Dienstag, 26. Juli 2011

[Rezension] Bidell, J. J. - Im Schatten des Mondlichts - Das Erwachen

Naomi Roberts zieht es nach Maine, einem Bundesstaat der USA, um dort zu studieren. Das Einleben fällt ihr ziemlich leicht und sie genießt ihr Studentenleben. Schnell sind die mahnenden Worte ihrer Großmutter vergessen, dass Naomi ein Gestaltenwandler sei und sich irgendwann in einen Panther verwandeln würde. Als Naomi dann aber zu Schlafwandeln beginnt und sich von einer Lichtung im Wald magisch angezogen fühlt, ist sie sich nicht mehr so sicher, ob ihre Großmutter ihr nur Märchen erzählt hat. Wenig später hat sie die Gewissheit, dass dem nicht so ist - sie erlebt ihre erste Verwandlung und bringt somit nicht nur sich, sondern auch ihre neuen Freund in Gefahr.

Die Kurzbeschreibung hat mich sehr gereizt, da ich bisher im Fantasybereich eher bei den Vampiren, Werwölfen, Elfen und Feen gelandet bin, aber noch nie einen Roman über Katzenmenschen gelesen habe. Die Gestaltenwandler in dieser Geschichte verwandeln sich immer bei Vollmond in einen Panther. Dieses können sie weder absichtlich verursachen noch abwenden - es geschieht einfach. Die Katzenmenschen sind allerdings keine Monster, die Menschen angreifen und sich von ihnen ernähren, sondern sie sind sanfte Wesen. Zu ihrer Entstehungsgeschichte bietet die Autorin ausreichend Informationen, damit die Handlung an sich stimmig ist.

»Oma, wie soll ich dir eine solche Geschichte glauben? Werwölfe, Vampire und der ganze Quatsch! Das gibt es nur in Gruselfilmen. Du warst ein kleines Mädchen, deine Fantasie ging mit dir durch, und deine Mutter hat dein Spielchen mitgespielt. Andere Kinder fürchten sich vor Monstern im Schrank.« (Seite 20 f)

Der tolle Schreibstil sorgt dafür, dass sich der Roman großartig lesen lässt, der Leser nie ins Stocken gerät und sich problemlos in die Geschichte einfindet. Viele Passagen werden aus Naomis Sicht geschildert, aber es gibt auch etliche Absätze, in denen die Erzählperspektive wechselt und so die Gedanken und Gefühle der anderen Charaktere dem Leser näher gebracht werden. Diese Übergänge klappen hervorragend und geben der Geschichte noch mehr Leben. Alle Charaktere erscheinen sehr authentisch und sind liebevoll erschaffen. Die "netten" Personen erscheinen durchweg sympathisch und die anderen glaubhaft böse.

"Ihre Intuition war richtig gewesen. Es war jemand hier. Jemand, der sie beobachtete." (Seite 57)

Der Auftakt zu einer mehrteiligen Serie bietet Fantasy, Spannung, Dramatik und Liebe. Alles wurde gekonnt verknüpft und kann definitiv überzeugen. Der Anfang der Geschichte kommt, bis auf eine Rückblende, ohne Fantasy aus. Wer also nur dieses Genre mag, der wird sich evtl. auf den ersten 150 Seiten etwas langweilen, da die Gestaltenwandler dort noch keine große Rolle spielen. Alle anderen erleben auf diesen Seiten aber eine tolle Vorstellung der Charaktere nebst ihren Lebensumständen und eine gelungene Einführung in die Handlung, die einfach schön zu lesen und unterhaltend ist.


Fazit:  Ein großartiger Auftakt der "Im Schatten des Mondlichts"-Reihe, die noch viel Spielraum für Fortsetzungen lässt, welche hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen.

  • Format: Kindle Edition 
  • Seiten: 264 Seiten
  • Dateigröße: 324 KB
  • Verlag: Elke Becker; Auflage: 1 (22. April 2011)
  • Alter: ab 15 Jahre
  • Autorenhomepage 

Kommentare:

  1. Ah, ich sehe .. es hat auch Dir so super gut gefallen. Ja ich warte auch noch auf die Fortsetzung mit Spannung *hibbel*

    Sehr schön umschrieben .. aber nur sanft ... ich erinner mich da an den Widersacher und was er der Protagonistin angetan hat :(

    AntwortenLöschen
  2. Schöne Rezension. Schade, dass es dieses nicht als Buch gibt.

    Die Bücher sind heute angekommen. Danke nochmals, ich habe mich wirklich sehr gefreut.
    Liebe Grüße, Diti

    AntwortenLöschen
  3. Schön, dass euch meine Rezi gefallen hat.
    @Diti: Viel Spaß beim Lesen!
    LG Claudia

    AntwortenLöschen