Donnerstag, 16. Juni 2011

[Rezension] Jeier, Thomas - Das große Buch der Indianer: Die Ureinwohner Nordamerika



"Das große Buch der Indianer" hält, was es auf dem Klappentext verspricht: Ein einzigartiger Lese- und Nachschlageband. Das Werk bringt dem Leser auf mehr als 300 Seiten die Indianer näher und stellt klar, dass es "die Indianer" gar nicht gibt, sondern dass sie eine Vielzahl von Völkern darstellen, die sehr unterschiedlich sind, auch wenn sie von vielen nur als eine Einheit wahrgenommen werden.


Das Buch ist in 12 Kapitel aufgeteilt. Die ersten zehn beschäftigen sich mit den verschiedenen Stämmen, die nach bestimmten Gesichtspunkten zusammengefasst wurden (z.B. Kapitel 1 - Die ersten Amerikaner - Anasazi, Pueblos, Hopi oder Kapitel 8 - Die Adler des Südwestens - Apachen, Navajos). Die letzten beiden Kapitel widmen sich der Gegenwart und der Zukunft der heutigen Indianer und geben Tipps für Ausflüge in das Indianerland.

"Kaum ein Volk fasziniert die Menschen so sehr, wie die Indianer."
(Seite 112)
Die ersten zehn Kapitel erstrecken sich auf ca. 5/6 des Buches und geben somit einen umfassenden Überblick über 29 verschiedene Stämme. Dabei geht der Autor auf jeden erdenklichen Aspekt ein: Das Leben der Häuptlinge, der Krieger, der Frauen und Kinder, die Rituale, ihr Lebens als Einheit mit der Natur, die Vergangenheit mit all ihren Traditionen und natürlich auch der Kontakt der jeweiligen Stämme mit dem weißen Mann. Die Geschichten sind nicht nur informativ, sondern auch interessant und spannend geschrieben. Jeder, der sich für Indianer begeistern kann, wird von diesem Buch gefesselt werden. Das Werk ist aufgrund seiner objektiven Berichterstattung teilweise aber auch traurig, schockierend und brutal, zumindest wenn man auf der Seite der Indianer im Kampf gegen den weißen Mann steht. Dieses sorgt aber auch dafür, dass die ehrliche, umfassende Präsentation überzeugen kann.

"Die Gemeinschaft war bei den Prärieindianern wichtiger, als der einzelne Mensch. Reich war nicht, wer am meisten besaß, sondern wer am meisten verschenkte." (Seite 126)
Der Aufbau und die Struktur des Buches gefallen mir sehr gut. Die einzelnen Seiten sind übersichtlich und schön gestaltet. Der Text wird durch hervorgehobene Sätze oder Passagen aufgelockert. Besonders toll haben mir die zahlreichen Fotos, Karten und Zeichnungen gefallen. In der Regel gibt es auf jeder Doppelseite 2-3 Abbildungen, die immer hervorragend zum jeweiligen Text passen und das Buch somit auch zu einem optischen Highlight werden lassen.

"In den dreihundert Jahren, die wir gegen die Weißen gekämpft haben, ist kein einziger Indianer weiß geworden." (Seite 274)
Da mich das Buch komplett überzeugen konnte, freue ich mich auch schon sehr auf "Das große Buch des Wilden Westen", welches ebenfalls von Thomas Jeier geschrieben wurde und im September im Ueberreuter Verlag erscheinen wird. Die Covergestaltung hat sich dabei am Buch der Indianer orientiert, was mich sehr freut.



Fazit: Das Werk trägt zu recht den Namen "Das große Buch der Indianer" und ist ein großartiges Nachschlagewerk, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.

  • Broschiert: 303 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter (Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3800016136
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
 Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich bei


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