Dienstag, 13. Juni 2017

[Die Story hinter dem Buch] Jutta Herrmann - Amnesia


heute:


Jutta Herrmann - Amnesia
 




Eingangs ein herzliches Dankeschön an Claudia, die mich eingeladen hat, auch meinen 3. Thriller „Amnesia – Ich muss mich erinnern“ auf ihrem Blog vorzustellen.

Damit ihr eine ungefähre Vorstellung bekommt, wovon der Thriller handelt, hier erst mal eine kurze Inhaltsangabe:

Als Helen die schockierende Diagnose Krebs im Endstadium erhält, wagt sie den Schritt, Berlin zu verlassen und Zuflucht in der alten Heimat bei ihrer Familie zu suchen. Sie hofft, sich endlich mit ihrer Mutter aussöhnen zu können, zu der sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis hat. Schon bald nach ihrer Ankunft muss sie feststellen, dass ihre schwangere Schwester von Ehemann Leon gedemütigt und misshandelt wird. In ihrer Angst um Kristin und das Baby spielt Helen mit dem Gedanken, Leon aus dem Weg zu räumen. Was hat sie groß zu verlieren? Aber einen Menschen töten? Ist sie dazu wirklich fähig?
Am nächsten Morgen ist Leon tot – ermordet. Und Helen fehlt jede Erinnerung an die vergangene Nacht …

Für Romane, die in der Ich-Form geschrieben sind, hatte ich schon immer eine besondere Vorliebe. Als Leserin werde ich direkt in das Geschehen hineinzogen, werde selbst zur handelnden Person, erlebe deren Gefühle und Gedanken mit einer Intensität, als wären es meine eigenen. Die durchgängige „Ich-Perspektive“ gilt gemeinhin auch als die schwierigste Erzählperspektive, da sie keinen Bruch, kein Abrutschen in eine fremde Sicht erlaubt. Die Handlungen der anderen Figuren werden aus der rein subjektiven Wahrnehmung des Ich-Erzählers / der Ich-Erzählerin geschildert. Das birgt natürlich Stoff für Missverständnisse und Fehleinschätzungen. Außerdem kann sich der Leser nie sicher sein, ob ihm die Ich-Person, der er folgt, nicht wichtige Informationen vorenthält, ihm vielleicht sogar ab und zu eine Lüge auftischt. All das hat mich ungemein gereizt, und so wird mein neuer Thriller AMNESIA durchgehend aus der Sicht von Helen in der Ich-Perspektive erzählt. Und noch etwas macht Helen zu einer außergewöhnlichen Protagonistin. Sie hat Krebs und laut Diagnose der Ärzte höchstens noch ein Jahr zu leben. Warum habe ich mich für eine krebskranke Heldin entschieden? Die Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Da muss ich etwas ausholen. Vor circa drei Jahren erkrankten einige mir sehr nahestehende Menschen an dieser schrecklichen Krankheit. Und ganz plötzlich war Krebs, eine Krankheit, die ich immer so weit wie möglich von mir geschoben habe, zu einem Thema für mich geworden, mit dem ich sehr eingehend beschäftigt habe. Laut Statistik bekommt jeder zweite Deutsche einmal in seinem Leben eine Krebsdiagnose. Das heißt, fast jeder von uns wird irgendwann mit dieser Krankheit konfrontiert. Entweder unmittelbar oder weil es einen Verwandten, einen Freund, einen guten Bekannten erwischt. So habe ich hautnah miterlebt, wie das Leben, in dem man sich eingerichtet hat, von heute auf morgen auseinanderbricht. Wie es dir von jetzt auf gleich den Boden unter den Füßen weghaut. Wie der Tod mit einem Mal nicht mehr in weiter Ferne wartet, sondern in greifbare Nähe gerückt ist. In dieser Zeit habe ich aber auch erfahren, welch ungeahnte Kräfte die Konfrontation mit einer unter Umständen tödlich verlaufenden Krankheit in einem Menschen mobilisiert, wie stark der Wille zu überleben in so einer Situation ist, und dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf. Ich weiß, dass nicht jeder dieses kräftezehrende Gefecht gewinnen kann. Aber die Chancen, die Krankheit zu besiegen, sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Diagnose Krebs bedeutet noch lange nicht zwangsläufig den sicheren Tod. Und auch Ärzte sind in ihren Diagnosen fehlbar.


Die Krankheit und ihre Auswirkungen, psychisch wie physisch, haben mich über lange Monate hinweg begleitet und der Drang, meine Erfahrungen zu Papier zu bringen, wurde immer stärker. Und so wurde Helen „geboren“. Aber funktioniert das überhaupt? Ein Thriller mit einer krebskranken Protagonistin? Meine Testleser haben einstimmig „ja“ gesagt, und ich hoffe, dass meine Leser der gleichen Meinung sein werden.

geschrieben von
Jutta Herrmann


  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426519976
  • ISBN-13: 978-3426519974






Liebe Grüße,
Claudia

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