Montag, 6. August 2012

[Rezension] Oswald, Susanne - Liebe heißt Tofu

Franzi fühlt sich mit ihren fast 15 Jahren schon ziemlich erwachsen. Als sich die Gelegenheit bietet für zwei Wochen sturmfrei zu haben, packt sie diese natürlich sofort beim Schopfe. So schwer kann das alles ja gar nicht sein, denkt sie sich. Aber bereits der erste Tag zeigt ihr, dass vielleicht doch nicht alles so rund laufen wird. Der Geschirrspüler besitzt scheinbar eine Warnlampe, der Kater kotzt auf den Teppich, ein Topf fiel dem Versuch Popkorn selbst zu machen zum Opfer inkl. Rauchalarm in der Küche und das harmlose Sit-in mit ein paar Freunden artet in einer großen Party aus. Irgendwie ist das mit der Verantwortung doch nicht so ganz einfach.

"Liebe heißt Tofu" lebt und überzeugt durch ihre verrückte Protagonistin Franzi. Die 14-Jährige freut sich tierisch auf die sturmfreie Zeit und ist überzeugt, dass diese zwei Wochen ganz entspannt werden, denn die Erwachsenen würden sich das Leben ja nur selbst schwer machen. Sie selbst will genau dieses natürlich vermeiden. Schnell merkt sie jedoch, dass ihr Wunschgedanke sich scheinbar nicht umsetzen lässt, denn auch Verantwortung will gelernt werden und Franzi zieht das Chaos magisch an. Die Protagonistin war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist lebensfroh, aufgeweckt, humorvoll und einfach ein typischer Teenager, der mit seiner besten Freundin Lotte die ersten Schritte im Erwachsenenleben unternimmt und dass diese zum Teil holperig sind, war zu erwarten.

"Oh Mann, konnte eigentlich nicht einfach mal was glatt laufen? Hatte ich vielleicht einen Scheißemagnet an mir kleben?" (Seite 154)

Susanne Oswald ist es perfekt gelungen sich in einen jungen Teenager hineinzuversetzen und die Welt authentisch aus ihrer Sicht zu schildern. Glaubhaft bringt sie den jugendlichen Charme, eine moderne Ausdrucksweise und Franzis Gefühlschaos zu Papier ohne dass es auch nur ein einziges Mal gekünstelt oder übertrieben wirkt. Es macht einfach nur Spaß Franzi zu begleiten, wie sie sich mit Freunden, Schule, dem ersten Verliebtsein, dem Chaos zu Hause und anderen Dingen herumschlägt und tapfer versucht alles gut zu überstehen. Oswalds Schreibstil passt perfekt zur Zielgruppe, wirkt erfrischend und der ganze Roman lässt sich somit flüssig lesen.

Das Cover des Romans gefällt mir total gut. Irgendwie erweckt es den Eindruck, als sei es etwas älter, als stamme es z.B. aus den Hippie-Zeiten, aber gleichzeitig wirkt es auch modern. Schwer zu beschreiben, einfach schön eben. Es ist nur schade, dass dieses Cover nicht zu Franzi passt, da diese einen wilden Lockenkopf besitzt, und das Cover somit keine direkt Verbindung zum Buch zu haben scheint.

Fazit:  Mit "Liebe heißt Tofu" erlebt man definitiv lustige Lesestunden und lernt eine Protagonistin kennen, von der man gerne mehr lesen möchte. Absolut empfehlenswert, nicht nur für die Zielgruppe der 13-16-Jährigen.

  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
  • Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (1. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862651363
  • ISBN-13: 978-3862651368
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Homepage der Autorin


Kommentare:

  1. Schön, dass es dir so gut gefallen hat. Ich fand's auch echt super. :)
    Du hast eine Schnapszahl erreicht mit deinen Lesern! :D

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  2. Ich fand das Buch auch total genial *_*

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