Freitag, 24. März 2017

[Stefanies Rezension] Leary, Ann - Das Haus der Hildy Good

Gastrezension von Stefanie

Unspektakulär, aber 'good'!

„Das Haus der Hildy Good“ ist ein zeitgenössischer Roman, der gar nicht einfach zu beschreiben und zu bewerten ist. Als Leserin habe ich erst etwas anderes erwartet, während des Lesens habe ich dann gar nichts mehr erwartet. Zunächst sollte man vielleicht sagen, dass weder das Titelbild, das die junge Hildy Good zeigt, die nun aber schon recht alt ist, noch der Titel, der nicht sehr aussagekräftig ist, wirklich passen. Der Originaltitel „The Good House“ ist wenigstens noch etwas zweideutig, aber da man dies nicht übernehmen konnte, hätte man hier auch ganz abweichen können. Der dritte Kritikpunkt ist der innere Klappentext des Buches, der eine Begebenheit verrät, die auf den letzten ca. 60 Seiten passiert. Als Leser weiß man dies aber schon und wartet permanent darauf.

Zum Inhalt: Hildy Good ist als Immobilienmaklerin von Wendover in Neuengland eine der besten Geschäftsfrauen der Stadt. Abends aber ist sie einsam und trinkt zuhause allein. Ihre Töchter sind erwachsen, ihre Familie ist zerbrochen. Erst in der zugezogenen Rebecca scheint sie eine Freundin gefunden zu haben. Doch dann kommen allerlei Geheimnisse über Rebecca und andere ans Licht, und nichts ist mehr, wie es war. Das kleine Städtchen Wendover, in dem die Welt noch in Ordnung scheint, wird durch verschiedene Vorkommnisse aufgerüttelt, während Hildy eine alte Liebe wieder entdeckt.

Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht, um während der ersten Seiten das Buch irgendwie einzuordnen. Es werden immer mehr Bewohner der Stadt sowie Zugezogene vorgestellt, aber die Handlung will nicht so recht in Gang kommen. Dennoch hat mich das Buch dazu bewogen, immer weiter zu lesen; man verabschiedet sich bald von dem Gedanken, es müsse doch mal etwas passieren. Es passiert erst wirklich etwas auf den letzten Seiten. Vorher schwelgt das Buch oder seine Protagonistin in Anekdoten und Erinnerungen, und es werden zwischenmenschliche Beziehungen beleuchtet. Dennoch ist das Buch alles andere als langweilig, sondern es ist richtig gut! Für mich ist dieses Buch herausragende Literatur, die nicht von einem Spannungsbogen, sondern von einem detaillierten Psychogramm der Hauptfiguren und vom Lokalkolorit der Gegend lebt. Ich mag solche Literatur, kann mir aber auch vorstellen, dass der eine oder andere Leser dieses Buch nicht beenden wird.

Fazit: Es ist, wie gesagt, schwer, dieses Buch zu bewerten. Ich werde es auf jeden Fall in mein Behaltregal stellen und vielleicht wieder einmal lesen. So müsste ich eigentlich 5 Sterne vergeben, aber irgendwie fehlt noch ein gewisses Etwas, und der Klappentext mit der Vorhersage für die letzten Seiten müsste unbedingt geändert werden. So erhält „Das Haus der Hildy Good“ 4,5 Sterne, ich gebe dann insgesamt vier!

  • Broschiert: 336 Seiten
  • Verlag: Droemer TB (1. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426305704
  • ISBN-13: 978-3426305706
  • Verlagsgruppe:


Liebe Grüße,
Claudia

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