Samstag, 14. Januar 2017

[Rezension] Martens, Anna - Blinde Schatten

Johanna Gerke ist Goldschmiedin. Als sie eines Abends brutal überfallen wird, liegt der Verdacht nahe, dass es ein Raubüberfall war. Doch die ersten Spuren deuten darauf hin, dass der Täter nicht an Geld oder Juwelen interessiert zu sein schien. Der Täter stammt daher wahrscheinlich aus ihrem persönlichen Umfeld. Doch wer sollte sie töten wollen? Johanna kann sich an nichts erinnern, selbst die Erinnerungen der letzten Wochen und Monate vor dem Überfall sind sie verschwunden. Würde sie dennoch den Täter erkennen, falls sie ihm gegenüber stehen sollte, oder schwebt sie täglich in Gefahr?


„Blinde Schatten“ ist der dritte Roman von Anna Martens, der im Midnight Verlag erschienen ist. Dieses Werk fängt ziemlich spannend an und ließ einen guten Psychothriller vermuten. Johanna ist die Ich-Erzählerin und Protagonistin des Romans und schnell konnte ich mich in ihre Gefühlswelt hineinversetzen. Der Überfall und die anschließende Amnesie setzen ihr sehr zu. Als sie dann noch erfährt, dass sehr wahrscheinlich jemand aus ihrem privaten Umfeld den Mordanschlag verübt hat, ereilen sie Panikattacken und ihr Misstrauen gegenüber den Mitmenschen steigt ins Unermessliche.

Leider ist es Martens nicht gelungen den Spannungsbogen konstant hochzuhalten. Die Handlung zieht sich etwas in die Länge und bis zu einem gewissen Grad war es interessant zu lesen, wie die Protagonistin ihren Mitmenschen abwechselnd Vertrauen und Misstrauen entgegen brachte, da sie selbst nicht wusste, wem sie trauen kann. Dieses wurde jedoch für meinen Geschmack zu stark ausgereizt. Irgendwann war es leider etwas „nervig“, wie sie stets vom einem Extrem ins andere umschwenkte.

Der Großteil des Romans wird aus der Johannas Sicht erzählt. Einige kurze Kapitel werden jedoch aus Sicht des Täters geschildert. Leider gab es recht früh einen (unabsichtlichen?) Hinweis auf die Identität des Täters. So wurden zwar recht viele Personen als möglichen Täter ins Spiel gebracht, aber ich war mir halt durchgängig sicher, wer es war und so ging es dann auch aus. Das war natürlich etwas kontraproduktiv für die Spannung.

Fazit: Wie alle Anna Martens Thriller habe ich diesen Roman gerne gelesen, aber mir hat es nach anfänglicher Spannung leider an Nervenkitzel gefehlt und Johannas ständiges Hin und Her war irgendwann etwas anstrengend. Daher vergebe ich 3,5 Sterne.

  • Format: eBook
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 316 Seiten
  • Verlag: Midnight (2. Dezember 2016)
  • Sprache: Deutsch



1 Kommentar:

  1. Hi Claudia,
    das Buch klingt eher wie ein Thriller, als wie ein Psychothriller. Schade, dass die Autorin die Spannung nicht aufrecht erhalten konnte!

    Liebe Grüße
    Jessi

    AntwortenLöschen