Dienstag, 10. Januar 2017

[Die Story hinter dem Buch] Susanne Goga - Das Haus in der Nebelgasse


heute:



Susanne Goga - Das Haus in der Nebelgasse

 




Die Story hinter dem Buch - ist bei mir oft ein Buch. Nicht selten finde ich die erste Inspiration, den Gedanken, der alles ins Rollen bringt, in Büchern oder Artikeln. Manchmal dauert es Jahre, bis daraus ein Roman entsteht, als wäre die Idee ein Samenkorn, das erst langsam Wurzeln schlägt und dann, ganz langsam, die ersten Triebe hervorbringt.
So war es auch bei diesem. 

2004 las ich Peter Ackroyds wunderbare London-Biographie, 2012 sein Buch London Under. Beide zusammen eröffneten mir einen völlig neuen Blick auf eine meiner Lieblingsstädte - auf die Geschichte, die sich unter dem Pflaster verbirgt, auf die dreizehn verborgenen Flüsse Londons, auf die Spuren, die Kelten, Römer, Wikinger, Normannen und alle, die nach ihnen kamen, hinterlassen haben und die immer wieder ans Tageslicht dringen. Ich las von Pestgräbern und Tempeln, von Bränden und Geistern, von Orten, die sich eine besondere Ausstrahlung bewahrt haben. Ackroyd schreibt nicht die chronologische Geschichte einer Stadt, sondern die Biographie eines Wesens, das ebenso lebendig ist wie seine Bewohner. 

Und dann, elf Jahre, nachdem ich das Buch gelesen hatte, ging das Saatkorn auf und wurde zur Idee für einen Roman. Natürlich kamen noch Wasser und Sonnenlicht dazu, Figuren und Plot, aber der erste Anstoß ist immer am wichtigsten. 

In diesem Buch steckt vieles, das mich fasziniert: London, Geschichte, Literatur, Poesie, Theater, Frauenrechte, Humor, Abenteuer, Rätsel, Wahnsinn, faszinierende Persönlichkeiten wie Ada Lovelace und Oscar Wilde.

In diese Welt, das London des Jahres 1900, schicke ich meine Heldin Matilda Gray. In eine Metropole mit U-Bahnen und Bussen, in der mehrfach täglich die Post zugestellt wird und hinter deren Mauern und unter deren Straßen sich doch mehr verbirgt, als die modernen Menschen von damals ahnten. Mehr wird nicht verraten.

Ach doch, eins verrate ich - wie ich „mein“ Haus gefunden habe. Die Geschichte verlangte nach einem Kaufmannshaus aus dem 17. Jahrhundert, vorzugsweise einem, das es wirklich gibt und das noch steht. Was nicht ganz einfach ist, da London im Jahre 1666 fast gänzlich niederbrannte, nachdem in einer Backstube ein Feuer ausgebrochen war. Darum sind in der City of London auch nur wenige Gebäude aus der Zeit vor dem Großen Brand erhalten geblieben. 

Doch ich hatte nicht nur Glück, sondern Riesenglück. Ich entdeckte ein Haus, das wenige Jahre danach erbaut und nicht nur kürzlich wunderbar restauriert wurde, sondern in Garten und Keller auch noch archäologische Geheimnisse birgt. Alles, was ihr im Roman über die Architektur und Geschichte des Hauses lest, ist wahr. Nur die Familie X und ihr Schicksal sind erfunden. 

Wer demnächst nach London reist, kann es sich von außen ansehen. Die Adresse lautet 7a, Laurence Pountney Hill - aber bitte nicht klingeln, das Haus ist bewohnt. Ansonsten könnt ihr meine Heldin Matilda anhand der Fotos auf ihrer abendlichen Erkundungstour begleiten.

Zum Vergrößern einfach draufklicken!
© Susanne Goga

Und wer noch nicht genug hat, darf auch mit Matilda den London Stone besichtigen und Mr. Arkwright, den Sammler, in der Folgate Street besuchen. 






geschrieben von
Susanne Goga

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (9. Januar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453358856
  • ISBN-13: 978-3453358850




1 Kommentar:

  1. Sehr interessant, der Blick hinter die Kulissen. London um die Zeit klingt verdammt spsnnend.

    Alles Liebe
    Chimiko

    AntwortenLöschen