Donnerstag, 23. Juni 2011

[Rezension] Harrison, Kim - Madison Avery (1) Totgeküsste leben länger

Madison stirbt an ihrem 17. Geburtstag bei einem Autounfall. Dieser war aber kein gewöhnlicher Unfall, sondern eher eine Vollstreckung. Madisons Schutzengel hatte geschlafen und nun war sie durch einen dummen Zufall tot. Trotzdem ist sie noch auf der Erde gefangen, da sie ihrem Mörder (einem schwarzen Engel), das Amulett gestohlen hatte, welches ihr nun die Illusion eines Körpers verleiht. So ist sie für ihre Mitmenschen weiterhin das Mädchen mit den lila Haarspitzen, während sie aber eigentlich tot ist und trotzdem fürchten muss, dass die schwarzen Engel sie erneut töten - und zwar dieses Mal endgültig.

„Totgeküsste leben länger“ ist der Auftakt zur neuen Madison-Avery-Reihe von Kim Harrison. Die Kurzbeschreibung fand ich sehr interessant, da sie von einer neuen, originellen Idee dominiert wird. Der Leser wird sofort in des Geschehen hineingeworfen und bekommt erst nach und nach mit, was es mit Barnabas auf sich hat, wie Madisons Leben zurzeit aussieht und wie sie zu dem geworden ist, was sie aktuell ist. Normalerweise habe ich mit solch einer Schreibweise kein Problem, aber bei diesem Roman bin ich einfach nicht gut in die Geschichte gekommen. Madisons Unfall ist bereits einige Monate her. Somit hat sie sich schon an ihr neues, ungewöhnliches Leben gewöhnt und weiß viel mehr, als dem Leser am Anfang geboten wird. Ich habe mich oft wie Josh gefühlt. Er ist ein Freund von Madison und sie traut ihm nach einer Weile ihre ganze Geschichte an. Diese verwirrt Josh ziemlich lange und genauso ging es mir auch. Dieses hat mein Lesevergnügen leider ziemlich getrübt. Jetzt, wo ich den gesamten Roman gelesen habe, finde ich die Idee immer noch originell, aber die Art der Umsetzung leider nicht allzu gut gelungen. Das hätte man meiner Meinung nach geschickter angehen können.

"Jeder muss mal. Sterben, meine ich." (Seite 5)

Neben der interessanten Idee hat Kim Harrison auch ein paar liebenswerte Charaktere erschaffen. Madison, die ein Außenseiter in der Schule ist, aber durch ihre witzige und sarkastische Art und Weise überzeugen kann, Josh, der eigentlich ein ganz Lieber ist und für Madison da sein will oder auch Grace, ein kleiner Schutzengel, die ihre bissigen Kommentare immer in Reimform abgibt. Der Roman wird in einer jugendlichen Sprache präsentiert und passt sich damit der Zielgruppe an, allerdings wirkt dieser manchmal etwas zu sehr gewollt und übertrieben.

"Ich heiße Madison Avery und ich sage euch, es gibt da draußen mehr, als ihr sehen, hören oder fühlen könnt. Ich weiß es, weil ich es sehe, höre, fühle und lebe." (Seite 5)

Die Covergestaltung gefällt mir gut, besonders die gewählten Schriftarten sehen toll aus. Die Kapitel haben alle eine kleine Zeichnung zu Beginn und als Klappenbroschur macht das Buch schon etwas her. 

Es gibt sicherlich genügend Leser, die die Umsetzung des Romans toll finden oder sich von ihr nicht abschrecken lassen, deshalb sollte sich jeder selbst ein Bild davon machen, da die Idee dahinter auf jeden Fall überzeugen kann. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Band 2 schöner zu lesen ist, da der Charakter Madison nun bereits bekannt ist und der Leser bereits ein größeres Grundverständnis besitzt. Die Fortsetzung heißt "Madison Avery. Der Tod trägt Turnschuhe" und ist im Januar 2011 erschienen. Die Covers passen hervorragend zusammen und inhaltlich knüpft die Fortsetzung direkt an das Ende des ersten Bandes an:


Fazit: Der Auftakt der Serie konnte mich leider -trotz origineller Idee- nicht überzeugen.

  • Broschiert: 293 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag (15. Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3785571415
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich bei

Kommentare:

  1. Schade, ich hätte mir davon irgendwie mehr erwartet. Schöne Rezension! :)

    Liebe Grüße,
    Sabine

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  2. oh schade, ansich klingt das Buch ja wirklich gut, aber eine schöne Rezi hast du geschrieben

    LG Kerry

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