Mittwoch, 3. August 2016

[Stefanies Rezension] Sommer, Fritzi - Mops-Krimi (02) Alte Ziegenwiese

Gastrezension von Stefanie


Im Mopstempo voran

Ich liebe Hunde, wobei die träge scheinenden Möpse nicht gerade zu meinen Lieblingsrassen zählen; eher ganz im Gegenteil. Dennoch hat mich die Idee gereizt, das Leben der Menschen aus Hundesicht zu sehen und zu lesen, und da kam der Mopskrimi „Alte Ziegenwiese“ von Fritzi Sommer gerade recht. „Alte Ziegenwiese“ ist der zweite Mopskrimi um die Möpse Henri, Viktor und Wilma, die doch grundverschieden und gar nicht immer so helle sind. Den ersten Mopskrimi, „Zum wilden Eck“, kenne ich nicht, aber man kann ruhig mit der Ziegenwiese einsteigen, man kommt auf jeden Fall gut mit.

Zum Inhalt: Die drei Möpse halten sich in diesem Band überwiegend in einer Kleingartenanlage auf, denn die Mutter ihrer Rudelführerin soll hier nach dem Rechten schauen und hat die Möpse mitgenommen. Die fühlen sich hier pudelwohl, und dies noch mehr, als ein Mord geschieht: Das Ekel der Kleingartenanlage, Franz, ist ermordet worden, und es scheint klar, dass nur einer der Kleingärtner der Mörder sein kann. Doch sie wären es gern alle, denn sie alle haben Franz gehasst, der mit kaum einem Menschen wirklich auskam und noch dazu die Kleingärtner ständig gefilmt hat. Nun ist das Ekel tot, und eine zweite Leiche gesellt sich bald zu Franz dazu. Die Möpse ermitteln, obwohl sie ständig fürchten müssen, wieder nach Hause zu ihrer Rudelführerin zu müssen...

Der Handlungsverlauf geht wirklich schleppend voran, und es kommt erst gar keine Spannung auf. Als nach über hundert Seiten immer noch nichts passiert war (Franz wird schon auf den ersten Seiten tot aufgefunden, aber dann passiert kaum mehr etwas), hätte ich dieses Buch gern weggelegt. Bekommt der Leser hier wirklich eine Hundesicht auf das Leben der Menschen präsentiert? Wohl kaum, denn die Möpse, vor allem Viktor, sind hochgebildet. Sie haben ein extrem großes Allgemeinwissen, wissen z.B., was 'hypnotisieren' ist, nur jegliche Redensarten sind ihnen wohl noch nie unter gekommen, denn die nehmen sie stets wörtlich. Außerdem haben Frauen Zitzen, Frauchen ist die Rudelsführerin, aber sonst kann man hier nichts 'Hundisches' finden. Fazit: Die Möpse sind gar zu vermenschlicht, bis auf ein paar Macken.

Meist passiert also fast nichts, nur die letzten ca. 100 Seiten haben mir dann besser gefallen, zumal ich nicht ganz sicher war, wer der Mörder war, obwohl man dies ahnen konnte. Im Prinzip sind die Möpse hier so beschränkt gewesen, dass sie am Anfang Beweismaterial vom Tatort entfernt haben, das schnell zur Aufklärung hätte führen können. Das packen sie aber erst gegen Ende wieder aus – nicht gerade ein schlauer Zug.

Fazit: „Alte Ziegenwiese“ hat sicher auch ein paar humorvolle Szenen, aber im Großen und Ganzen gibt es kaum etwas zum Schmunzeln und kaum Spannung. Damit ist dieser Krimi ein eher blasser Roman mit wenig Liebenswertem. Die Möpse sind mir nicht sympathischer geworden; einen Folgeband muss ich also nicht lesen. Alles in allem passiert einfach viel zu wenig, als dass man den Drang verspürt, das Buch wieder und wieder zur Hand zu nehmen. Die „Alte Ziegenwiese“ von Fritzi Sommer ist für mich ein 3,5-Sterne-Buch; weil ich am Ende doch besser vorankam, kann ich hier gerade noch vier Sterne vergeben.

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453438523
  • ISBN-13: 978-3453438521
  • Verlag:


Die Mops-Krimireihe in der Übersicht:






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