Freitag, 29. April 2011

[Rezension] Winter, Hanna - Die Spur der Kinder

Vor 2 Jahren wurde Fionas Tochter entführt und seitdem gab es kein Lebenszeichen mehr von ihr, auch wenn ihre Leiche nie gefunden wurde. Sehr wahrscheinlich ist ihre Tochter Opfer eines Serienkillers geworden, denn Fiona hatte damals eine weiße Lilie, "das Symbol für Reinheit und Tod",  per Boten geliefert bekommen, genau wie viele andere Eltern, deren Kinder ebenfalls spurlos verschwanden. Als ein weiteres Kind vermisst wird, dass in den selben Kindergarten wie Fionas Tochter ging, kommt Kommissar Karstens noch einmal auf die Frau zu und versucht weitere Hinweis zu finden, um den Serienkiller endlich zu stoppen.

Hanna Winter zeigt bereits in ihrem Debütroman "Die Spur der Kinder", dass sie es vermag verschiedene Handlungsstränge gekonnt miteinander zu verweben. So spielen die vermissten Kinder natürlich eine übergeordnete Rolle, aber bei den Ermittlungsarbeiten werden noch weitere Geheimnisse aufgedeckt. Es gibt etliche Verdächtige, bei denen sich am Ende herausstellt, dass sie mit den entführten Kindern nichts zu tun haben, und trotzdem haben sie sich alle verdächtig gemacht, da sie versucht haben, etwas anderes zu vertuschen.

"Ich darf die Kinderchen nicht anrühren!" (Seite 200)
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und spielt an unterschiedlichen Orten. Die kurzen Unterkapitel haben alle eine Ortsangabe, was dem Leser hilft, diese sofort zuzuordnen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, so dass es sehr angenehm ist, das Buch zu lesen.

Die Autorin schafft es immer wieder die Spannung aufzubauen. So tauchen Szenen auf, in denen Menschen erkennen, wer der Täter ist, allerdings erst kurz bevor diese umgebracht werden. Der Leser hingegen bleibt im Dunkeln. Der wahre Täter wird erst gegen Ende des Buches ermittelt und selbst danach hat die Autorin noch eine weitere Überraschung parat. Das Motiv für die Entführung der Kinder war mir relativ schnell klar, da Hanna Winter bereits vorher Anspielungen gibt und mir eine davon sehr glaubhaft erschien, die sich dann tatsächlich als Motiv herausgestellte. Das war aber nicht schlimm, denn auf den Täter bin ich nicht gekommen, auch wenn zwischendurch sehr viele Personen als mögliche Entführer präsentiert wurden. Ich habe zwar auch schon Thriller gelesen, die eine konstantere Spannung besaßen, aber wie schon erwähnt wird in diesem Roman die Spannung immer wieder neu aufgebaut und besonders durch die weiteren Handlungsstränge und die Aufklärung alle Fragen am Ende hat mich das Buch gefesselt und abschließend auch überzeugt.

"Sein Herz setzt sekundenlang aus, als er erkannte, wer die andere Gestalt war, und er jäh begreifen musste, weshalb nicht nur er, sondern auch die entführten Kinder niemals gefunden werden würden." (Seite 237).
Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut. In dem Roman geht es um vermisste Kinder und das blutige Springseil passt nicht nur zur Thematik, sondern verleiht auf subtile Art ein ungutes Gefühl, vielmehr als es z.B. eine abgebildete Leiche hätte schaffen können. Der Titel und das Springseil sind auf der Vorderseite gestanzt, so dass diese durch die besondere Prägung zu erfühlen sind.




Fazit: Ein spannender Debütroman, der durch verschiedene Handlungsstränge den Leser fesselt. Ich bin schon sehr auf den Nachfolgeroman "Stirb" gespannt, der im August 2011 erscheinen wird.

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (1. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548282555
  • ISBN-13: 978-3548282558
  • Verlagsgruppe





1 Kommentar:

  1. Ich hab das Buch auch sehr gemocht. Hab's an einem Tag im Urlaub durchgelesen ;)

    Liebe Grüße!

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