Freitag, 21. Oktober 2011

[Rezension] Fitzek, Sebastian - Splitter

Marc Lucas hätte nie gedacht, dass er sich jemals auf psychiatrische Experimente einlassen würde. Als er jedoch einen Autounfall verursacht, bei dem seine Frau und sein ungeborenes Baby sterben, ist er bereit sich in einer Klinik darüber zu informieren, denn diese bietet Marc an seine quälenden Erinnerungen in seinem Gehirn zu löschen. Er entscheidet sich allerdings gegen das Experiment und trotzdem scheint etwas mit seinen Erinnerungen nicht mehr zu stimmen. Sein Schlüssel passt nicht mehr zu der Wohnung, die angeblich ihm gehört, das Schild an der Klingel weist einen anderen Namen aus, seine SIM-Karte hat keinen einzigen Eintrag mehr gespeichert und als er sich selbst anruft, nimmt eine andere Person ab und meldet sich mit "Marc Lucas" - seinem eigenen Namen.

Marc Lucas findet sich in einem wahren Alptraum wieder, der ihn an allem und jedem zweifeln lässt, letztendlich sogar an seiner eigenen Existenz. Er traut sich selbst schon nicht mehr und erst recht niemand anderem. Eine merkwürdige Situation nach der nächsten ereilt ihn und verwirrt nicht nur den Protagonisten, sondern auch den Leser. So habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie das, was Marc Lucas passiert, nur möglich ist und wie Sebastian Fitzek dieses am Ende aufklären will. Ich muss zugeben, ich hatte zwischendurch Bedenken, dass mich das Ende enttäuschen würde, da ich teilweise nicht mehr an eine sinnvolle Auflösung geglaubt habe, da die Umstände so skurril erscheinen, aber Fitzek hat den Bogen hinbekommen und gegen Ende immer wieder Erklärungen einfließen lassen, die letztendlich ein erschreckendes, aber sinnvolles Ende boten.

"Haben Sie jemals eine Geschichte gehört und sich dann gewünscht, Sie hätten das Ende niemals erfahren?" (Seite 20)
Die Handlung ist sehr gut durchdacht. Immer wieder fließen neue Elemente mit in die Geschichte ein und lassen dadurch alles noch kurioser erscheinen. Als Leser entwickelt man ein großen Mitgefühl für Marc Lucas, obwohl man selbst nicht sicher ist, ob er evtl. einfach nur psychisch krank ist, ob er in eine Intrige geraten ist oder unbewusst an dem Experiment teilgenommen hat. Der Spannungsbogen ist nahezu durchgängig auf hohem Niveau, man will unbedingt erfahren, was es mit Marc Lucas' Erfahrungen auf sich hat und kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

"Lernen zu vergessen." (Seite 34)
Ich habe bisher noch nicht so viele Fitzek Romane gelesen, lediglich "Die Therapie", "Der Augensammler" und "Der Augenjäger". Mir ist allerdings zu Ohren gekommen, dass in seinen neuen Werken öfter Anspielungen auf ältere Romane eingebaut sein sollen. Total überrascht hat mich jedoch eine Erwähnung eines anderen Romans, der erst viel später erschienen ist. Also eine kleine Vorausschau auf eins seiner Werke in der Zukunft. Tja, was soll man dazu sagen, Fitzek plant eben alles im Voraus und baut nichts ohne Grund ein. Ich fand es jedenfalls grandios.

"Marc hatte in wenigen Stunden alles verloren, woran er bislang geglaubt hatte: den Glauben an die Realität seiner Erinnerungen, an sich selbst." (Seite 129)
Der Schreibstil des Romans hat mir erneut super gut gefallen. Der Thriller lässt sich sehr flüssig lesen, zieht den Leser von Anfang an in die Geschichte hinein und lässt ihn nicht mehr los. Mein Lieblingsbuch von ihm bleibt weiterhin "Der Augensammler", aber dieser Thriller ist ebenfalls absolut lesenswert und seine Haupthandlung kommt fast ohne Gewalt und Blut aus, da sie mehr auf der psychologischen Ebene spielt. Am Ende schwingt in dem Roman sogar noch eine Moral mit, denn jede Erinnerung ist wichtig und macht uns zu dem Menschen, der wir sind, uns das ist auch gut so.



Buchtrailer

Sebastian Fitzek liest aus "Splitter" bei www.erlesen.tv



Fazit:  Erneut ein toller Thriller aus der Feder Fitzeks, der den Leser auf eine verwirrende Reise mitnimmt.

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (9. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426503727
  • ISBN-13: 978-3426503720
  • Verlagsgruppe:


Kommentare:

  1. Ich LIEBE das Buch, es ist wunderbar spannend.
    LG Sheena

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  2. ich LIEBE alle seine Bücher, bis dato hat mich noch keines enttäuscht.

    Liebe Grüße

    Kerry

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