Dienstag, 18. Oktober 2016

[Rezension] Wells, Dan - Mirador (01) Bluescreen

Marisa lebt in Los Angeles, im Stadtteil Mirador. Im Jahre 2050 ist es normal ständig online zu sein. Die meisten Menschen haben sich dafür ein Djinni implantieren lassen, mit dem sie einen einfachen Zugang zur digitalen Welt haben. Die reale Welt kennen viele schon gar nicht mehr, da sie sich durchgängig von den digitalen Eindrücken beschallen lassen. Um diese Eindrücke noch gewaltiger werden zu lassen, gibt es virtuelle Drogen. Die meisten scheinen „relativ“ harmlos zu sein, doch dann breitet sich „Bluescreen" aus und versetzt eine Freundin von Marisa in die Bewusstlosigkeit und anschließend in eine lebensgefährliche Situation. Marisa und ihre Freunde wollen herausfinden, was an Bluescreen so gefährlich ist und stoßen dabei auf eine große Verschwörung.

Dan Wells ist in Deutschland u.a. durch seine Serienkillerromane um John Cleaver berühmt geworden. Ich habe diese Reihe auch begonnen, aber aufgrund des Sci-Fi (?) Anteils abgebrochen Das war nicht meins. Da ich jedoch Wells Schreibstil mochte und Dystopien liebe, war ich sehr auf sein neustes Werk gespannt.

Der Einstieg in den Roman fiel mir leider schwer. Marisa hat spanische Wurzeln, wodurch immer mal wieder spanische Wörter einfließen. Da ich kein Wort Spanisch spreche, war dieses regelmäßig ein (kleiner) Stolperstein für mich. Des Weiteren gibt es sehr viele Charaktere, die gerade zu Beginn auf einen niederprasseln, und als Leser muss man erst einmal sortieren, was real und was digital ist. Hinzukommt, dass der Roman recht technisch ist und für mich viele neue Begriffe beinhaltet, wobei ich nicht weiß, ob das alles neue Kreationen des Autors/des Übersetzers sind oder Fachbegriffe, die technisch versierteren Menschen bekannt sind. So gibt es z.B. Nulis, kleine Roboter, die im Haushalt helfen und andere Dinge verrichten. Man muss sich also erst einmal einfinden in diese Welt.

Das von Dan Wells geschaffene Szenario war interessant und erscheint mir auch nicht besonders realitätsfern. In unserer Gesellschaft streben auch viele Menschen danach möglichst oft online zu sein und da ist der Autor nur noch einen oder zwei Schritte weitergegangen. Nach dem holperigen Start hat mich Wells dann tatsächlich fesseln können, denn der Roman bietet viel Action, getrieben von der Frage, was hinter Bluescreen steckt. Die Verschwörung fand ich sehr interessant, gut umgesetzt und spannend präsentiert.


Fazit: Leider besitzt das Buch einige Stolpersteine (Spanische Bruchstücke, viele technische Begriffe, etc.) aber trotzdem vermochte es mich zu fesseln und die Hintergründe zu Bluescreen haben mich überrascht, damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Somit vergebe ich 3,5 Sterne (aufgerundet auf 4) und bin gespannt, worum es im Fortsetzungsroman gehen wird.

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (4. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492280218
  • ISBN-13: 978-3492280211
  • Originaltitel: Bluescreen. Mirador 1
  • Verlag:



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