Dienstag, 4. Oktober 2011

[Rezension] Löhnig, Inge - Scherbenparadies


Das Leben der 17-jährigen Sandra steht momentan kopf. Ihr Mutter hat sich aus dem Staub gemacht und somit die Verantwortung für die jüngere Schwester auf Sandra geschoben. Dazu hat sie sich in ihren Deutschlehrer verliebt und urplötzlich wird sie in der Klasse gedisst. Was zunächst lediglich wie "leichtes Mobbing" ausschaut, entpuppt sich ziemlich schnell als etwas Lebensgefährliches und Sandra hat keine Ahnung, wer dahinter stecken könnte.


Das Jugendbuch wird abwechselnd aus zwei verschiedenen Perspektiven geschildert und zwar aus der Sicht von Sandra und aus der Sicht der Person, die Sandra moppt. Besonders Sandras Welt wird sehr authentisch beschrieben und die ganze Zeit leidet man mit der Protagonistin, aber bewundert auch ihre Charakterstärke und ihren ehrgeizigen Willen. Sie möchte keine fremde Hilfe annehmen, hat Angst, dass ansonsten das Jugendamt sie und ihre Schwester trennen würde, und will jede noch so ausweglose Situation alleine meistern. Dabei stößt sie selbstverständlich an ihre Grenzen und beginnt sich zufragen, wofür es sich eigentlich noch zu kämpfen lohnt.

Besonders gut gefallen hat mir die Aktualität der Romaninhalte. Konkurrenzkampf unter Schülern, Intrigen & Mobbing, verbotene Gefühle gegenüber einer Lehrkraft, Eifersucht und Teenagerbeziehungen - all das ist vielen Jugendlichen (zumindest vom Hörensagen) bekannt und bewegt sie. Zusätzlich nimmt das Buch Bezug auf aktuelle Social-Media-Plattformen, bekannte Bands und aktuelle Bestsellerromane, was meiner Meinung nach ebenfalls dazu führt, dass jugendliche Leser den Roman interessiert(er) lesen werden, zumal die Verknüpfung dieser Themen mit den Inhalten des Romans sehr gelungen wirkt.

Ein paar Situationen bzw. Reaktionen weiterer Charaktere empfand ich teilweise als unglaubwürdig oder überspitzt dargestellt, wobei ich nicht ausschließen will, dass es solche Extreme in der Realität immer mal wieder gibt. Des Weiteren tauchen immer wieder wortwörtliche Wiederholungen auf. Ich kann zwar nicht behaupten, dass diese total fehl am Platze sein würden, als stilistisches Mittel wäre es durchaus in Ordnung, aber trotzdem hat es mich persönlich zwischenzeitlich immer wieder genervt.

Nichts desto trotz ist die Thematik des Jugendromans so aktuell wie nie und wird in diesem Buch gut umgesetzt. Der Schreibstil ist flüssig, der Roman lässt sich gut lesen und das Buch eignet sich hervorragend um manchen Jugendlichen die Augen übers Mobbing zu öffnen und aufzuzeigen, dass man nie zu voreilig über eine Person urteilen und nie zum Spielball eines anderen Menschen werden sollte.


Fazit:  Ein gelungener Jugendroman zum Thema Mobbing und seine Folgen.

  • Broschiert: 264 Seiten
  • Verlag: Arena (Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401066021
  • ISBN-13: 978-3401066028
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:



Kommentare:

  1. Klingt ja interessant. Tolle Rezension. Wie immer super gelungen. Die Arena-Thriller wollte ich schon immer mal lesen und das sieht sehr interessant aus. Liebe Grüße, Diti

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  2. Hallo Claudia,

    bin schon gespannt auf dieses Buch, das liegt nämlich schon auf meinem "wird demnächst gelesen-Stapel".

    LG
    Sabine

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  3. @Diti: Ich habe schon viele tolle Arena Thriller gelesen! Musst du mal austesten!

    @Sabine: Hoffentlich gefällt es dir!

    LG Claudia

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