Dienstag, 23. Mai 2017

[Die Story hinter dem Buch] Andreas Föhr - Schwarzwasser


heute:



Andreas Föhr - Schwarzwasser

 




Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle meinen Anwaltskrimi „Eisenberg“ vorgestellt. Dieses Mal ist es wieder ein Tegernsee-Krimi mit den Polizeiprotagonisten Wallner und Kreuthner – „Schwarzwasser“. Mit meinem Verlag (Droemer Knaur) habe ich vereinbart, dass es im jährlichen Wechsel immer einen Wallner/Kreuthner und einen Eisenberg geben wird.

Worum geht´s?

In einem abgelegenen Haus findet man die Leiche eines älteren Mannes (Klaus Wartberg). Er wurde in seinem Bett erschossen. Im Haus trifft die Polizei auch auf eine junge Frau (Lara Evers). Sie hat die Tatwaffe in der Hand und feuert sogar einen Schuss auf Kreuthner ab. Evers ist verwirrt und weiß nicht mehr, was passiert ist – oder behauptet das jedenfalls. Anscheinend hat sie Wartberg getötet. Die Frage ist: warum?

Und noch etwas erweist sich als äußerst merkwürdig: Der Tote selbst. Wartberg scheint kein Vorleben gehabt zu haben. Er tauchte vor etwa 10 Jahren wie aus dem Nichts im Landkreis auf, kaufte das Haus und lebte seitdem als unauffälliger Bürger. Es gibt aber weder Verwandte noch Freunde. Der Mann hat auch nicht studiert und in keine Rentenkasse eingezahlt. Als Wallner der Sache auf den Grund geht, stellt sich heraus, dass ein Klaus Wartberg nie existiert hat. Das Mordopfer war jemand anderer. Aber wer? Und warum nahm er eine falsche Identität an?

Die Ermittlungen führen Wallner und seine Leute zurück in das Jahr 1996 zu einem Wirtschaftsskandal in Berlin. Damals ging die Immobilienfirma Schwarzwasser auf spektakuläre Weise bankrott.

Daneben gibt es natürlich auch eine Menge Neues von Kreuthner und Wallners Opa Manfred. Und – Wallners Vater Ralf kommt zurück in die Heimat, fast vierzig Jahre nach seinem Verschwinden.


Warum diese Geschichte?

Was den privaten Strang mit Wallners Vater angeht, so fand ich es im siebten Band der Reihe an der Zeit, dass sich Vater und Sohn endlich begegnen. Wallners Vater Ralf war 1977 auf Montage nach Venezuela gereist und seither hat man nichts mehr von ihm gehört. Zu der Zeit war Wallner acht Jahre alt. Erst 2014 in „Wolfsschlucht“ erfährt Wallner auf Umwegen, dass sein Vater noch lebt, aber offenbar keinen Kontakt mit dem Rest der Familie haben will. Ich war selbst gespannt, was bei diesem Zusammentreffen passieren würde. Was sagst du zu deinem Vater, der vor fast vierzig Jahren einfach aus deinem Leben verschwunden ist? Und was war der Grund für das Verschwinden?

Genauso spannend fand ich die Vorstellung, einen Toten zu finden, den es eigentlich gar nicht gibt. Jemanden, der eine andere Identität angenommen hat, und die Polizei muss erst herausfinden, wer der Tote in Wirklichkeit war. Diese wahre Identität wird natürlich der Schlüssel zur Lösung des Falles sein. Auch in Schwarzwasser gibt es, wie oft in meinen Büchern, eine ausführliche Backstory. Vorliegend geht es um einen Anwalt im Berlin des Jahres 1996, der sich mit einem Kriminellen enger einlässt, als er sollte. Als der Anwalt die Notbremse zieht, ist es zu spät. Hier kommt ein bisschen Autobiographisches zum Tragen. Nicht dass ich mich in meinem Leben als Anwalt mit Verbrechern eingelassen hätte (obwohl der Hauptmandant der Kanzlei tatsächlich später für mehrere Jahre ins Gefängnis musste). Aber man ist sich als Anwalt natürlich dessen bewusst, dass man es nicht nur mit braven Normalbürgern zu tun hat. Vor allem als Strafverteidiger nicht. Da besteht das Gros deiner Klientel naturgemäß aus Kriminellen. Es ist oft ein Balanceakt, die Interessen dieser Mandanten zu vertreten, ohne in ihre Machenschaften hineingezogen zu werden. Selbst in Zivilverfahren war ich da manchmal schon hat an der Grenze. Wäre ich Anwalt geblieben – wer weiß, ich welche Gewissenkonflikte ich noch geraten wäre. Der Anwalt in Schwarzwasser gerät freilich nicht nur in Gewissenskonflikte, sondern ihm droht die berufliche und physische Vernichtung. Das ist die normale anwaltliche Konfliktsituation ins Extreme weitergedacht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es ähnliche Fälle durchaus gibt.

Ich hoffe, meine Leser werden wieder einige spannende (und auch lustige) Stunden mit Wallner, Kreuthner, Manfred & Co. verleben. Inzwischen sitze ich schon mal am zweiten „Eisenberg“.

geschrieben von
Andreas Föhr



  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (1. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426654210
  • ISBN-13: 978-3426654217





Liebe Grüße,
Claudia

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