Freitag, 18. März 2011

[Rezension] Wortberg, Christoph - Easy

Alex ist 14 Jahre alt und sein Leben ist nicht gerade einfach. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt, er zahlt keinen Unterhalt und daher muss seine Mutter sehr viel arbeiten. Trotzdem bleibt das Geld knapp und Alex muss sich oft um seine sechsjährigen Zwillingsbrüder kümmern und seine Mutter unterstützen. Das ist für ihn aber auch selbstverständlich und kein Problem. Dann jedoch eskaliert die Situation, als seine Großmutter mütterlicherseits verstirbt, das Jugendamt plötzlich vor der Tür steht und seine Mutter 2 unbekannte Briefe erhält. Das alles bringt das Fass zum Überlaufen und am Morgen des ersten Schultages der Zwillinge ist Alex' Mutter nicht mehr in der Lage aufzustehen und sich um ihre Kinder zu kümmern, da ihr alles zu viel wird.

Der Zustand seiner Mutter verändert sich nicht und Alex versucht alles, um die Familie über Wasser zu halten. Aber wie soll er 
  • seinen Brüdern verschweigen, wie schlecht es ihrer Mutter geht?
  • es schaffen, dass das Jugendamt nicht misstrauisch wird?
  • für Lebensmittel sorgen, wenn kein Geld da ist?
  • Waschen, Einkaufen, Kochen, Putzen, die Schule besuchen?
  • es schaffen, dass seine Mutter aus ihrem Bett zurück ins Leben zu holen?
"Niemand durfte Verdacht schöpfen. Alles musste so wirken,
als wäre alles in bester Ordnung." (Seite 52)
Der Jugendroman ist großartig geschrieben. Man fühlt sofort mit Alex mit, kann teilweise mit ihm lachen, aber oft tut er einem einfach leid, denn er bürgt sich viel zu viel auf. Er wird sehr glaubwürdig präsentiert, wie er mutig, stark und tapfer sein möchte, gleichzeitig aber an der zu großen Aufgabe zu zerbrechen droht. Er unternimmt alles um seine Familie zu retten und lässt sich dafür viel einfallen und trickst sich durch etliche Alltagssituationen.

Der Schreibstil von Christoph Wortberg ist hervorragend und ich kann dem Klappentext nur zustimmen, dass Buch ist "atmosphärisch dicht erzählt, spannend". Auch wenn das Buch teilweise witzig ist und es etliche Situationen zum Schmunzeln gibt, so stimmt es einen hauptsächlich nachdenklich und traurig. Der Roman ist so realitätsnah geschrieben, dass ich überzeugt bin, dass es einigen Jugendlichen genauso ergeht wie Alex und das ist einfach furchtbar. Das Buch hat eine Altersempfehlung von 13-15 Jahren. Jüngeren Lesern würde ich es wirklich nicht empfehlen, da es schon einige brutale, "verstörende" Szenen gibt. Allerdings bin ich überzeugt, dass es auch für Erwachsene interessant ist. Mich selbst hat es jedenfalls fesseln und begeistern können.

Fazit: Faszinierendes Werk, das aufzeigt, dass der normale Alltag nicht für alle "easy" ist.

  • Taschenbuch: 238 Seiten
  • Verlag: Beltz; Auflage: 1., Lizenzausgabe (7. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783407742414
  • ISBN-13: 978-3407742414
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 15 Jahre

Ich bedanke mich ganz ♥-lich beim Beltz Verlag für dieses Rezensionsexemplar.
 

1 Kommentar:

  1. Das klingt nach einem sehr schönen Buch, werde mal die Augen offen halten!

    Und ich hab Dir was mitgebracht, auch wenn Du ihn schon hast fand ich, er gehört Dir: http://buchzeiten.blogspot.com/2011/03/mein-3-award.html

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