Freitag, 17. Juni 2011

[Rezension] McBean, Brett - Die Mutter

"Der Mutter" ist das Schlimmste passiert, was einem Elternteil zustoßen kann. Ihre 18 jährige Tochter wurde beim Trampen durch Australien ermordet. Dieses hat "die Mutter" nie verkraftet und ihr einziges Ziel im Leben ist es nun, den Mörder ihrer Tochter zu jagen. Als kleiner Hinweis auf den Täter dient eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, in der die Tochter ihrer Mutter mitteilte, dass der Autofahrer eine Tätowierung mit dem Aufdruck "Stirb, Mutter" besäße. "Die Mutter" verbringt nun ihr ganzes Leben auf den Straßen zwischen Melbourne und Sydney, sie steigt von einem Auto ins nächste und hofft dadurch endlich den Mörder ihrer Tochter zu finden.

Trampen - etwas wovor jede junge Frau schon zig Mal gewarnt wurde, und nur weil "die Mutter" bereits älter ist, reduziert dieses nicht die Gefahren, die dabei lauern können. "Die Mutter" sieht allerdings keine andere Möglichkeit, den Mörder ihrer Tochter zu finden. Monatelang lässt sie sich von zahllosen Menschen in deren Autos mitnehmen und nimmt die Gefahren und Schmerzen billigend in Kauf. Natürlich stellt nicht jeder Autofahrer, der sie mitnimmt, eine Gefahr dar. So lernt sie auch einen Vater kennen, der seinen Sohn besuchen will, einen schwulen Trucker oder ein sich liebendes, älteres Ehepaar. Aber für jeden netten Autofahrer stößt sie auf mehrere Psychopathen, Mörder und Gewalttäter. Schläge und Vergewaltigungen gehören schon fast zum Standardprogramm und Brett McBean hat noch viel schlimmere, grauenhaftere Phantasien in seinem Buch umgesetzt.

"Ich reise schon fast ein Jahr lang über den Hume. Mein Zuhause sind Motelzimmer, Autos, sogar Rastplätze, wenn die Umstände es verlangten. Ich bin schon in so vielen Autos gewesen und habe so viel Leute getroffen, dass mein Verstand ganz taub und meine Erinnerung ganz vernebelt ist. Alles, was ich weiß, ist, dass ich ihn immer noch nicht gefunden habe, auch wenn ich schon ein paarmal glaubte, ich hätte ihn." (Seite 158 f.)

Die Idee und die Umsetzung durch den geschickten Aufbau des Buches gefallen mir richtig gut. Jeder Person, die "die Mutter" auf ihrer Suche kennen lernt, wird ein Kapitel gewidmet, in dem diese Person zunächst kurz vorgestellt wird. Dann wird das Aufeinandertreffen mit "der Mutter" beschrieben. Dieses ist manchmal sehr ruhig und lässt den Leser kurz durchatmen. Andere Treffen hingegen sind einfach nur brutal und grausam. Der Frau widerfährt immer wieder unbeschreibliches Leid und trotzdem setzt sie dem Trampen kein Ende. Die Suche nach dem Mörder ist für sie die einzig verbliebene Lebensaufgabe. Ständig ändert sie ihre Identität und verliert sich dadurch selbst. Ihr ist kaum noch klar, wer sie eigentlich ist, sondern sie hat nur das eine Ziel vor Augen. 

Obwohl das Buch oftmals spannend und brutal geschrieben ist, vermag es der Autor auch in den ruhigeren Passagen zu überzeugen und die Situation "der Mutter" glaubhaft zu schildern. Das Buch ist im Festa Verlag im Bereich Horror-Taschenbuch erschienen und trotzdem bin ich sehr froh, dass der McBean ein paar dieser ruhigeren Szenen eingestreut hat. Denn hätte er auf die Autofahrer verzichtet, der "der Mutter" nichts antun wollten und auch auf die Einführungen zu dein einzelnen Personen, und wäre stattdessen gleich auf die brutalen Überfälle gekommen, dann hätte es zu übertrieben, zu gewollt und einfach unglaubwürdig gewirkt. Durch die geschickt Mischung kann das Buch aber auf ganzer Linie überzeugen.


Fazit: Es gibt sicherlich noch härtere Horror-Bücher, aber "Die Mutter" ist durchaus nicht ohne und erfüllt ihre Aufgabe im Genre Horror hervorragend.

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Festa; Auflage: 1 (Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865520936
  • ISBN-13: 978-3865520937

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich bei


PS. Im August erscheint das zweite Buch von Brett McBean im Festa Verlag und auch dieses scheint es in sich zu haben:

Kommentare:

  1. Tolle Rezension. Das Buch muss ich haben, klingt wirklich interessant.

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  2. Das Buch steht schon länger auf meiner Wunschliste, es hört sich wirklich toll an! Und das nächste Buch vom Autor klingt auch echt gut :) Schöne Rezension! :))

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  3. Danke euch beiden :) Hoffentlich kann es euch auch überzeugen! LG Claudia

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