Dienstag, 25. Oktober 2016

[Die Story hinter dem Buch] Rodeit, Katrin - Alles schläft, einer wacht!


heute:



Rodeit, Katrin - Alles schläft, einer wacht!

 


Mittlerweile geht meine Privatdetektivin Jule Flemming in die vierte Runde. Manchmal kann ich es kaum glauben, dass mein Traum wahrgeworden ist.

Doch wie jedes Mal stellt sich die Frage, was soll sie tun? Welches Verbrechen gibt es aufzuklären? Und was soll aus ihrem Privatleben werden? Da gab es ja auch einige Baustellen.

Nun, die erste Frage war schnell beantwortet. Mein Verlag wünschte sich Jule diesmal in einer Sonderausgabe zu Weihnachten. Es musste also etwas sein, das im weitesten mit dem Fest zu tun hat. Mal überlegen, was fällt mir zu Weihnachten ein? Plätzchen, Tannenduft, Besinnlichkeit, Geschenke, Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeiern, Glühwein, Vorweihnachtszeit … Die Liste lässt sich sicher noch fortsetzen. Aber ich habe mich entschieden, den Weihnachtsmarkt herauszupicken. Haben wir in Ulm doch einen wunderschönen Weihnachtsmarkt am Fuße des Ulmer Münsters mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Ich gebe zu, ein bisschen stolz bin ich schon darauf.

Jetzt fängt das Gedankenkarussell an, sich zu drehen. Was wäre, wenn dort jemand auftaucht, der eigentlich tot ist?
Hm, und genau das passiert. Tobias Kohler, Banker aus Köln, meint, dass er in einem Fernsehbericht über den Ulmer Weihnachtsmarkt seine Frau Silvia als Putzfrau gesehen hat. Leider hat er sie schon ziemlich oft irgendwo gesehen und niemand glaubt ihm mehr. Denn Silvia ist im Bodensee bei einem Tauchunfall ums Leben gekommen.

Hier kommt Jule ins Spiel. Denn ausgerechnet sie soll die Putzfrau finden. Kinderspiel, denkt sie. Wenn die Frau gefunden ist, gibt es eine Gegenüberstellung und Kohler kann sich selbst davon überzeugen, dass seine Gattin Fischfutter ist.
So viel zur Theorie. Die leider ein kleines Loch hat: Denn die Putzfrau ist wie vom Erdboden verschluckt.
Mehr möchte ich an der Stelle natürlich nicht verraten.

Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit all den anderen Personen aus den Jule-Büchern, die mal mehr, mal weniger ihr Privatleben beeinflussen. Jules Mutter beispielsweise hat sich in den Kopf gesetzt, Jule unter die Haube zu bringen. Ihr kleiner Freund Leon hat einen neuen Spielgefährten und Jule selbst sieht sich als Single zwischen zwei Männern. Andreas? Mit dem sie während ihres letzten Falles eine heiße Nacht hatte? Oder doch lieber Mark, Ex-Kollege aus Ausbildungszeiten?

© by Alexandra Sinz

Man stelle sich vor, man müsste im Hochsommer einen Weihnachtskrimi schreiben, der auf dem Weihnachtsmarkt spielt und bei dem es ordentlich schneit (ja, Jule wird beinahe eingeschneit). Draußen hat es locker 35°C im Schatten, jeder Schritt, den man tut, ist einer zu weit, und jedes Kleidungsstück, das man trägt, ist eines zu viel. Was nun?
Hört man „Last christmas“ in Endlosschleife? Lieber nicht, ich muss mich jedes Weihnachten neu entscheiden, ob ich das Lied in diesem Jahr liebe oder hasse.
Isst man Lebkuchen? Geht nicht, die kommen zwar früh in die Geschäfte (zu früh für meinen Geschmack), aber im Juli oder August ist selbst der dauernörgelnde Konsument ob des frühen Angebots seiner Zeit voraus. Abgesehen davon mag ich Lebkuchen nicht.
Glühwein? Auch unpassend, wenn man als Koffeinsüchtiger selbst vom Kaffee Schweißausbrüche bekommt.

Was also tun? Richtig: Rechtzeitig mit dem Schreiben anfangen! Um auf der Welle der Weihnachtsstimmung des Vorjahres weiter zu schwimmen. Das hatte zur Folge, dass ich den Roman Ende Januar 2016 fertig hatte. Und mir nicht vorstellen konnte, bis zum 5. Oktober zu warten, um das gedruckte Buch in Händen zu halten.
Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, weiß ich, dass es nicht mehr lange dauert. Und ich freue mich riesig auf das Erscheinen von „Alles schläft, einer wacht!“. Auch wenn die Temperaturen noch nicht richtig winterlich sind und das wegen mir auch gern noch ein wenig so bleiben kann.

Wenn ich den Karton mit meinen Belegen auspacke, gönne ich mir zum Feiern einen „Grünen Kobold“. Nach guter alter Tradition (und beim vierten Fall meiner Serienheldin kann man schon von einer Tradition sprechen) ist das der „Cocktail des Romans“. Kennt ihr nicht? Dann wird es aber Zeit! Der „Grüne Kobold“ ist ein Getränk, das Weihnachten noch weihnachtlicher und noch grüner macht. Und das Gute daran: Man kann es auch im Sommer genießen ;)

Grüner Kobold
Saft einer Orange (ca. 11 cl)
3 cl Blue Curaçao
20 cl Sekt
2 Eiswürfel
Orangensaft und Blue Curaçao in ein Glas geben, Eiswürfel dazu und mit Sekt auffüllen.

Oder doch lieber ein heißes Getränk? Habt ihr es schon einmal mit einer Mischung aus Jagertee und Glühwein probiert? Auch noch nicht? Dann mal los!
Neben einem spannenden Krimi gibt es diese beiden Rezepte, aber auch ein Entenbrustfilet à l’orange mit Semmelknödeln im neuen Jule-Krimi, wenn es heißt „Alles schläft, einer wacht!“

In diesem Sinne (mit einem Augenzwinkern) eine besinnliche Vorweihnachtszeit. Vielleicht sehen wir uns ja auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt am Fuße des höchsten Kirchturms der Welt …


geschrieben von
Katrin Rodeit




  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1., 2016 (5. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839219183
  • ISBN-13: 978-3839219188






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