Dienstag, 5. Juli 2016

[Die Story hinter dem Buch] Föhr, Andreas - Eisenberg


heute:



Föhr, Andreas - Eisenberg

 




Ich freue mich sehr, dass ich mein neues Buch hier vorstellen darf. Vor allem weil es nicht nur ein neues, Buch sondern auch der Beginn einer neuen Krimireihe mit einer neuen Protagonistin ist.

Worum geht´s?

In München wird ein Obdachloser verhaftet. Er soll eine Studentin in der Nähe der Isar ermordet und die Leiche furchtbar zugerichtet haben. Dr. Rachel Eisenberg, erfolgreiche Strafanwältin, übernimmt die Pflichtverteidigung, nicht zuletzt, weil der Fall einiges Medieninteresse verspricht. Rachels erstes Zusammentreffen mit ihrem Mandanten ist ein Schock: Sie kennt den Mann. Vor vielen Jahren waren Rachel und Heiko Gerlach ein Liebespaar. Der jetzt Obdachlose war Professor für theoretische Physik, bevor sein Leben auseinanderfiel. Ist dieser Mensch, mit dem Rachel Tisch und Bett geteilt hat, ein psychopatischer Frauenmörder?

„Eisenberg“ ist ein Anwalts- und Gerichtskrimi und damit deutlich anders als die sechs Tegernseekrimis, die ich bisher geschrieben habe. Kein Voralpenland, kein Dialekt, keine Dorfwelt. Stattdessen Großstadt und die Welt der Justiz.

Warum der Wechsel?

Der Hauptgrund ist: Ich wollte schon immer einen Anwaltskrimi schreiben. Das Genre wird in Deutschland kaum bedient, dabei ist es - finde ich - eines der interessantesten. Ich bin selbst gelernter Jurist und habe früher auch als Anwalt gearbeitet. Dadurch meine Affinität zum Thema. Ich fand es schon in meiner Zeit als Jurist faszinierend, wie in einem Gerichtsprozess Stück für Stück die Wahrheit aufgeblättert und alles hinterfragt wird. Im Strafprozess präsentiert die Anklage ja eine fertige Geschichte der Ereignisse. Aber ist es das, was sich tatsächlich abgespielt hat? Da gibt es Tatsachen, die sich widersprechen, Zeugen mit unlauteren Motiven, Spuren, denen nicht nachgegangen wurde und etliches mehr, was Zweifel an der Schuld des Angeklagten aufkommen lässt. Der ideale Nährboden für einen spannenden Krimi.

Diesmal eine Frau. Warum?

Nach den eher männerlastigen Tegernseekrimis wollte ich dieses Mal eine Frau als Protagonistin. Herausgekommen ist dabei Rachel Eisenberg. Sie ist (zusammen mit ihrem Ex-Mann) gutverdienende Inhaberin einer mittleren Anwaltskanzlei. Sie wohnt mit ihrer pubertierenden Tochter in Nymphenburg, einem der teuersten Viertel Münchens, und ist den schönen und teuren Dingen des Lebens (Autos, Kleider, Schuhe, Reisen) durchaus zugewandt. Ich fand den Kontrast zwischen einer gewissen Oberflächlichkeit der Figur und der ernsten Konsequenz mit der sie im Beruf agiert interessant. Rachel Eisenbergs private Probleme, mit denen sie tun hat wie jeder andere (Sorge um ihr Kind, eine gescheiterte Beziehung), erden die Figur zwar. Unterm Strich wollte ich aber keinen problembeladenen, gebrochenen Charakter, sondern eine Heldin, die positive Energie ausstrahlt. Die Fälle, mit denen sie zu tun hat, sind düster genug.

Ein besonderer Aspekt der Figur Rachel Eisenberg hat sich aus ihrem Namen ergeben. Zuerst sollte sie Eisenbrenner heißen. Dann kam ich auf einer Leserreise durch die Stadt Eisenberg in der Pfalz. Ich fand den Namen so gut, dass ich ihn für meine Protagonistin übernahm. Der Name legt natürlich einen jüdischen Hintergrund nahe, wie auch meine Lektorin Andrea Hartmann und viele andere im Verlag fanden. Es wurde angeregt, ob man das nicht zum Thema machen sollte. Nun bin ich in der jüdischen Welt nicht so zu Hause, dass ich mir zutrauen würde, darüber zu schreiben. Aber ich kenne Paare bei denen ein Teil jüdisch ist. Das fand ich ein interessantes und auch zeitgemäßes Thema. Und so ist Rachel Eisenberg zwar protestantischen Glaubens, aber mit Sascha Eisenberg, der jüdisch-russische Wurzeln hat, verheiratet (wenn auch privat inzwischen wieder getrennt). Ihren Vornamen verdankt Rachel einer Vorliebe ihrer Eltern fürs Alttestamentarische. Rachels Tochter Sarah ist ebenfalls nicht jüdisch, weil man nur mit einer jüdischen Mutter Jude wird. Trotzdem und obwohl weder Rachel noch ihr Mann Sascha besonders religiös sind, hat der jüdische Hintergrund doch unvermeidlich Auswirkungen auf das Leben unserer Heldin und ihrer Familie.

Ich hoffe, meine Leser werden viel Freude mit Rachel Eisenberg haben und ihr ein langes Leben bescheren.

geschrieben von
Andreas Föhr


  • Broschiert: 512 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (1. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426653966
  • ISBN-13: 978-3426653968



1 Kommentar:

  1. Ich muss ehrlich gestehen das so Krimis wo die Protagonisten immer Männlich sind auch nicht mein Fall sind und ich es auch echt mal klasse finde wenn man denn ein Buch findet wo der Protagonist mal eine Frau ist! ;-)
    LG Jenny

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