Samstag, 19. Februar 2011

[Rezension] Berger, Valentina - Der Augenschneider

Heinz Martin ist Gerichtsmediziner in Wien. In der letzten Zeit muss er wiederholt bestialisch verstümmelte Frauenleichen sezieren, denen u.a. die Augen bei lebendigem Leibe heraus geschnitten wurden. Da es sich außerdem immer um den gleichen Typ Frau handelt, geht er von einem Serienmörder aus. Der Ermittler Moser will dieses aber nicht wahrhaben. Als dann auch noch die Schwester von Heinz Martin in den Händen des Killers geraten zu sein scheint, wendet sich der Gerichtsmediziner an seinen alten Freund, Ermittler Wagner. Zusammen wollen sie seine Schwester retten und die grausame Mordserie beenden.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der dem Täter gewidmet ist. Auf den ersten Seiten kann der Leser somit hautnah erfahren, was der Mörder seinen Opfern antut und wird sofort ins Geschehen geworfen, was mir richtig gut gefällt. Nun beginnt auf 286 Seiten die Jagd nach dem Serientäter, deren Weg mit etlichen Leichen gepflastert ist.

Mir gefällt der Schreibstil des Debütromans von Valentina Berger richtig gut. Er ist flüssig zu lesen, lässt einen nie stocken und vermag es die Geschichte "rund" wirken zu lassen. Dadurch dass die Autorin ständig Perspektivewechsel einbaut, der Fokus also abwechselnd auf alle Protagonisten gesetzt wird, werden die Charaktere näher beschrieben, man erfährt etwas von ihrem Privatleben  und das sorgt wiederum dafür, dass man deren Handlungen und Denkweisen sehr gut nachvollziehen kann. Des Weiteren kann sich der Leser dadurch reale Personen vorstellen, deren Vergangenheit und Gedanken er kennen lernt. Es ergibt sich somit ein gutes, stimmiges Gesamtbild.

Man kann dem Roman höchstens eine Sache vorwerfen und das ist der Spannungsfaktor. Die Geschichte um den Augenschneider schreit förmlich nach Psychothriller. Die Umsetzung lässt meiner Meinung nach aber eher auf einen Krimi schließen. Sehr schnell weiß man, warum der Augenschneider Augen sammelt. Es wäre spannender gewesen, dieses erst am Ende aufzulösen. Da ich aber auch gerne Krimis lese, hat mich das nicht allzu sehr gestört, aber ich kann mir vorstellen, dass einige Psychothriller-Fans evtl. ein kleines bisschen enttäuscht sein werden. Vielleicht vermag es Valentina Berger in ihrem Fortsetzungsroman "Das Liliengrab", welcher im September 2011 erscheinen wird, das Spannungsniveau auf das eines Psychothrillers anzuheben, denn  in der Fortsetzung bekommt es der Gerichtsmediziner Heinz Martin erneut mit einem Serienkiller zu tun.

Fazit: Ich habe das Buch an einem Tag gelesen, die Grundidee ist super spannend, die Umsetzung gut gelungen und der Schreibstil klasse. Für einen Psychothriller hätte ich mir aber ein bisschen mehr Spannung erhofft.

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag GmbH (12. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492258123
  • ISBN-13: 978-3492258128 

Ich bedanke mich ganz ♥-lich beim Piper Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar und bin schon sehr auf den Fortsetzungsroman "Das Liliengrab" gespannt.

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