Montag, 30. Januar 2017

[Rezension] King, Wesley - Daniel is different

Daniel ist anders und das ist das Schlimmste, was einem Dreizehnjährigen passieren kann, denn am liebsten wäre Daniel wie alle anderen und möchte nicht aus der Masse herausstechen. Doch er hat komische Angewohnheiten, die sein ganzes Leben bestimmen. Zwänge und Routinen, der er immer wieder durchspielen muss. Trotzdem kommt er einigermaßen mit seinem Leben klar, bis er plötzlich mit Psycho-Sara einen Mord aufklären muss.




Daniel weiß, dass er anders ist. Aber er will es am liebsten verdrängen. Er vertraut sich niemandem an, denn er vermutet, dass nur er unter Panikattacken, Angstzustände und Zwangsstörungen leidet. Niemand soll wissen, was in ihm vorgeht, damit er keinen Beweis dafür liefert, dass er tatsächlich anders ist. Der Roman hat autobiografische Züge und da er aus der Ich-Erzähler-Perspektive des Protagonisten Daniel geschrieben wurde, erlebt man eine authentische Schilderung und kann sich Daniels Leben sehr gut vorstellen. Neben Daniel ist Sara noch eine sehr wichtige Figur im Roman. Beide Charaktere haben mir ausgesprochen gut gefallen und wurden detailliert ausgearbeitet.

Als Leser erfährt man aber nicht nur sehr viel über ein Leben mit Zwangsstörungen, sondern Wesley King webt noch drei weitere Handlungsstränge ein. Der überflüssigste ist meiner Meinung nach, wie Daniel als unsportlicher Junge plötzlich Football spielen muss und zum Helden wird. Das ist einfach sehr klischeehaft. Daniel geht es besser, wenn er Geschichten schreibt und so arbeitet er an einem Roman, der in "Daniel is different" auch kapitelweise zu lesen ist. Eine Geschichte in der Geschichte quasi. Dieser Part ist auch nicht zwingend notwendig, lässt sich aber gut lesen und Daniel beschreibt seine Hauptfigur so, wie er gerne wäre. Somit erlangt man ein paar weitere Einblicke in sein Leben. Der letzte Handlungsstrang ist eine Art Kriminalfall, denn ein Mord muss aufgeklärt werden. Dieses war spannend und hat mich gut unterhalten. Auf den knapp 300 Seiten wird dem Leser also ziemlich viel geboten, wobei die Zwangserkrankung stets im Vordergrund steht.

Der Roman lässt sich flüssig lesen und ich finde es wichtig, dass sich Jugendliche mit diesem Thema auseinandersetzen - unabhängig davon, ob sie auch mit Zwangserkrankungen zu kämpfen haben oder nicht. Die Thematik wurde interessant und authentisch zu einem unterhaltsamen Jugendroman aufgearbeitet.

Eigentlich verliere ich über ein Cover selten ein Wort, aber dieses hier spricht mich total an. Die Farbkombination aus Blau und Schwarz auf weißem Grund und das Zahlenwirrwarr sehen zusammen einfach nur toll aus. Außerdem haben die Zahlen eine wichtige Bedeutung in diesem Roman. Zusätzlich sind Titel und Autor geprägt und lassen sich daher erfühlen.

Fazit: Ein absolut lesenswerter Jugendroman über das Leben mit Zwangsstörungen und einem tollen Protagonisten, der irgendwie versucht durchs Leben zu stolpern - ohne das andere merken, dass er anders ist.

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Magellan (18. Januar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734847109
  • ISBN-13: 978-3734847103
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre


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