Mittwoch, 19. Juni 2013

[Rezension] Szillat, Antje - Tohu Wabohu (01) Nix für müde Krieger

Tohu Wabohu hat ein schweres Schicksal. Er ist (lediglich) Halbindianer und außerdem auch noch ein Scheidungskind, weshalb er nur jedes zweite Wochenende und in den Ferien Vollindianer sein darf. Deshalb wird er von allen nicht ernst genommen. "Ein kleiner Halbindianer aus Summit Springs und sein Zwergenpony Matschi, was sollen die beiden schon zusammen ausrichten?", lauten die spöttischen Meinungen und trotzdem ist es letztendlich Tohu, der dem berühmtesten Sheriff des Wilden Westens und dessen indianischem Fährtenleser das Leben retten muss. Klein aber oho - Tohu!

"Nix für müde Krieger" ist der erste Band einer Comic-Roman-Reihe um den neunjährigen Tohu und sein eigenwilliges Zwergenpony Matschi. Der erste Band ist gerade erst im Mai diesen Jahres erschienen, aber die Fortsetzung ist bereits für Oktober geplant und heißt "Tohu Wabohu - Nur für echte Cowboys". 

Antje Szillat entführt den Leser in den Wilden Westen und präsentiert diesen durch die Augen eines Kindes. Tohu lebt in einer Art "modernem Wilden Westen", in dem es zum Beispiel auch Handys gibt. Bis auf ein paar dieser neumodischen Erfindungen findet man sich jedoch im tatsächlichen Wilden Westen wieder. Der Wilde Westen, in dem jedes Dorf einen Sheriff braucht, in dem es Ganoven mit Pistolen gibt, in dem man sich auf Pferden oder in einer Postkutsche fortbewegt und in dem ein kleiner Halbindianer plötzlich als Held dastehen kann.

Sind wir doch mal ehrlich: Der Wilde Westen, Indianer und Cowboys - das ist einfach cool und strahlt von Natur aus schon eine besondere Faszination aus. Tohi Wabohu hat nun die Chance Kinder unserer Zeit in die Welt einzuführen, die deren Eltern evtl. vor Jahrzehnten durch Lucky Luke, Winnetou oder Bonanza kennen gelernt haben. "Nix für müde Krieger" ist eine aufgepeppte, frische (Halb-) Indianerstory, die durch großartige Illustrationen und einen humorvollen Schreibstil erzählt wird. Antje Szillat trifft erneut genau die richtigen Worte für die Zielgruppe, präsentiert den Wilden Westen altersgerecht und Fachbegriffe (wie z.B. Rothaut, Longhorn) werden auf der entsprechenden Seite in der Fußleiste erklärt, so dass sich auch Kinder ohne Vorkenntnisse ins wilde Abenteuer stürzen können.

Der Humor in diesem Buch ist einfach großartig. Die Autorin spielt und jongliert mit Wörtern, so heißt zum Beispiel der Arzt "Doc Bill McPill". Außerdem ist Tohu ein sehr aufgewecktes Kerlchen, welches zu allem eine Meinung hat und dabei wahnsinnig unterhaltsam ist. Auch wenn ich über 20 Jahre über dem empfohlenen Mindestalter liege, hat mich der Comic-Roman sehr gut unterhalten und ich bin sicher, dass er erstrecht den Nerv der jungen Zielgruppe erreichen wird.


Fazit:  Tohu muss man einfach lieben! Sein erstes Abenteuer ist spannend, super witzig und macht Lust auf die Welt der Indianer und Cowboys. Der Wilde Westen hat einen neuen Helden: Tohu Wabohu! Zum Glück erscheint das nächste Abenteuer bereits im Oktober.

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: cbj (13. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570156834
  • ISBN-13: 978-3570156834
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
  • Verlag:


Die bisherigen Teile in der Übersicht:




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