle dazwischen! Männer, die nicht krank sind (da sind sie sowieso schon fast gestorben!) und dann wenn sie schon etwas erholt sind, sind wirklich unausstehlich!! Ich glaube da kann jede Frau ein Lied davon singen....*Pfeif*
    Ich freue mich trotzdem schon auf den dritten Band der Australiensaga und bin gespannt wie es mit den Schwestern weitergeht!
    Liebe Grüße
    Martina

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  4. Ach Du Ärmste, nach der langwierigen Erkrankung Deines Mannes, dem es hoffentlich besser geht, schneidest Du Dir den halben Daumen ab. Ich hoffe, Dein Daumen ist wieder fit, damit Du Deinen Gatten wieder verwöhnen kannst.
    Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung.
    Liebe Grüße
    Darlene

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  5. Mei ist das schlimm. Da denkt man, mann ist gut in der Zeit, bezüglich Abgabetermin und dann kommen gleich zwei "Unfälle" dazwischen. Ein Motorradunfall ist immer schlimm, schließlich gibt es dabei keine Knautschzone und als ich das mit dem Daumen gelesen habe, oh weh. Ich kann mir denken, wie schlimme das war und für eine Schriftstellerin ist es vermutlich noch schlimmer. Die Schmerzen, der Abgabedruck, etc.
    Aber so wie es scheint, hat die Autorin dass alles gut überstanden und weggesteckt und den Roman auch noch fertig bekommen. Und ich glaube es ist wieder eine schöne Geschichte geworden, die ich gerne lesen werde. Ich wünsche der Autorin auf jeden Fall alles Gute und toi, toi, toi für die kommenden Bücher.
    Gruß Gabi

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  6. Das ist ja gar keine schöne Geschichte :( Mir ist zum Glück noch nie so ein schlimmer Unfall passiert, ich habe mir nun einmal das Knie in einer Glasscheibe aufgeschnitten, war aber nicht so schlimm.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  7. Ach du Schreck, das ist ja gleichmal zweimal was schlimmes passiert. Erst der schwere Unfall mit dem Motorrad von deinem Mann und dann noch das mit dem Marmeladenglas. Ich hoffe jetzt ist wieder alles gut.
    Wünsche aufjedenfall alles gute.

    Ps: Die Geschichte vom Buch ist bestimmt richtig schön und ich bin gespannt drauf.

    Liebe Grüße
    Rebecca Reiss

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  8. Oh Gott, das Schicksal kann einem manchmal ganz schön übel mitspielen ... Das tut mir richtig leid für dich und deinen Mann 😔 Ich kann von Glück sagen, dass ich bislang noch keine größeren Verletzungen gehabt habe und auch meine Familie großteils davon verschont geblieben ist. Ich hoffe, dass sich dein Mann gut erholt hat und dass das mit deinem Daumen wieder vollständig verheilt. Ich schreibe selbst auch und wenn ich mir vorstelle, dass ich irgendeinen Teil meiner Finger verliere, da wird mir gleich ganz anders 😥
    Ich wünsche dir für die Zukunft auf jeden Fall alles Gute und freue mich auf deine Geschichte.

    Alles Liebe
    Mel Hope

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  9. Oh Gott, das Schicksal kann einem manchmal ganz schön übel mitspielen ... Das tut mir richtig leid für dich und deinen Mann 😔 Ich kann von Glück sagen, dass ich bislang noch keine größeren Verletzungen gehabt habe und auch meine Familie großteils davon verschont geblieben ist. Ich hoffe, dass sich dein Mann gut erholt hat und dass das mit deinem Daumen wieder vollständig verheilt. Ich schreibe selbst auch und wenn ich mir vorstelle, dass ich irgendeinen Teil meiner Finger verliere, da wird mir gleich ganz anders 😥
    Ich wünsche dir für die Zukunft auf jeden Fall alles Gute und freue mich auf deine Geschichte.

    Alles Liebe
    Mel Hope

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  10. Hallo ,

    Es gibt manchmal so Tage das alles schief läuft und
    man möchte am besten vergessen .Ich bin froh das noch kein schlimmes Unfall hätten.

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  11. Oh mein Gott, die ärmste... kranke Männer, leidend und knatschknödelig Zuhause, das geht gar nicht! Chapeau, dass sie offenbar da doch noch recht gut ein Ergebnis erzielt hat! Das Leben kann man nicht in ein starres Korsett stecken, die Erfahrung musste ich auch schon oft machen...

    Danke an die Autorin für die sehr persönlichen Eindrücke und viel Glück fürs nächste Buch!

    Liebste Grüße
    Bine
    ( Nilis_Buecherregal@web.de )

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  12. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  13. Oh mein Gott, die ärmste... kranke Männer, leidend und knatschknödelig Zuhause, das geht gar nicht! Chapeau, dass sie offenbar da doch noch recht gut ein Ergebnis erzielt hat! Das Leben kann man nicht in ein starres Korsett stecken, die Erfahrung musste ich auch schon oft machen...

    Danke an die Autorin für die sehr persönlichen Eindrücke und viel Glück fürs nächste Buch!

    Liebste Grüße
    Bine
    ( Nilis_Buecherregal@web.de )

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