Freitag, 28. Juli 2017

[Stefanies Rezension] Punke, Michael - Die letzten Bisons

Gastrezension von Stefanie


Die Geschichte von Ausbeutung und Schutz des amerikanischen Westens

Wer die Natur des amerikanischen Westens, insbesondere auch den Yellowstone Nationalpark, liebt, noch dazu auch Interesse für die Entstehung der Nationalparks und die Ausbeutung und Besiedlung des Westens (westward movement) aufbringt, der ist mit „Die letzten Bisons – Ein Mann und sein Kampf für den amerikanischen Westen“ von Michael Punke bei einem Lieblingsbuch gelandet. Das Sachbuch des amerikanischen Autors hat mich überzeugt, richtet sich aber eher an ein spezielles Publikum. Und auch, wenn mir vieles nicht neu war, ist es ein großer Unterschied, ob man die Dinge als geschichtliche Fakten schon einmal gehört hat oder hier im Zusammenhang eindringlich präsentiert bekommt.

Zum Inhalt: Im Mittelpunkt des Sachbuchs stehen drei Dinge: der Bison und seine Fast-Ausrottung, der Wissenschaftler und Verleger George Bird Grinnell sowie die langwierige Entstehungsgeschichte des Yellowstone Nationalparks, der trotz seiner frühen Gründung lange nicht das war, was die Naturschützer sich vorgestellt hatten. Das Buch widmet sich erst der Jugendzeit Grinnells, der zusammen mit den Audubons groß geworden ist und dann auch die berühmte 'National Audubon Society' gegründet hat. Während diese heute noch die Vogelschutzgesellschaft der USA schlechthin ist, muss ich gestehen, dass ich von Grinnell, dem wahren Retter des natürlichen amerikanischen Westens, noch nie gehört habe, was sehr schade ist.

Schließlich geht es um die Bisonjagd, deren Blutrausch bereits von John Williams im Roman „Butcher's Crossing“ sehr eindringlich beschrieben wurde. Auch die Indianer werden hier thematisiert, die durchaus auch ihren Nutzen aus der kommerziellen Bisonjagd für den weißen Mann zogen, bevor ihnen schließlich die Lebensgrundlage entzogen wurde.

Der letzte und auch längste Teil des Buches beschäftigt sich dann mit der Gründung des Yellowstone und dem Versuch, Teile der Naturlandschaft zu schützen, was fast komplett misslungen wäre. Letztendlich ist es vor allem George Bird Grinnell zu verdanken, dass es noch Wildnis im amerikanischen Westen gibt. Die Ausrottung des Büffels zugunsten von Kommerz und Bereicherung und die komplette Zerstörung der Natur zugunsten einer flächendeckenden Besiedlung des Westens waren den meisten schlichtweg egal.

So ist hier ein Buch entstanden, das sich teilweise spannend wie ein Krimi liest, das aber auch so seine Längen hat. Eindrucksvolle schwarz-weiß-Fotographien beleben die Vorstellungskraft des Lesers. Der Autor hat viel Zeit und Energie in dieses Buch investiert, das wie eine wissenschaftliche Arbeit alle Belege zu den Zitaten liefert und auch noch altes Kartenmaterial zeigt. Für mich hätte noch ein kleiner Abriss in Form eines Zeitstrahls dabei sein dürfen.

Fazit: Für mich ist dieses Buch ein kleiner Schatz, der auf jeden Fall in meinem Bücherregal bleiben darf, denn man kann sicher einzelne Teile immer wieder lesen. Ich habe mir auch schon ein Vorgängerbuch von Michael Punke bestellt und werde diesen Autor, der über eines meiner Lieblingsthemen, den amerikanischen Westen, schreibt, im Auge behalten.

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Malik (3. April 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3890294499
  • ISBN-13: 978-3890294490
  • Verlagsgruppe:

Liebe Grüße,
Claudia

1 Kommentar:

  1. Hallo Stefanie und Claudia,

    eine wunderbare Rezension, die ich gern gelesen habe.
    Dieses Buch klingt interessant und wäre auch etwas für mich. Die Amis und ihr Natur-/ bzw. Umweltschutz ist immer ein schwieriges Kapitel.

    Liebe Grüße
    Barbara

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