Dienstag, 12. Februar 2013

[Die Story hinter dem Buch] Fey, Stephanie - Die Verstummten



heute:




Fey, Stephanie - Die Verstummten






Wenn ich mir überlege, wovon mein neuer Roman handeln soll, dann suche ich immer nach einem Thema, das mich fasziniert, und das für mich auch neu ist. In „Die Gesichtslosen“ (Teil 1, der Rechtsmedizin-Serie um die Münchner Gesichtsrekonstrukteurin Carina Kyreleis) ging es wie der Titel verrät um einen Mörder, der gesichtsblind ist, der sich also keine Gesichter merken kann, auch das von nahestehenden Menschen nicht. Nun in „Die Verstummten“ stieß ich auf Synästhesie, die Fähigkeit eine Wahrnehmung mit mehreren Sinnen zu erfassen. Also Musik in Bildern zu sehen, oder Wochentage in Farben. Mir ist wieder eingefallen, das ich selbst als Kind den Montag als hellgrau und den Dienstag als rosa empfunden habe. Als ich das damals meiner Freundin erzählte, hat sie mich ausgelacht. Ich wusste also bis ich dieses Buch schrieb, nicht, dass es andere Menschen gibt, die ähnliches empfinden, dass diese Wahrnehmung überhaupt eine ist. Im Internet gibt es Foren zum Thema und auch mehrere Bücher, viele  Künstler und Schriftsteller sind Synästheten, plötzlich fühlte ich mich verstanden. 


Außerdem möchte ich in der Fortsetzung einen weiteren wichtigen Aspekt der Arbeit einer Rechtsmedizinerin vorstellen.  Also habe ich wieder die Rechtsmedizinerin und Gesichtsrekonstrukteurin Dr. Constanze Niess befragt, so kamen wir schnell auf das Thema Kindesmisshandlung, ein sehr trauriges Thema und leider an der Tagesordnung. Dr. Niess arbeitet als Gutachterin und untersucht nicht nur tote, sondern auch lebende, misshandelte Kinder und sagt dann vor Gericht aus. Auch darum geht es in meinem neuen Roman. Mir ist es bei diesen Thrillern sehr wichtig, die Opferseite zu beleuchten. In den meisten Krimis geht es um die Täter. Opfer bekommen immer lebenslänglich, wie es gerade Pola Kinski in einer Talkshow sagte, das hat mich sehr berührt und trifft es genau.

Übrigens schreibe ich alle meine Romane zuerst mit Füller in Notizbücher, auf der linken Seite führe ich ein Romantagebuch, dort halte ich kurz fest, wie es mir mit dem Schreiben geht, ob ich gerade wo feststecke oder was sich rund um meine Bücher ereignet hat. So weiß ich, dass es mir beim nächsten Roman mal genauso gegangen ist, und wie ich wieder herausgefunden habe, falls es mal ein Schreibloch gibt.



geschrieben von Stephanie Fey




  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453409795
  • ISBN-13: 978-3453409798


Das Buch ist gestern erschienen und klingt ziemlich gut. Gerne dürfte ihr mir eure Leseeindrücke hier als kurzes Kommentar hinterlassen. Ich bin gespannt, wie das Buch bei euch ankommt!


Kommentare:

  1. Danke für den interessanten Beitrag. Ich find es ziemlich bemerkenswert, dass die Autorin alle Geschichten erstmal mit der Hand schreibt. Ihr erstes Buch liegt noch auf meinem SuB und jetzt wird es ganz sicher in der Prioritätenliste nach vorne rutschen.
    Liebe Grüße
    Petzi

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  2. Diese Hintergrundinfo war sehr interessant. Danke dafür an Stephanie und an Dich, Claudia.
    Ich habe das Buch gestern beendet und fand es, tja... ich bin mal pubertär "der Hammer". Spannend, rasant und einfach nur lesenswert.

    http://tinyurl.com/afrakkl

    Herzliche Grüße
    Sina

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