Freitag, 1. Juli 2011

[Rezension] Rosenberg, Nancy Taylor - Der blutrote Engel


Aus unerklärlichem Grund entscheidet sich das Schicksal drei Leben miteinander zu verbinden. Drei Frauen, die bisher keine Berührungspunkte hatten, kommen sich näher als ihnen lieb ist. Anne ermordet untreue Ehemänner, Lilys Ehemann betrügt sie und Mary ist FBI-Profilerin und auf der Suche nach einem Serienmörder, der gut situierte Männer tötet.




"Der blutrote Engel" ist ein etwas anderer Thriller. Ein Roman, bei dem die Fakten bereits offen präsentiert werden, die es bei den meisten Thrillern erst herauszufinden gilt. Von Anfang an ist klar, wer der Mörder ist und welches Motiv dahinter steht. Der Roman kann daher nicht durch den üblichen Spannungsbogen überzeugen, sondern besticht durch die Ausarbeitung der Charaktere, deren Vergangenheit und den Aufbau der Verbindungen untereinander. 

"Anne durfte nicht zulassen, dass ein Polizist ihr zu ihrem Haus folgte. Auch wenn sie es peinlich genau reinigte, konnte sie Spuren übersehen haben, das wusste sie. Sobald Gras über Bryce' Verschwinden gewachsen war, würde sie den billigen Linoleumboden herausreißen und ersetzen." (Seite 193)

Der Leser erhält ein komplettes Gesamtbild der drei Protagonisten, die durch etliche Erinnerungen aus der Vergangenheit ausgeschmückt werden. Die Rückblenden sind gut durchdacht und schildern glaubhaft, was jede der drei Frauen antreibt bzw. was sie unbedingt verheimlichen wollen. Erst nach dem Lesen habe ich erfahren, dass "Der blutrote Engel" die Fortsetzung des Romans "Mildernde Umstände" ist, in dem die Richterin Lily Forrester bereits auftaucht. Beim Lesen hat es mir aber nicht geschadet, dass ich den ersten Teil nicht kannte, da es wirklich sehr viele Rückblenden gibt, die sich oft mit der Thematik aus dem ersten Band beschäftigen.

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, die Charaktere sind gut ausgearbeitet, wobei Mary leider etwas zu kurz kommt, und ich fand es gut mal etwas über einen weiblichen Serienmörder zu lesen. Das Einzige, was ich zu bemängeln habe, ist die zum Teil fehlende Spannung. Durch die Rückblenden und auch in anderen Teilen des Buches gibt es immer wieder Passagen, die zwar nicht langatmig sind, die aber auch keine Spannung bietet, was ich bei einem Thriller aber eigentlich erwarte. Normalerweise hätte ich dafür dem Buch 3 Sterne gegeben, da mich aber die Hintergründe der Charaktere überzeugt haben und ich die Story an sich gut fand, vergebe ich 4 Sterne.


Fazit:  Interessante Story, die für einen Thriller aber zu wenig Spannung bietet.

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (10. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426652102
  • ISBN-13: 978-3426652107

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich bei der

Kommentare:

  1. Dann bin ich ja mal gespannt wie es mir gefällt,bekomme es noch als Wanderbuch.

    Liebe Grüsse Manuela

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  2. Buch scheint wie die Serie Columbo zu sein,wo gleich zu Anfang immer gezeigt wurde,wer,wen,warum umgebracht hat.
    Ich bin aber jemand,der beim Lesen gern mitermittelt ...

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