Dienstag, 15. März 2011

[Rezension] Mous, Mirjam - Boy 7: Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst

Stell' die folgende Situation vor:
Du kommst zu dir und weißt nicht wo du bist, wer du bist, wie du auf diese Grasebene gekommen bist, woher du die Schürfwunden hast und auch sonst fehlt jegliche Erinnerung. Das einzige was du findest ist ein Rucksack, den du verzweifelt nach Indizien durchsuchst. Aber er enthält keinen Ausweis, nichts persönliches. Allerdings findest du ein Handy und ein kleiner Hoffnungsschimmer keimt auf. Woher solltest du auch wissen, dass alle Kontakte im Handy gelöscht sind und du lediglich eine  von dir selbst verfasste Mailbox-Nachricht vorfindest, die sagt, dass du unter keinen Umständen die Polizei anrufen darfst.

So ergeht es einem Jungen, der sich selbst erst einmal den Namen Boy 7 verleiht. Er versucht seine letzten Schritte nachzuvollziehen, um zu begreifen was genau mit ihm passiert ist. Dabei trifft er auf einige nette Menschen, die ihm selbstlos helfen, aber sind diese wirklich auf seiner Seite? Sein Vertrauen wird immer wieder erschüttert und auf die Probe gestellt. Letztendlich erkennt er: Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst.

"In einem vertrauten Umfeld achten die Leute selten oder nie auf ihre Umgebung. Wenn unser Nachbar plötzlich vom Erdboden verschwunden wäre, hätte das bestimmt jemand gemerkt. Aber als er seinen Schnurrbart abrasiert hat, ist es mir nicht aufgefallen. Der Nachbar war noch da, also dachte sich mein Gehirn den Schnurrbart von allein dazu." (Seite 158.)
Mirjam Mous hat einen Jugendthriller erschaffen, der Erwachsene genauso in den Bann zieht. Der Leser wird sofort ins rasante Geschehen geworfen, bekommt keine Zeit zum Verschnaufen und erlebt die Gefühle von Boy 7 selbst: Den Zweifel, die Hoffnung, das Misstrauen und die Gier nach Erklärungen. Man fiebert mit, möchte ihm Hilfestellungen geben und ist genauso gespannt, was mit ihm passiert ist, wie er selbst.

Der Schreibstil der Autorin ist klasse. Das Buch lässt sich flüssig lesen und die Spannung bleibt die ganze Zeit aufrecht erhalten. Die Handlungen sind alle in sich schlüssig und das Ende des Buches klärt alle Fragen auf, wofür ich der Autorin sehr dankbar bin. Die Erklärung für Boy 7's Situation finde ich erschreckend, aber leider nicht abwegig. Sie bietet definitiv Diskussionsstoff und das Buch würde sich auch als aktuelle Schullektüre eignen.

Fazit: Das Buch bietet spannende Unterhaltung und zwar nicht nur für Jugendliche. Lasst euch einfach von dem Roman fesselnd und entdeckt die erschreckende Wahrheit.

  • Broschiert: 268 Seiten
  • Verlag: Arena (Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401065629
  • ISBN-13: 978-3401065625
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 12 Jahre
  • Verlag:


1 Kommentar:

  1. Hört sich sehr gut an, werde ich bei Gelegenheit mal nach schauen. :)
    Liebe Grüße,
    Jessica

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