Dienstag, 25. Juli 2017

[Die Story hinter dem Buch] Maxian, Beate - Die Prater-Morde

heute:


Maxian, Beate - Die Prater-Morde

 



Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich den Prater als Schauplatz für einen Krimi mit meiner Sarah Pauli auswählte. 2016 (damals begann ich an „Die Prater-Morde“ zu schreiben) feierte man den 250. Geburtstag des Praters, er war daher permanent in den Medien präsent. Der Prater ist so vieles: Vergnügungspark, Naherholungsraum, Naturschutzgebiet, Wirtschaftsraum, aber auch sozialer Brennpunkt, Drogenumschlagplatz und Treffpunkt dunkler Gestalten. Das hat mich inspiriert. 

Um ein Gefühl für die Gefährlichkeit und die Probleme dieser Gegend zu bekommen, traf ich mich mit dem leitenden Polizeibeamten, der unter anderem für den Prater zuständig ist. Das Gespräch war sehr spannend und aufschlussreich. Danach fuhren meine Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes Karussell. Ich überlegte tagelang, wie der Roman beginnen und welches Thema er vordergründig behandeln soll: Prostitution? Drogen? Gewaltdelikte? Obdachlosigkeit? Das alles gehört zum Prater, wie das Riesenrad. Ich suchte nach der, für mich, perfekten Geschichte. Denn wer mich und meine Krimis kennt, der weiß, dass es mir nicht nur um die Lösung eines Verbrechens geht oder man miträtseln kann. Das ist mir zu wenig Herausforderung. Mich interessieren die Menschen und ihre Schicksale, daher mache ich mir generell über die Figuren große Gedanken. Zudem will ich Probleme unserer Zeit aufzeigen, sozial- und gesellschaftskritische Aspekte einbauen. Dafür hat sich der Prater als wunderbares „Spielfeld“ erwiesen. 

Während der Nachdenk-Phase bekam ich zufällig eine aktuelle Studie über das Suchtverhalten der Österreicher in meine Hände und plötzlich hatte ich den Anfang des Krimis im Kopf. (Den optimalen Einstieg zu finden, ist für mich persönlich wichtig). Ein Sandler (dt. Penner) sitzt auf einer Parkbank und trinkt aus einer Schnapsflasche, die ihm ein Gönner schenkt. Kein unübliches Bild im Prater, aber für mich Sinnbild dafür, dass man gerade in dieser Gegend gleichermaßen auf Arm und Reich stößt. Während die einen Erholung oder Vergnügen suchen, können die anderen nur davon träumen, wieder einmal in einem richtigen Bett zu schlafen. Inmitten dessen wickeln Verbrecher ihre Geschäfte ab. Das sind doch echt inspirierende Situationen für eine Krimiautorin.
Jedenfalls trifft Sarah Pauli in „Die Prater-Morde“ auf die unterschiedlichsten Charaktere.

Die Recherche zu „Die Prater-Morde“ hat sich mit der zu meinem Roman „Die Frau im hellblauen Kleid“ überschnitten oder besser gesagt, ergänzt. Am Praterstern befand sich einst der Nordbahnhof (größte Bahnhof der Habsburgermonarchie). Von dort fährt eine meiner Figuren in meinem Roman im Jahr 1930 von Wien nach Berlin.

geschrieben von 
Beate Maxian



  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (17. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442484715
  • ISBN-13: 978-3442484713




Liebe Grüße,
Claudia

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