Mittwoch, 3. Juli 2013

[Buch-Trailer + Die Story hinter dem Buch] Mannel, Beatrix - Die Insel des Mondes

heute:




Mannel, Beatrix - Die Insel des Mondes
 



Die Story hinter diesem Buch besteht aus unheimlich vielen Facetten, es geht um Parfüm und Düfte, was mich immer schon fasziniert hat. Das hängt sicher damit zusammen, dass ich die ersten Jahre meines Lebens quasi im Frisörsalon meiner Oma aufgewachsen bin, wo die Düfte von schwefliger Dauerwelle, über klebrigen Haarspray (elnett gibt’s heute immer noch!;-)) bis hin zu wunderbar blumigem Parfüms reichten, die in dicken sechseckigen grünen Flakons mit geschliffenen Stöpseln gelagert wurden, und die meine kindliche Nase schwer beeindruckt haben.

Aber eine der wichtigsten Facetten in dem Roman „Die Insel des Mondes“ ist natürlich das Setting, der Handlungsort Madagaskar und deshalb möchte ich mich hier darauf besonders konzentrieren.


Karte von Madagaskar
©erolgurian


Seit ich im Kindergarten zum ersten mal das Lied „Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord“ gehört habe, hat jede Erwähnung von Madagaskar einen eigentümlichen Reiz auf mich ausgeübt. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich eines Tages einen Roman darüber schreiben und dafür dorthin reisen würde.

Als ich bei meinen Recherchen über Madagaskar herausgefunden habe, dass sich die Welthauptstadt der Vanille in Antalaha im Nordosten der Insel befindet, hatte ich dann zum ersten Mal eine schwache Ahnung, wie der Roman gestrickt sein könnte und als ich schließlich noch auf die Geschichte des Sklaven Edmond Albius stieß und davon las, dass die Königin Ranavalona,II um 1888 ein Gesetz gegen wildes Gold suchen erlassen hatte, nahm der Roman langsam Gestalt an.

Auch wenn es natürlich möglich ist, über ein Land zu schreiben, das man nicht besucht hat, gehöre ich zu den Autorinnen, die sich gern vor Ort ein Bild machen. Ich möchte mich einlassen auf ein Land, seinen Geruch, die Stimmung, die Atmosphäre und vor alle die Menschen, denen man dort begegnet.

Und in diesem Fall bin ich besonders froh, dass ich dort war, denn es war alles so anders als ich es mir vorgestellt hatte.

Ich habe das zentrale Hochland mit der Hauptstadt Antananarivo und vor allem den Nordosten mit den tropischen Regenwäldern und den Lemuren bereist und über allem schwebte immer ganz leicht der Hauch des Todes, was im ersten Moment ein wenig abschreckend klingen mag.



Lemuren
©erolgurian

So ist es aber nicht, denn die Toten spielen heute noch auf Madagaskar eine große Rolle, sie werden als Ahnen verehrt und hochgeachtet, auch wenn die Mehrheit der Madagassen sich zu den Christen zählen würde, haben die alten Rituale heute noch Bestand. So wird im zentralen Hochland immer noch Famadihana, das Fest der Totenumwendung gefeiert, dazu werden etwa alle zehn Jahre die Toten aus ihren Gräbern geholt in    neue Tücher, lambamenas, und dann in Bastmatten gewickelt. Sie werden bei einem fröhlichen Umzug durch das Dorf getragen, dann wird gegessen und getrunken und danach werden die Toten wieder zurück ins Grab gebracht. Man kann sich vorstellen, dass das 1888, der Zeit, in der mein Roman spielt, noch sehr viel mehr bedeutet hat.

Und auch bei einer großen Familienfeier wird an der Nordostecke des Hauses, die den Ahnen vorbehalten ist, ein Glas Rum oder Schnaps ausgeschüttet, aus Achtung und Respekt vor den Ahnen.

Wir hatten das große Glück, dass das Flugzeug, das uns nach Norden zur Vanille bringen sollte, Stunden verspätet war.  Man muss fliegen, weil die Straßen in einem katastrophalen Zustand sind, bzw. keine Straßen existieren.



Autorin steigt ins Flugzeug
©erolgurian

Um die ohnehin knappe Zeit (man könnte sich Jahre auf Madagaskar aufhalten!)  zu nutzen, sind wir zu einer alten Opferstätte in der Nähe der Hauptstadt gefahren, um sie zu besichtigen und hatten das Glück ein Opferritual beobachten zu dürfen. Natürlich haben wir um Erlaubnis gefragt, denn auf Madagaskar gibt es auch heute noch unzählige Tabus, die man besser nicht übertreten sollte. Ein Thema, dass auch im Roman eine wichtige Rolle spielt, denn Paula, die Heldin rettet einem Kind das Leben, verletzt aber damit ein heiliges Tabu, das alle in große Gefahr bringt.

Doch zurück zum Ritual: Eine ältere, höchst elegante Dame war extra angereist, um mit einem Dadarabee, eine Art Priester, Magier in Kontakt mit ihren Ahnen zu treten. Dazu wurden spezielle Opfergaben an die Nordostecke der Stätte ausgelegt, Weihrauch und Kerzen angezündet, dann nahm der Dadarabee durch eine Art Sprechgesang Kontakt mit den Ahnen der Dame auf.

Das war ein sehr berührendes Erlebnis, was mir mehr geholfen hat diese Insel zu verstehen, als jede Lektüre.

Auch die Reise zum und durch den Regenwald war ein Erlebnis, das mir die grausame Dimension des Dschungels nahe gebracht hat, wie es kein Buch oder Film vermocht hätte.


 
 Autorin im Regenwald
©erolgurian

Mir war vorher nicht klar, wie dunkel es dort ist, wie gnadenlos die Pflanzen nach der Sonne streben und um ihren Platz kämpfen. Erst als ich selbst mit einem Coup-Coup, so nennt man das dort allgegenwärtige gekrümmten Messer, eine Schneise durch die undurchdringliche Wand der Bäume und Pflanzen schneiden musste, hat sich mein idealisiertes, leicht verkitschtes Bild vom Dschungel verändert und auch das hoffe ich, hat dem Roman eine besondere Dimension und Glaubwürdigkeit verliehen. Gleichzeitig gibt es unendlich viel atemberaubend Schönes, wie die Goldspinnen, die riesigen Schmetterlinge, die Lemuren und Chamäleons, oder die Flüsse mit den heiligen Krokodilen, die auch als Ahnen verehrt werden. All dies bildet prächtigen, aber gefährlichen Hintergrund, vor dem sich meine Hauptfiguren bewähren müssen und ich wünsche allen, die ihnen auf ihrem Weg folgen spannende Lesestunden.


Prächtiger Chamäleon
©erolgurian
geschrieben von Beatrix Mannel


Außerdem habe ich auch noch dieses für euch:



Viel Spaß beim Schauen!







  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (10. Juni 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453357469
  • ISBN-13: 978-3453357464



Mehr Eindrücke kann ich euch aus Madagaskar nicht bieten :)
Ich hoffe, euch hat der Ausflug gefallen?!




Kommentare:

  1. Das war mal ein wirklich faszinierender Einblick. Hat mir echt gut gefallen. Gerade die Geschichte mit dem Ritual... es gibt doch immer wieder tolle Gegebenheiten und Zufälle.

    Liebe Grüße
    Chimiko

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  2. Hei (:
    Ein wirklich wunderbarer Beitrag..

    ich bin bei der Lovelybooks Leserunde dabei- und freue mich jetzt nur noch mehr aufs lesen...
    Den Trailer finde ich auch so toll..

    Danke liebe Claudia, jetzt werde ich noch ungeduldiger beim warten auf mein Buch (:

    Liebste grüße Lole

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  3. Sehr, sehr spannend! Und das Buch dazu ist so wahnsinnig toll! Die Begeisterung der Autorin spiegelt sich in jedem Satz!

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  4. Schöner Einblick in die Arbeit einer großartigen und superfleißigen Autorin!

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  5. Hallo Claudia,

    mit deiner schönen Story hinter der Story und dem Trailer hast du mich ordentlich angefixt. Danke dir, schöner Beitrag.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  6. Welch ein schöner Bericht mit wirklich tollen Fotos. Danke dafür. Jetzt habe ich erst recht Lust das Buch zu lesen.

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  7. Ohhh, Madagaskar kenne ich noch nicht, aber das Buchcover alleine ist wunderschön. Und historische Romane liebe ich sowieso. Die Hintergründe für diesen Roman fand ich interessant - die Bräuche,...

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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  8. Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von historischen Romanen aber dieser Bericht hat mich schon neugierig gemacht. Auch was es noch so für Rituale in Madagaskar gibt/gab. Das klingt ja doch ganz interessant :-)

    Liebe Grüße
    Vanessa

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