Montag, 14. November 2016

[Stefanies Rezension] Webb, Katherine - Das Versprechen der Wüste

Gastrezension von Stefanie

Wie die Wüste im Oman

„Das Versprechen der Wüste“ von Katherine Webb ist ein Buch wie ein langer begradigter Fluss, ein Buch ohne Höhen und Tiefen, ein Buch ohne Ecken und Kanten. Man kann es lesen, aber es geht kaum vorwärts. Kurz, der Roman ist doch ungefähr so trocken wie die Wüste im Oman.



Zum Inhalt: Joan Seabrook hat schon immer von einer Reise in den Oman geträumt. Ihr Vater hatte ihr immer Geschichten aus 1001 Nacht vorgelesen oder erzählt. Die Reise in die Wüste ist Joans Traum, der wahr wird, als Joans Bruder im Oman stationiert wird und diese über Beziehungen schließlich zusammen mit ihrem Verlobten in den Oman reisen darf. Dabei lernt sie auch ihr großes Idol, die Schriftstellerin Maude Vickery kennen, aber ihr großer Traum, die Wüste zu sehen und vielleicht ein paar archäologische Arbeiten durchzuführen, rückt schnell in weite Ferne, denn der Bewegungsrahmen der Fremden im Oman ist eng gesteckt. Über Beziehungen gelingt es Joan jedoch, ihrem Traum näher zu kommen, und ein weiteres Abenteuer bahnt sich an, als Joan den inhaftierten Sohn von Vickerys Sklaven Abdullah im Gefängnis besuchen kann – ein höchst heikles Unterfangen...

Freunde literarischer Romane dürften ihre Freude an „Das Versprechen der Wüste finden. Der Schreibstil der Autorin ist gut, die Handlung klar, logisch und chronologisch aufgebaut. Immer wieder gibt es auch deutlich gekennzeichnete Rückblicke, denn Teile des Lebens von Vickery laufen als Einschübe ab. Meist ist der Leser jedoch bei Joan in 1958 im Oman. Man kann stets gut folgen, das Buch lässt sich ganz gut lesen, aber es passiert sehr wenig. Ein schnelleres Tempo hätte diesem Roman sehr gut getan.

Die Figuren sind bis auf Ausnahmen wenig sympathisch, Joan selbst hinterlässt bei mir ein neutrales Gefühl. Sie ist eine eher ungeschickte Touristin im Oman, die glaubt, für mehr geboren zu sein. Dabei bewegt sie sich meist in Untätigkeit und Träumen; die Abenteuer, die sie schließlich noch erleben darf, passieren ihr eher zufällig, da andere sie um etwas bitten oder für sie sorgen. Damit ist die Protagoistin eher langweilig, allerhöchstens noch ganz nett.

Dass hinter der Wüstenquerung der Schriftstellerin Maude Vickery mehr steckt, erfährt der Leser schon durch die Rückblicke auf die Jugend der schrulligen, alten Dame. Hier kann man miträtseln, doch die Lösung ist eher naheliegend.

Fazit: Das Buch entfaltet sich so langsam, dass man es immer wieder weglegen kann oder muss. Es ist alles andere als ein pageturner. Die Handlung entwickelt sich so langsam, dass der Lehrer viel Durchhaltevermögen braucht. Zu keiner Zeit habe ich viel Lesevergnügen empfunden, aber die Handlung ist schlüssig und logisch, so dass man das Buch auch beenden möchte. Es hinterlässt kaum Spuren in meinem Leseleben und ist jetzt schon wieder verblasst. „Das Versprechen der Wüste“ ist ein leises, mir zu unscheinbares Buch, das 2,5 bis 3 Sterne verdient. Prädikat: Kann man lesen, muss man aber nicht.

  • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (14. November 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453291840
  • ISBN-13: 978-3453291843
  • Originaltitel: The English Girl
  • Verlag:


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