Donnerstag, 21. April 2011

[Rezension] Oertel, Catherine - Wohin das Schicksal uns führt

Catherine befindet sich auf einer Yacht in der Südsee. Als diese explodiert kann sie sich mit letzter Kraft auf eine Insel retten, welche weitestgehend einsam ist und nur von einem Mann namens Gerry bewohnt wird. Die beiden können sich überhaupt nicht leiden, spüren aber trotzdem eine enorme Anziehung, die sie versuchen zu ignorieren. Letzten Endes können sie sich aber nicht gegen ihre Gefühle wehren und erliegen ihrer Leidenschaft. Alles scheint perfekt zu sein, bis Gerry Vergangenheit das junge Paar einholt und alles bedroht.


Die Autorin bedient sich in ihrem Debütroman sehr vieler Klischees. Manche passen hervorragend in die Geschichte hinein, andere fand ich überflüssig. Was mir sehr gut gefallen hat war der Schlagabtausch zwischen den beiden Protagonisten Catherine und Gerry, die sich beide stereotypisch für ihre Geschlechter verhalten.  Dementsprechend findet er sie nervig und zickig und sie empfindet ihn als grob und ungehobelt. Beide kämpfen gegen ihre Leidenschaft gegen an, denn ihr Kopf sagt NEIN, aber ihre Libido schreit JA. Um sich dieser nicht hinzugeben, versuchen die beiden möglichst auf Distanz zu bleiben und so ergeben sich etliche Auseinandersetzungen, die für den Leser sehr unterhaltsam sind.

"Versonnen kaut sie auf ihrer Unterlippe. Verdammt, der Mistkerl sieht wirklich zum Anbeißen aus, wild und sexy zugleich. Wie er da so vor ihr kniet, strahlt er eine ungeheure Ruhe aus, doch sie lässt sich von dem äußeren Schein nicht trügen. Er ist ein Wolf auf der Jagd und sie das Lamm, dass er sich auserkoren hat." (Seite 45)
Wo mir das klischeehafte Verhalten von Catherine und Gerry gut gefallen hat, fand ich das klischeehafte Setting des Romans nicht so gut. Sie, jung und wunderschön, landet hilflos auf einer einsamen Insel, wo er, muskulös und reifer, sich um sie kümmert. Nach anfänglichen Diskrepanzen geben sich beide ihrer Lust hin und leben von da an quasi nur noch von Luft und Liebe, etwas Obst und ein paar Wildkaninchen. Anschließend muss sich das Blatt natürlich noch einmal wenden, das Glück muss in Gefahr geraten und das am besten gleich in Agenten-Manier. Vielleicht müssen erotische Liebesromane immer so aufgebaut sein, ich weiß es nicht, aber inhaltlich bietet das einfach nicht viel Neues für den Leser.

Der Schreibstil ist recht angenehm und das Buch lässt sich gut lesen. Dadurch, dass die Gedanken der Charaktere oft so beschrieben wurden, als wenn sie diese aussprechen würden, erhält der Leser eine direkte Verbindung zu den Protagonisten und kann genau miterleben, was sie fühlen. Die erotischen Szenen werden gut beschrieben, sie erscheinen nicht billig, aber auch nicht zu hochgestochen, sonder sehr realistisch. Die Dialoge zwischen Catherine und Gerry gefallen mir größtenteils ebenfalls, lediglich an manchen Stellen klangen sie etwas zu kitschig und ich zweifelte daran, dass sich ein gestandener Mann wie Gerry solcher Wörter / Sätze bedienen würde.

Das letzte Drittel des Romans hat dann nicht mehr die Zweisamkeit der beiden als Hauptgeschehen, sondern  der Fokus schwenkt auf Gerrys Vergangenheit, die die beiden einholt. Natürlich kommt auch in diesem neuen Szenario die Leidenschaft nicht zu kurz, aber daneben gibt es eben noch einen weiteren Handlungsstrang. Es sei noch gesagt, dass Catherine Oertel momentan an einer Fortsetzung des Romans arbeitet, die das Ende der Geschichte auch hergibt. Der zweite Teil soll etwas actionreicher werden. Ich bin gespannt, wie dieses umgesetzt werden wird.

Fazit: Das Buch ist gut für jemanden geeignet, der schön geschriebene Liebesromane mag. Wirkliche Überraschungen wird man allerdings in diesem Roman nicht finden und daher konnte es mich nicht komplett überzeugen.

  • Broschiert: 140 Seiten
  • Verlag: Triga; Auflage: 1., Auflage 2009 (Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3897746909

Ich bedanke mich ganz ♥-lich beim TRIGA Verlag für das Rezensionsexemplar.
 

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