Montag, 1. Oktober 2012

[Lesung] Buchpremiere: Renate Ahrens - "Ferne Tochter" (28.09.2012)

Hallo zusammen,

am letzten Freitag war ich zu einer Lesung und von dieser möchte ich euch natürlich berichten. Es war die Buchpremiere von Renate Ahrens' neuem Roman "Ferne Tochter", die im Speicherstadtmuseum in Hamburg stattfand. Eine ziemlich coole "Location", denn die Speicherstadt hat schon ein besonderes Flair:


Ich bin da ja ganz ehrlich: "Renate Ahrens" sagte mich nichts, bevor ich nicht auf die Veranstaltung aufmerksam geworden bin. Da ich an diesem Tag genug Zeit hatte, um nach Hamburg fahren zu können und mich der angekündigte Roman interessierte, hatte ich mich spontan zur Buchpremiere angemeldet. Auf diese Idee waren noch einige andere Literaturinteressierte gekommen, denn das Speicherstadtmuseum war komplett gefüllt und alle warteten gespannt auf den Beginn der Lesung:


Moderiert wurde die Premierenveranstaltung von Annemarie Stoltenberg (Literaturkritikerin), die auf NDR Kultur jeden Dienstag Bücher vorstellt und nun "Ferne Tochter" empfehlen wollte. Sie hat aus dem Nähkästchen plaudern dürfen, dass die erste Auflage des neuen Romans bereits vergriffen und die zweite Auflage im Druck sei. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass das Buch im Handel noch gar nicht erhältlich ist, denn es erscheint erst heute, am 01. Oktober 2012.

Interessant fand ich auch, dass Renate Ahrens' Erfolg mit ihrem ersten Schicksalsroman eher untypisch war. Verlage geben einem Buch ca. vier Wochen, um es zum Laufen zu bringen. Wenn der Roman es in dieser Zeit nicht schafft, wird er meistens auch nicht mehr sehr erfolgreich werden. Anders war es bei "Fremde Schwestern", denn dieser Roman hatte erst knapp vier Monate nach Erscheinen seinen Durchbruch.


Renate Ahrens erzählte dann, dass für sie ihre Figuren das Wichtigste seien. Diese würde sie zuerst entwickeln, dann die Geschichte drum herum spinnen und dabei habe sie noch nicht alles bis zum Ende durchgeplant, denn ihre Charaktere würden immer ein Eigenleben entwickeln und ließen sich dadurch nicht unbedingt in vorgefertigte Ideen pressen. 

Anschließend bekamen wir die erste Kostprobe aus dem Roman und ich habe euch ein ganz kleines Video mitgebracht, damit ihr die Autorin auch einmal in bewegten Bildern sehen und sie lesen hören könnt:


Dieser erste Abschnitt war auch für mich der erste Berührungspunkt mit dem Roman und mir ist sofort der ungewöhnliche Schreibstil aufgefallen. Renate Ahrens hat sich vieler sehr kurzer Sätze bedient und auf ausschweifende Beschreibungen und Verschnörkelungen des Textes verzichtet. Trotzdem hat sie es geschafft, dass man sich beim Lesen (bzw. hier beim Hören) nicht gehetzt fühlte und die verschiedenen Emotionen aufnehmen konnte. Etwas, dass nicht viele Autoren können, da bei etlichen Schriftstellern dieser Schreibstil eher abgehackt wirkt. Die Moderatorin hat dieses als "Text ohne Lametta" beschrieben und genauso habe ich es auch empfunden. Renate Ahrens verriet, dass sie dieses bewusst so mache, damit der Leser eigene Gedanken einbauen könne.

Besonders interessant finde ich neben dem Buchinhalt an sich auch immer die Entstehung eines Romans. Dass dieser in Rom spielen solle, war für die Autorin schnell klar, da dies seit über 40 Jahren ihre Lieblingsstadt sei. Sie sei fasziniert von der Vermischung aus Vergangenheit und Gegenwart im Stadtbild der italienischen Hauptstadt und es erinnere sie an die menschliche Psyche, in der sich ebenfalls Bruchstücke aus Vergangenheit und Gegenwart des Lebens vermischen würden. Ein sehr interessanter Ansatz, mit dem sie uns in die Pause entließ.

Die einen nutzten diese Zeit um sich sofort über Getränke und angebotene Häppchen herzumachen, während der Rest sich lieber auf die Autorin stürzte, um kurz mit ihr ein paar Worte zu wechseln und sich das ein oder andere Buch signieren zu lassen. Ich habe mich für Renate Ahrens und gegen Häppchen entschieden, so dass ich nun glückliche Besitzerin ihres Romans mit persönlicher Widmung bin und da ich natürlich ständig an meine Leser denke, habe ich euch auch etwas mitgebracht. Mehr wird aber noch nicht verraten :)


Als ein Gong das Ende der Pause verkündete, alle wieder ihre Plätze eingenommen hatten und die Autorin begann eine weitere Textpassage vorzulesen, sah ich neben ihr noch ihre zwei Häppchen liegen, die ihr netterweise irgendjemand gebracht hatte, aber die arme Renate Ahrens hatte in der Pause keine Zeit gefunden, diese zu genießen. Zu sehr war sie mit ihren Leserinnen und Lesern beschäftigt. Obwohl sie keine Stärkung zu sich nehmen konnte war sie noch voller Energie und gab einen weiteren Auszug aus ihrem Roman zum Besten:


Nach dem zweiten Auszug aus "Ferne Tochter" hat Renate Ahrens noch sehr offen darüber gesprochen, welchen Bezug sie zu den Themen Kinderlosigkeit und Adoption hat, wie ihre Recherchen dazu aussahen und dass sie es für wichtig erachte, dass ein Autor in irgendeiner Art und Weise auch Erfahrungen mit den Dingen habe, die er oder sie im Roman einbauen wolle. Nur so könnten glaubwürdige Charaktere erschaffen werden. Anschließend stand sie allen Besuchern der Premiere noch für Fragen zur Verfügung.


Ich habe nun genug geplaudert, hoffentlich euer Interesse für diesen Roman und diese Autorin wecken können und somit bleibt mir nichts anderes übrig, als mich bei der Autorin für diese interessante Lesung zu bedanken. Ich selbst werde mir jetzt das Buch schnappen und freue mich schon aufs Lesen.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß mit meinem kleinen Bericht. 
Ein paar weitere Infos habe ich euch noch angehängt. 
Bis zur nächsten Lesung :)


  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Erscheinungstermin: 1. Oktober 2012
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426510936
  • ISBN-13: 978-3426510933
  •  Verlag:




 Renate Ahrens: Ferne Tochter. Autorenfilm 



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