Dienstag, 9. Oktober 2012

[Rezension] Etzold, Veit - Spiel des Lebens (01)

Für Emily beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Endlich ist sie frei und kann ganz offiziell ihrem Elternhaus entfliehen, denn nun beginnt ihre Collegezeit in London. Ihre Freiheit bleibt ihr jedoch nicht lange erhalten, denn bald ist sie in einem perfiden Spiel gefangen. Ein Psychopath stellt ihr Rätsel, die sie durch ganz London führen. Schafft sie es nicht eine Lösung in der vorgegebenen Zeit zu finden, so stirbt ein Mensch. Alle Vorsichtsmaßnahmen scheinen nicht zu helfen, denn der Täter kennt sie zu gut und weiß genau, wie er Emily möglichst lange in diesem Spiel agieren lassen kann.

Das Buch kam mir wie eine neue Männerbekanntschaft vor, die man auf einer Party macht. Man sieht einen bisher unbekannten Mann und denkt sich, dass der total gut aussieht und auch interessant zu sein scheint. Aber dann unterhält man sich mit ihm, lernt sich etwas kennen und muss feststellen, dass er doch nicht das Gelbe vom Ei ist. Genau so ging es mit diesem Roman, der eigentlich alles mitbringt, um ein ideales Buch für mich zu sein, aber überzeugen konnte es mich dann doch nicht. Es spielt in London (einer meiner Lieblingsstädte), es ist ein Jugendthriller, in dem die Protagonistin Rätsel lösen muss, die ihr ein Psychopath stellt (so etwas liebe ich), öffnet man die Klappen der Klappenbroschur, so entdeckt man Bilder von London und der Buchschnitt ist mit einer zusammen geschnittenen Skyline der englischen Hauptstadt bedruckt (wahnsinnig toller Eye-Catcher).


"Willkommen im Spiel des Lebens, Emily. Du hast die Wahl. Sieg oder Tod." (Klappentext)

So weit, so gut. Aber dann begannen die Probleme. Das Buch konnte mich einfach nicht packen, berühren oder fesseln. Ich habe mich die ganze Zeit wie jemand gefühlt, der die Story von weit weg betrachtet und nicht mittendrin ist, wie es bei einem wirklich guten Roman passiert. Ich bin mir nicht sicher, woran es lag, denn ich kann auch nicht sagen, dass das Buch schlecht wäre, aber über mittelmäßig kommt es bei mir nicht hinaus. Vielleicht lag es einfach an vielen Kleinigkeiten, die im Zusammenspiel dann mein Lesevergnügen getrübt haben. Mir war zum Beispiel die Protagonistin überhaupt nicht sympathisch und ich fand auch, dass sie nicht durchgängig authentisch erschien, da sie auf gleiche Situationen sehr unterschiedlich reagierte. Sie hat für mich als Charakter einfach keine Tiefe erhalten, auch wenn sie nicht so blass blieb, wie manch andere Figur. Ob es nun daran lag oder am Schreibstil, der Roman bewegte jedenfalls nichts bei mir.

Am Ende des Romans habe ich erfahren, dass es eine Fortsetzung geben wird. Wenn die Hinweise richtig gelegt wurden, wird es in einer anderen Stadt (ebenfalls eine Lieblungsstadt von mir) mit Emily weitergehen. Ich bin noch unsicher, ob ich die Reihe weiter verfolgen werde. Das werde ich dann vom Klappentext abhängig machen. Vielleicht würde mir das zweite Buch besser gefallen und mich mehr ansprechen.



Fazit:  Leider kann ich mich den zahlreichen begeisterten Meinungen nicht anschließen. Der Roman ist okay, immerhin wollte ich die Auflösung wissen, aber er bleibt einfach farblos und konnte mich nicht überzeugen.

  • Broschiert: 349 Seiten
  • Verlag: Ink; Auflage: 1 (13. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863960483
  • ISBN-13: 978-3863960483
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:

Kommentare:

  1. Mich hat die grottenschlechte Rechtschreibung gestört, gibt es denn keine gescheiten Lektorate und Korrektorate mehr?

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  2. Mir ging es ähnlich wie dir. Ich fand Spiel des Lebens ein wenig besser als Durchschnitt, aber nicht wirklich überragend.
    Emily fand ich im ersten Moment wirklich authentisch und dann irgendwann einfach nur noch nervig, weil sie so sprunghaft war. Die Idee des Buches finde ich gut, die Umsetzung hat mich dann aber nicht zu 100% überzeugt.

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  3. Ohje, mit dem Buch hatte ich schon so oft geliebäugelt .. ich glaub das lasse ich dann lieber.

    Sehr schön geschrieben, was Dir nicht gefiel und warum. Es war absolut nachzuvollziehen und daher möchte ich mal annehmen, dass es mir wohl auch nicht gefallen würde :(

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