Montag, 9. Mai 2011

[Rezension] Petermann, Axel - Auf der Spur des Bösen: Ein Profiler berichtet

Axel Petermann ist Kriminalhauptkommissar bei der Bremer Polizei und Deutschlands bekanntester Profiler. In seiner beruflichen Laufbahn ist er vielen spektakulären Fällen begegnet, von denen er in seinem Buch "Auf der Spur des Bösen" zwölf Verbrechen in den folgenden fünf Kapiteln vorstellt:
  • Torso - Wer verstümmelt eine Leiche?
  • Serienmord: Muster gültig - Wie werden Phantasien tödlich?
  • Bei Ankunft Mord - Blutiges Geheimnis im Zugabteil
  • Die Früchte der Forschung - Späte Gerechtigkeit
  • Beziehungstod - Was heißt hier böse?                  

Als Kriminalhauptkommissar, Mordermittler und Fallanalytiker hat Axel Petermann sehr viele Erfahrungen im Bereich der Ermittlertätigkeit gesammelt. In seinem Buch gibt er einen kleinen Einblick in sein berufliches Leben und zeigt vor allem die Komplexität der Ermittlungen auf. Seine Fälle beleuchtet Petermann von allen Seiten. So erhält der Leser Informationen über den Tatort nebst Leichenfund, die Spurensuche, das Skizzieren von Täterprofilen, die Arbeit der Pathologie, Zeugenaussagen, das Profiling, die Hintergründe zur Tat, die Tätersuche usw.

Besonders gut gefällt mir, dass der Autor in seinem Werk auf Effekthascherei verzichtet. Es wird keine künstliche Spannung aufgebaut, sondern der Fall wird sachlich und realitätsnah präsentiert. Detailliert und informativ werden die Geschehnisse beschrieben, wobei Axel Petermann auf Beschönigungen verzichtet und so auch Fehler zu gibt, denn auch ein Profiler kann sich einmal irren.

"So sollte auch dieser Fall von mir ungeahnt Kriminalgeschichte schreiben: als erste DNA-Untersuchung bei einem in Deutschland begangenen Mord." (Seite 193)
Einige Fälle zeigen auf, wie sich die Ermittlungsarbeit in den letzten Jahrzehnten verändert hat und welche Vor- und Nachteile die Einführung von Profiling und DNA-Analysen mit sich bringt. Außerdem werden dem Leser die Augen geöffnet, denn nicht jeder Fall ist so offensichtlich und eindeutig zu lösen, wie es auf den ersten Blick zu scheinen mag. Sehr interessant fand ich außerdem, dass Petermann die Täter oft Jahre später  besucht und mit ihnen erneut über die Tat gesprochen hat. Es war sehr interessant zu lesen, was die Täter im Nachhinein über ihre eigenen Taten gedacht haben.

Als jemand, der Thriller und Krimis verschlingt und etliche TV-Serien, die sich mit Profiling beschäftigen verfolgt, war mir vieles zu dem Thema bereits bekannt. Allerdings ist es toll das Thema einmal sachlich dargeboten zu bekommen. Die Fälle sind alle interessant und neben den Ermittlungen werden auch etliche Fachausdrücke fließend im Text erklärt.


Fazit: Wer einen Thriller sucht, ist mit diesem Buch an der falschen Adresse, wer aber ein flüssig zu lesendes Sachbuch über die spannende Arbeit von Profilern sucht, ist mit diesem Roman bestens bedient. Es ist definitiv lesenswert für alle, die schon immer an der Aufklärung von Mordfällen interessiert waren.

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (14. Mai 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548373259
  • ISBN-13: 978-3548373256

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