Donnerstag, 7. März 2013

[Das Autoren 1x1] Klaus-Peter Wolf

 proudly presents:



Klaus-Peter Wolf


© Gaby Gerster


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Autorenwelt
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1. Seit wann schreibst du?
Meine erste Geschichte schrieb ich mit acht Jahren. Sie erzählte von einem achtjährigen Jungen, der den Kampf gegen das Böse in der Welt aufnehmen musste, weil kein Erwachsener etwas dagegen unternahm. In der Schule hatte ich schlechte Noten. Ich war viel zu phantasievoll. Ein Wort meiner Lehrerein reichte aus und meine Gedanken flogen hinaus in die Welt. Ich führte riesige Schlachten im Weltall an, meistens die Guten gegen die Bösen. Auch in Deutsch war ich nicht gut. Unter meinen Aufsätzen stand meistens: „Da ist mal wieder die Phantasie mit dir durchgegangen.“ Und genau so war es.  
Meine ersten Geschichten wurden dann bereits gedruckt, als ich 14 Jahre alt war. Mit 16 wurde ich jüngstes Mitglied im Schriftstellerverband.

2. Warum ist „Autor“ für dich der beste Beruf der Welt?
Ich genieße das Privileg, sozusagen Gott spielen zu dürfen. Welten zu entwerfen und auch wieder einzureißen.   Und natürlich liebe ich auch den Kontakt zu meinen Lesern! Ich bin sehr viel unterwegs und lese in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus meinen Büchern vor. Im letzten Jahr habe ich 261 Nächte in Hotels verbracht, besuche morgens Schulen und lese abends in Bibliotheken und Buchhandlungen.

3. Beschreibe dein Buch / eins deiner Bücher in weniger als zehn Worten und verrate, auf welchen Titel sich die Beschreibung bezieht.
Im Uplengener Moor wird eine ausgestopfte Kinderleiche gefunden …  
Ich bin froh, dass meine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen in meinem neuen Roman „Ostfriesenmoor“ das Schwein nun endlich gefasst hat! Es sah eine ganze Weile so aus, als würde der Mörder davonkommen …

4. Wo schreibst du am Liebsten bzw. hast du besondere „Rituale“ beim Schreiben?
Das Schreiben ist integriert in mein Leben. Ich schreibe, so wie ich atme, esse oder koche. Es ist mir ein Bedürfnis und ich tue es, wo immer ich gehe und stehe. Ich kann überall schreiben. Da ich auf endlosen Lesereisen unterwegs bin, entsteht viel in Hotelzimmern und Zügen.  
Ich schreibe noch immer alles mit einem Füller in ein Heft. Ich weiß, dass viele darüber lachen. Sie nennen mich auch einen „Dinosaurier der Literatur“. 

5. Hast du einen Tipp für zukünftige Autoren?
Setz dich hin und tu es einfach! Und versuche, dir einen Meister zu suchen, von dem du lernen kannst und der dich ernst nimmt und begleitet. Wenn du nicht genügend Leidenschaft hast, um die Nacht durchzuschreiben oder um vier Uhr morgens aufzustehen und dich hinzusetzen, dann lass es lieber. Literatur ohne Leidenschaft funktioniert sowieso nicht.



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Private Welt
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6. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Ich liebe die ostfriesischen Farben – den blauen Himmel, das grüne Gras und das Meer – manchmal grau, manchmal braun … Diese Farben gibt es so nur in Ostfriesland.

7. Was war als Kind dein Traumberuf?
Ich wollte nie etwas anderes werden als Schriftsteller, auch wenn ich das Wort damals noch gar nicht kannte. Als kleiner Junge gründete ich eine Geschichtenerzählerbande. Wir liefen auf dem Schulhof im Kreis, riefen uns ein Wort zu und erfanden Geschichten.

8. Was ist dein Lieblingsessen?
Ich koche eine wunderbare Fischsuppe mit vielerlei Sorten Fisch, Garnelen, Gemüse und Kräutern, und ich mag Spaghetti.

9. Welches Genre liest du selbst am Liebsten?
Natürlich lese ich viele Kriminalromane. Ich liebe Krimis. Das ist ja nicht irgendein trivialer Mist, sondern im guten Kriminalroman wird die dunkle Seite der menschlichen Seele und der Gesellschaft durchleuchtet. Dashiell Hammett, Cornel Woolrich, Raymond Chandler habe ich in meiner Jugend verschlungen. Heute lese ich hauptsächlich deutsche Autoren. Hansjörg Martin, Frank Göhre, Monika Feth, Regine Kölpin.

10. Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?
Ich habe – stand neulich noch in der Zeitung – 54 Menschen umgebracht und laufe immer noch frei herum. Da bleiben dann keine Wünsche mehr offen.

Diese Bücher von Klaus-Peter Wolf könnten z.B. in eurem Bücherregal stehen:



Vielen Dank Klaus-Peter, dass du beim "Autoren 1x1" teilgenommen hast :)

Kommentare:

  1. "Im letzten Jahr habe ich 261 Nächte in Hotels verbracht" .... also ich glaube, da würden mir die "Scrumbled Eggs" auch langsam zum Hals raushängen =) Schönes Interview!

    LG
    Anja

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  2. Bodenständig und doch sehr interessant, eine gute Mischung, wie ich finde.

    LG..Karin..

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