Samstag, 29. Oktober 2016

[Stefanies Rezension] Musso, Guillaume - Nachricht von dir

Gastrezension von Stefanie


Skurriler Genremix, der diesem Buch nicht guttut

 
Guillaume Mussos „Nachricht von dir“ fängt an wie eine Liebesromanze, die man schon zigmal gelesen zu haben glaubt. Zwei Menschen stoßen zusammen, sie vertauschen ihr Handy, sie lernen sich kennen... Der Leser wird hier also sanft in das Liebesthema eingeführt. Dass die Geschichte schließlich in einen makabren Agentenkrimi mündet, hatte ich nicht erwartet und leider auch nicht verstehen oder gut finden können.



Zum Inhalt: Jonathan aus San Francisco und Madeline aus Paris fliegen von New York nach Hause; jeder hat im Gepäck ein fremdes Handy, das am Airport vertauscht wurde. Statt es gleich zurückzusenden, spionieren beide im Leben des anderen und machen unerwartete Entdeckungen, die ihre Leben zudem noch verknüpfen. Im Zentrum steht der Fall eines verschwundenen Mädchens, dessen Aufklärung beide in größte Gefahr bringt und auch einige Todesopfer fordert.

Meine Meinung: Ich war anfangs sehr positiv überrascht ob des tollen Schreibstil von Musso (dies war mein erster Roman von ihm). Ich hatte eine einfache Liebesgeschichte erwartet, aber der Schreibstil machte die Geschichte um den Amerikaner und die Französin zu etwas Besonderem. So führte meine innere Vorabbewertung von 3-4 zu 5 Sternen – anfangs jedenfalls. In der Mitte des Buches nimmt die Spannung dann zu, man merkt, dass man hier wohl eher im Krimi als in der Love Story gelandet ist. Dann aber wird die Handlung immer makabrer, immer unglaubwürdiger, immer weniger gefällig. Am Ende war ich sehr enttäuscht, welche Wendung dieses anfangs wunderschöne Buch genommen hat. Da man auch weder im Titel, noch im Klappentext eine Vorwarnung bekommt, um was es sich hier eigentlich handelt, kann man das Buch schließlich nur noch enttäuscht beiseite legen.

Mein Fazit: Der Autor versteht eigentlich das Handwerk des Schreibens sehr gut. Die Fäden der Geschichte sind gut verwoben, die Figuren werden gut eingeführt, haben eine Vergangenheit, die aufgedeckt werden wird, sind auch recht sympathisch. Die Spur in die Vergangenheit macht auch die Spannungsmomente aus. Aber warum schließlich sowohl Jonathans als auch Madelines Leben so eine tragische Wendung nahm, ist einfach nicht nachvollziehbar, fast schon lächerlich. Leider kann ich hier nicht viel mehr verraten, um nicht zu spoilern. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack zurück und leider nur drei Sterne, weil dieses Buch sehr gut begann, dann aber quasi auf weniger als drei Sterne sank – schade!

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Piper (11. Juni 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492302947
  • ISBN-13: 978-3492302944
  • Originaltitel: L'appel de l'ange
  • Verlag:


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