Dienstag, 6. Dezember 2011

[Rezension] Blunt, Giles - Eismord

Detective John Cardinal versucht seine Trauer um seine verstorbene Frau zu betäuben. Passend dazu herrscht in der Algonquin Bay eine eisige Kälte. Die Trägheit des Winters ist jedoch schlagartig vorbei, als in einem Ferienhaus zwei Leichen gefunden werden - beiden fehlt der Kopf. Die Aufklärung der Morde gestalten sich für John Cardinal mehr als schwierig. Der einzige Erfolg seiner Ermittlungen ist die Feststellung, dass es sich bei den Leichen um US-Bürger russischer Herkunft handelt, die im Pelzgeschäft tätig waren. Aber stellt diese Spur tatsächlich einen brauchbaren Ansatz für weitere Anhaltspunkte dar?

"Eismord" ist bereits der fünfte Blunt-Thriller um den Protagonisten Detective John Cardinal. Obwohl ich die ersten Bände bereits länger auf meiner Wunschliste habe, war "Eismord" nun mein Einstieg in diese Reihe und dieser ist gut gelungen. Sicherlich hat der Leser ein besseres Verständnis für den Protagonisten, wenn dieser ihn bereits aus vier anderen Romanen kennt, jedoch empfand ich meine "Unwissenheit" über die Vergangenheit von John Cardinal nicht als hinderlich, da wichtige Erlebnisse erneut angesprochen wurden.

"Du hast mehr als ein Problem am Hals, sagte sie, und wenn du eine Idee hast, wie du da wieder herauskommst, lass hören - und zwar bevor unser Mörder beschließt, Jagd auf dich zu machen." (Seite 23)

Mir hat es gefallen, dass der Detective eine zeitlang im Dunkeln tappte und mit seinen Ermittlungen nicht so wirklich vorwärts kam, obwohl es eine Frau gibt, die Zeuge des Mordes war. Jedoch hat sie die Ermordung lediglich gehört und nicht gesehen. Trotzdem fürchtet sie sich vor dem Mörder, scheut aber aus bestimmten Gründen auch vor der Polizei.

In dem Roman gibt es mehrere interessante Handlungsstränge, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu zerstören. Es sei daher nur erwähnt, dass eben diese Handlungsstränge, die zum Teil auch erst das Motiv zum Mord liefern, gut ausgedacht und toll verknüpft wurden. Des Weiteren gab es für mich gegen Ende eine ziemlich große Überraschung, die zum Glück nicht konstruiert wirkt, sondern sehr gut in den Rest der Geschichte passt. Die Handlung ist logisch aufgebaut und die Reaktionen der Charaktere sind stets nachvollziehbar. Der Roman verdient auf jeden Fall die Bezeichnung "Thriller". Ich habe trotzdem "nur" 4 Sterne vergeben, da er zwar spannend und interessant ist, mir aber irgendwie noch der letzte Kick fehlte, um mir beim Lesen den Atem zu rauben.

Der Roman ist als Hardcoverausgabe erschienen und sein Cover, mit den Eiszapfen an einer toten Hand, passt hervorragend zur Thematik des Buches. Unter dem Schutzumschlag verbringt sich ein hellblauer Bucheinband mit eisblauer, glänzender Schrift, welcher somit ebenfalls das Kältegefühl der Algonquin Bay widerspiegelt. Der Roman hat eine angenehme Schriftgröße und ist in 41 Kapitel aufgeteilt, was bei einem Seitenumfang von 416 Seiten bereits vorm Lesen auf nicht allzu lange Kapitel schließen lässt. Ich empfinde dieses beim Lesen immer als angenehm und daher ließ sich "Eismord" sehr gut lesen.


Interview mit Giles Blunt (auf Englisch)


Fazit:  Ein lesenswerter Thriller und bestimmt nicht der letzte Roman von Giles Blunt, den ich lesen werde.
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Droemer (2. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426199149
  • ISBN-13: 978-3426199145
  • Verlagsgruppe:



Kommentare:

  1. Hi Claudia,
    kenne bereits 2 Bücher der Reihe und die waren richtig gut. Nach deine REzi wird dies nun wohl auch auf meinen Wunschzettel wandern :)
    LG Isabel

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  2. Daran bin ich gerne schuld :)
    LG Claudia

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