Donnerstag, 26. Januar 2017

[Rezension] Clark, Janet - Black Memory

Clare durchlebt einen Alptraum. Sie wacht auf einem Boot vor der indonesischen Küste auf und wird sofort verhaftet, da sie international wegen einer Kindesentführung gesucht wird. Sie kann sich an Dinge aus ihrem Arbeitsalltag als Ärztin erinnern, aber sobald sie versucht persönliche, emotionale Dinge abzurufen, befindet sich ihr Gehirn in einem Blackout und gibt keinerlei Informationen preis. Sie kann sich nicht an den Mann erinnern, der angeblich ihr Ehemann ist, nicht an ihr Zuhause in London und auch nicht daran, dass das entführte Kind ihr eigenes sein soll und wo es sich befindet. Welches Trauma hat dazu geführt, dass sie sich selbst durch ein Blackout schützen muss?

Ich nehme eins gleich vorweg: Janet Clark ist es gelungen einen Thriller zu schreiben, der mich endlich einmal wieder begeistern konnte, denn er ist intelligent und spannungsgeladen.

Das Geschehen wird aus Clares Sicht geschildert, welche als Protagonistin und Ich-Erzählerin auftritt. Dadurch weiß man als Leser stets genauso viel wie Clare - und das ist nicht viel! Ganz selten kann sie mal eine Erinnerung greifen, aber das meiste in ihrem Leben liegt tief verborgen und sie hat den Zugriff darauf verloren. Ihre Verwirrtheit und auch ihre Angst werden deutlich und authentisch präsentiert. Wem kann man glauben, wenn man niemanden wiedererkennt? Weder die gute Freundin, noch den Portier oder den eigenen Ehemann. Wenn diese dann auch noch widersprüchliche Informationen abgeben und versuchen einen zu manipulieren, dann ist man endgültig verloren und auf sich allein gestellt.

Clare muss ständig alles und jeden in Frage stellen. Sobald sie sich entschieden hat jemandem zu vertrauen, erfährt sie neue Informationen oder es gibt eine Wendung, die dieses Vertrauen wieder erschüttern. Wer ist tatsächlich auf ihrer Seite und wer will sie nur für seine Zwecke missbrauchen? Wem darf sie trauen und wer lügt sie nur an? Nur langsam fügen sich die Puzzlestücke zusammen und der Leser fiebert von Anfang an mit. Nach vielen Wendungen gibt es dann ein zufriedenstellendes Ende, das Antworten auf alle Fragen bietet.


Fazit: Ein intelligenter, spannungsgeladener Thriller, der sich sehr gut lesen lässt und der mit seiner Thematik um Wissenschaft und Psychologie zu fesseln vermag. Ganz klar spreche ich für diesen Roman eine Leseempfehlung aus.

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (12. Dezember 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453418336
  • ISBN-13: 978-3453418332
  • Verlag:


1 Kommentar:

  1. Hallo Claudia,
    das klingt wirklich sehr spannend und bisher habe ich nur solche super Bewertungen gelesen. Das Buch werde ich mir auf jeden Fall merken.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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