Dienstag, 15. November 2016

[Die Story hinter dem Buch] Briag, Elanie - Mein Sommer mit Mémé



heute:



Briag, Elanie - Mein Sommer mit Mémé

 



© Élanie Briag

Eigentlich möchte Paula nach Paris mit ihrem Verlobten, der nach drei Jahren Kenia bei „Ärzte ohne Grenzen“ endlich nach Europa zurückkehrt, feiern. Aber Paulas Großmutter hat andere Pläne: Sie will in einem renovierungsbedürftiges Château im Burgund ihre ganze Familie versammeln, um ihren achtzigsten Geburtstag zu feiern.



Mémé (französisch „Oma“) gelingt es mit einer List, auch Paula ins Burgund zu rufen. Zähneknirschend beugt sich Paula, vertagt „Jakob und Paris“. Paula kennt Mémés Geburtshaus noch aus Kindertagen. Und das weckt Kindheitserinnerungen:

„Ein Nachbarsjunge hatte mir beigebracht, wie man auf Bäume klettert, und in einem burgundischen Baumwipfel war ich zum ersten Mal geküsst worden. Er hieß Michel, hatte die blonden Locken eines Engels, war ein Jahr älter als ich und besaß schon Erfahrung im Küssen. Ich war zehn und hatte keine Ahnung.“

Achtundzwanzig Jahre nach Paulas erstem Kuss versammeln sich vier Generationen unter einem Dach - da kracht es natürlich, was das Zeug hält, jeder hat seinen eigenen Kopf: Paula, ihr Bruder Marcel mit Frau, in deren Ehe es kriselt, samt pubertierender Tochter und die vermeintlich sanftmütige Mutter von Paula und Marcel. Konflikte vorprogrammiert - jeder führt einen einsamen Kampf gegen Mémés Reglement. Das Menu du jour wird von ihr zur Pflichtveranstaltung erklärt, eine von Mémé aufgestellte Hausordnung bringt Paula in Rage, eine Art „Sommerwichteln“ rüttelt an den Familienkonstellationen. Alt vertraute Loyalitäten zerbrechen, neue entstehen.

Dunkle Wolken über dem Familienhimmel im Burgund!
© Élanie Briag

Die Romanhandlung geschieht vor der herrlichen Kulisse des Burgunds. Die Schönheit der Landschaft, die Weinberge, versteckte Winkel, Wochenmärkte und jede Menge gutes Essen und Wein sind in den Text eingewoben.

Das südliche Burgund finde ich besonders reizvoll. Deshalb war es für mich von Anfang an klar, diese Familiengeschichte in einem kleinen Dorf (das ich sehr gut kenne....) in der Nähe von Cluny anzusiedeln. Ich habe längere Zeit in Frankreich gelebt, geblieben sind viele schöne Erinnerungen und meine Schwäche für Land und Leute.

„Im Burgund gibt es magische Sommernächte mit Sternschnuppen an einem Wünsch-dir-was-Himmel, Landschaften, in denen man sich verliert, Wein, Käse und äußerst charmante Menschen.“

So fängt die Geschichte von Paula an. Der Roman wird aus Paulas Perspektive in Ich-Form erzählt. Ich habe mich bewusst für diese Erzählperspektive entschieden, weil sie unmittelbar und emotional ist und den unschlagbaren Vorteil der Identifizierung bietet – der Leser / die Leserin kann direkt mitfühlen, miterleben, was Paula umtreibt. Von Anfang an nimmt man an ihrem Erleben im Burgund teil, an ihren Sorgen, ihren Nöten, ihren Gedanken, ihrem inneren Konflikt.

Die gesamte „Produktion“ von der Idee bis zur Manuskriptabgabe hat ein Jahr gedauert. Ein Lektorat ist immer aufwändiger, als man denkt, mindestens zwei intensive Lektorate das übliche Procedere. Ich persönlich könnte fast unendlich an meinen Texten feilen und muss mich einfach irgendwann entscheiden, sie los zu lassen. Auch Kinder gehen eines Tages aus dem Haus. 

So sah meine Pinnwand aus, während ich an meinem Roman
„Mein Sommer mit Mémé“ geschrieben habe –
Inspirationen aus dem Burgund.
© Élanie Briag

Manchmal gelingt es mir, hundert Seiten in einem Monat zu schreiben, dann sind es wieder nur zwanzig Seiten – und die müssen auch noch mühsam überarbeitet werden. Schreiben bedeutet Disziplin, aber auch Frustration. Die Kunst besteht darin, sich immer wieder selbst zu motivieren. Und: Niemals auf die Inspiration WARTEN. In den seltensten Fällen kommt sie von selbst, sondern am Schreibtisch bei konsequenter Arbeit.

Die Franzosen haben ein schönes Sprichwort: „L’appetit vient en mangeant“ (der Appetit kommt beim Essen) – In diesem Sinne lautet mein Credo:

„L’inspiration vient en écrivant“ – die Inspiration kommt beim Schreiben.

Auf zum nächsten Romanstoff! Frankreich hat noch wunderschöne andere Regionen. Ich wollte schon immer mal eine Liebesgeschichte in der Auvergne spielen lassen. Mehr wird (noch) nicht verraten.

Zum Schluss noch eine kleine Auswahl von Mémés Lebensweisheiten

„Glück hat jeder verdient.“

„Nur wer den Moment erlebt hat, in dem eine heiße Tasse Kaffee der größte Luxus ist, weiß, was Leiden wirklich ist.“

„Glaubst du im Ernst, dass wir das Wachstum einstellen, nur weil wir unsere Körpergröße erreicht haben? Reifung ist ein nie endender Prozess.“

„Wenn es um verletzte Gefühle geht, gibt es keine Galanterie.“

Paula über Mémé:

„Ich glaube, dass Mémé mit jeder Faser ihres Wesens ein unerschütterliches Vertrauen in das Leben hat und die Weisheit in sich trägt, dass sich alles irgendwie fügt. Sie ist keine Zauberin, aber sie vermag es, dem Zauber Raum zu geben. Vielleicht besteht eines ihrer größten Geheimnisse darin, die Niederlagen genauso anzunehmen wie die Triumphe und sich wie ein Kind zu freuen, wenn es anders kommt als geplant.“


Und das bin ich! Élaine Briag.
© Alexandra Stehle


geschrieben von
Élanie Briag

Die Zitate stammen aus meinem 
Roman " Mein Sommer mit Mémé".


  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (7. November 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3959670524
  • ISBN-13: 978-3959670524





Kommentare:

  1. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Buch. Tolle Vorstellung,

    lg, Jutta

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  2. Oh, ich habe dieses Buch die Tage bei einem Bloggergeburtstag gewonnen und dieser Einblick lässt mich doch gleich noch etwas mehr darauf freuen.
    Liebste Grüße, Hibi

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