Freitag, 25. Februar 2011

[Rezension] Giles, Gail - Der erste Tod der Cass McBride

Cass McBride ist eins der beliebtesten Mädchen in ihrer Highschool. Eines Tages erwacht sie, umgeben von Holzwänden. Nach und nach erhält sie die Erkenntnis - sie wurde lebendig begraben. Die einzige Verbindung zur Erdoberfläche bietet ein Walkie-Talkie. Über dieses informiert sie Kyle, dass er der Bruder von David sei, welcher vor 2 Tagen Cass um ein Date bat und abblitzte. Einen Tag später findet man ihn - erhängt an einem Baum. Kyle gibt Cass die Schuld für Davids Selbstmord und will sie leiden sehen, genau wie sein Bruder leiden musste. Für die alarmierte Polizei beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ...

Der Roman wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. In der Gegenwart liegt der Fokus auf Kyle, der sich im Verhörraum der Polizei befindet und dort alles gesteht. Jedoch wartet die Polizei immer noch vergebens darauf zu erfahren, wo er Cass begraben hat und ob sie noch lebt. Die Kapitel aus Bens Sicht, beziehen sich auf die Vergangenheit, während er als Polizist versucht herauszufinden wer für Cass' Entführung  verantwortlich ist und wo sie sich befindet. Der letzte Fokus, ebenfalls vergangenheitsbezogen, ruht auf Cass, die unter der Erde begraben liegt, sich manchmal mit Kyle über das Walkie-Talkie unterhält, aber auch oft mit ihren eigenen Gedanken und Befürchtungen allein gelassen wird.

"Jemand, den ich kannte, hatte mich in eine stockdunkle Kiste gesperrt und wollte, dass ich schrie. Er wollte, dass ich Panik hatte." (Seite 30)
Gail Giles vermag es hervorragend ihre Charaktere zu beschreiben. Der Leser erhält ein komplettes Bild über die Hauptpersonen, wie ihre Vergangenheiten war, wie ihre Persönlichkeiten aktuell sind und vor allem, warum sie so geworden sind, wie sie sind und eigentlich keine Wahl hatten, obwohl sie sich natürlich bewusst für ihre Handlungen entschieden haben. In diesem Roman erfährt man, dass die Opfer nicht in allen Lebenslagen die Opfer sind, dass die Schuldigen nicht an allem Schuld haben und das es im Leben nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern vor allem auch hinter die Fassade geschaut werden sollte.

Der Roman ist als wunderschöne Hardcover Ausgabe erschienen. Besonderes Augenmerk möchte ich dabei auf den Schutzumschlag legen, da dieser ein "Loch" hat und somit das eigentliche Cover ein Zusammenspiel aus dem Schutzumschlag und dem bedruckten Hardcover ist. Eine witzige Idee, die wirklich sehr schick aussieht. Lediglich beim Bücher im Regal hin und her schieben muss man etwas aufpassen, dass es nicht einreißt.

Fazit:  Giles Gail schafft es dem Leser selbst ein beklemmendes Gefühl zu geben, obwohl dieser z.B. auf einer schönen Couch oder im Bett liegt und nicht in einer kleinen Holzkiste gefangen ist. Wäre es ein Roman für Erwachsene, hätte ich 4 von 5 Sternen vergeben, da aus dem Material noch mehr Spannung hätte stehen können/müssen, aber für ein Jugendbuch fand ich es klasse und vergebe daher alle 5 Sterne.

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (5. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522201264
  • ISBN-13: 978-3522201261
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 15 - 17 Jahre

Ich bedanke mich ganz ♥-lich beim Thienemann Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar.



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