Montag, 29. Mai 2017

[Stefanies Rezension] Barrie, David - Sextant: Die Vermessung der Meere

Gastrezension von Stefanie



Die Geschichte der großen Seefahrer

Im ersten Teil von David Barries „Sextant – Die Vermessung der Meere“ habe ich mich wirklich schwer getan. Das Buch konnte mich einfach nicht packen. Zu wenig verstehe ich auch vom Umgang mit einem Sextanten, als dass ich wirklich den Erklärungen und Berechnungen hätte folgen können. Doch mit ein wenig Durchhaltevermögen und Dranbleiben beim Lesen entwickelt sich das Buch doch noch zu dem, was ich mir vorgestellt hatte: Es ist im Prinzip die Geschichte der großen Entdecker, Vermesser und Seefahrer, die ja früher alle mit Sextanten arbeiten mussten. Außerdem hat der Autor gut recherchiert und dem Buch noch einen eigenen, persönlichen Rahmen gegeben. Ein Glossar und ein Quellennachweis runden das Buch ab.

Zum Inhalt: David Barrie kam schon als Kind mit dem Segeln und dem Sextanten in Berührung. Als Jugendlicher hatte er dann 1973 die Gelegenheit, mit zwei weiteren Seglern den Atlantik von USA/Kanada nach Großbritannien zu überqueren. Das GPS war noch nicht auf dem Markt, die Segler navigierten mit Sextant und Astronavigation. Diese Reise ist der Rahmen für das Buch „Sextant“, in dem der Autor sich mit der Geschichte der Astronavigation und der Geschichte der Navigation auf dem Meer im Allgemeinen auseinandersetzt. Größtenteils ist dies dann aber auch die Geschichte der großen Vermesser und Seefahrer wie Captain Cook, Bougainville, La Pérouse, Flinders, Vancouver, Shackleton, Joshua Slocum und vieler anderer.

Das Lesen fiel mir anfangs sehr schwer, da ich selbst nicht segele und ich mir einige Dinge schwer vorstellen kann, vor allem die Methoden der Berechnungen. Mich interessieren mehr die Fahrten der große Seemänner, die Entdeckungen, die Härte ihrer Überfahrten und ihr Überlegen trotz aller Widrigkeiten. Ohne den Sextanten jedoch wären alle diese Fahrten kaum möglich gewesen. Nachdem man ca. ein Drittel des Buches gelesen hat, kommen dann diese großen Männer ins Spiel, und obwohl man vieles über sie schon weiß, wenn man sich etwas für das Thema interessiert, fand ich die Zusammenstellung in diesem Buch sehr interessant. Bei Shackleton am Schluss wird es sogar dann mal richtig spannend, obwohl ich auch schon wusste, wie das Abenteuer der Männer im Packeis ausgehen würde. Vorstellen kann man sich das kaum.

Meine Bewunderung gilt den großen Männern, die so viel auf sich genommen haben, um die Welt zu entdecken und dem Fortschritt zuzuarbeiten. Sicher war dies nicht für alle positiv, aber besonders fällt auch auf, dass das Leben fast aller dieser Männer auch kein gutes Ende nahm.

Das Buch ist ein Sachbuch, das vom Autor exzellent recherchiert wurde. Es mutet etwas an wie eine wissenschaftliche Arbeit. Der Autor selbst ist ebenso ein sehr interessanter Schriftsteller, der nicht nur Segler, sondern auch Schmetterlingsforscher und sich u.a. auch in der bildenden Kunst engagiert.

Fazit: Insegesamt ist „Sextant – Die Vermessung der Meere“ ein sehr gutes und umfassendes Buch, das unbedingt fünf Sterne verdient. Ich habe mich anfangs schwer getan und kann deshalb nur 4,5 Sterne vergeben. Am besten fasst der Klappentext zusammen, was dieses Buch eigentlich ist: „Eine faszinierende Mischung aus Wissenschaft und Heldentaten und zugleich eine Liebeserklärung an das Meer.“

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: NG Taschenbuch (1. Februar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492406122
  • ISBN-13: 978-3492406123


Liebe Grüße,
Claudia

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