Freitag, 21. Juni 2013

[Rezension] Green, John/Levithan, David - Will & Will


"Wer nicht liebt, kann nicht verletzt werden." Das wissen auch Will Grayson und Will Grayson. Beide kommen aus Chicago, beide sind siebzehn Jahre alt und beide tragen nicht nur denselben Namen, sondern auch noch dasselbe Problem mit sicher herum. Aus Angst etwas in der Liebe zu vermasseln und Schmerz oder Ablehnung zu erleiden, blocken sie lieber jegliches Gefühl. So ist jedem anderen Menschen bewusst, dass der eine Will auf Jane steht, aber er gibt es nicht zu, und der andere Will flüchtet sich lieber in seinen Onlinekontakt mit Issac, denn das ist sicherer als die reale Welt. Ein Zufall will, dass Will und Will sich begegnen und so langsam bröckeln die Barrikaden.

Als ich mich dazu entschieden hatte, dieses Buch zu lesen, wusste ich nicht genau, was mich erwartet würde. Trotzdem kann ich sagen, dass ich hinterher das Gefühl hatte, etwas anderes erwartet zu haben. Klingt merkwürdig und war auch so. Ich wusste bei dem Buch manchmal nicht genau, wohin die Autoren mit mir wollten und was ihre Kernaussage sein sollte. Ich dachte stets, dass noch DER Knaller im Buch kommen würde, aber er kam nicht - zumindest nicht offensichtlich. Und trotzdem war das Buch gut, aber auf eine andere Art und Weise, eine ruhigere.

In dem Buch dreht sich eigentlich alles um Gefühle. Es geht darum erwachsener zu werden, zu sich und seinen Gefühlen zu stehen und das man im Leben auch mal etwas riskieren muss, vor allem für die Liebe. Green und Levithan haben das Gefühlschaos bzw. das Blockieren von Gefühlen authentisch beschrieben und zwar auf einem charmanten Weg und haben es dabei geschafft dem Buch eine gewisse Tiefgründigkeit zu geben, die erst im Leser wirken muss. Einfühlsam gehen die Autoren mit den Gefühlen ihrer Figuren um und dabei ist es völlig egal, ob diese im Bereich der Heterosexualität oder der Homosexualität liegen.

Die Kapitel werden abwechselnd aus den Sichten der zwei Jungen geschildert, wobei bei dem einen auf Großschreibung verzichtet wird und auch die wörtliche Rede wird lediglich durch einen Doppelpunkt hinter dem Namen des Sprechers gekennzeichnet. Beides davon hat mich jedoch in keiner Weise gestört. Der Roman lässt sich flüssig lesen und fesselt, obwohl nichts "Großes" passiert. Es schildert eher den normalen Alltag und verzichtet auf große, dramatische Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt eben auf den Charakteren, die sehr facettenreich und absolut nicht stereotypisch ausgearbeitet wurden. So kommen auch die Nebenfiguren nicht zu kurz, im Gegenteil.


Fazit:  Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Buch nicht jedermanns Sache ist. Man muss sich darauf einlassen und nicht verzweifelt auf einen großen Knalleffekt warten, sondern das Geschehen und die Weiterentwicklung der facettenreich gestalteten Figuren genießen. Wer dann noch der Meinung ist, dass es sich für die Liebe lohnt einiges zu riskieren, der wird sicherlich das Lesen genießen.


  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: cbt (26. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 357016103X
  • ISBN-13: 978-3570161036
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
  • Originaltitel: Will Grayson, Will Grayson
  • Verlag:


Ab 09. September 2013 auch als Taschenbuch erhältlich:




1 Kommentar:

  1. Hört sich nach einem interessanten Buch an, liebe Claudia. Werde ich auf meine Amazon-Wunschliste packen. :)

    Schönes Wochenende
    Sabine

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