Mittwoch, 31. Juli 2013

[Rezension] King, Stephen - Joyland

Im Sommer 1973 arbeitet der 21-jährige Devin Jones im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina, um sich fürs nächste Semester etwas Geld dazuverdienen zu können. Dort versucht er sich davon abzulenken, dass seine Freundin Wendy vor Kurzem mit ihm Schluss gemacht hat, begegnet einer interessanten Frau und ihrem schwerkranken Sohn und versucht herauszufinden, was es mit der Spukgeschichte um die Geisterbahn auf sich hat, in der vor einigen Jahren eine junge Frau umgebracht wurde. Als er seinen Aufenthalt im Park verlängert und seine Nachforschungen intensiviert, beginnt er jemandem zu nahe zu kommen.

Ich habe schon sehr lange keinen Stephen King Roman mehr gelesen. Meine King-Zeit fällt eher in einen Zeitraum, in dem ich wahrscheinlich noch gar nicht alt jung war, um diese Bücher zu lesen, aber ich habe mich eben schon immer für spannende Literatur interessiert. Danach gab es bestimmt eine King-Pause von 10 bis 15 Jahren und nachdem ich bei "Puls" nicht über die ersten 100 Seiten hinausgekommen bin, sollte "Joyland" meine Rückkehr zum Autor sein - immerhin versprach der Roman "Ein unheimliches Vergnügen" welches ich mir inmitten eines Freizeitparks, auf dem es spuken soll, sehr gut vorstellen konnte.

Das Stephen King schreiben kann, muss man nicht erwähnen. Deswegen möchte ich mehr auf den Inhalt eingehen. King hat sich interessante Themen herausgesucht, die alle eine spannende Unterhaltung versprechen. Eine junge Frau, deren Geschichte Devin nicht kennt, und ihr Sohn, der im Rollstuhl sitzt und das zweite Gesicht hat. Eine Hellseherin, die Devin Hinweise auf seine Zukunft  gibt. Ein Vergnügungspark, in dem es seit einem brutalen Mord in der Geisterbahn spuken soll. Ein Serienmörder, der zahlreiche Frauen auf dem Gewissen hat. All diese Handlungsstränge verpackt King gekonnt zu einer Geschichte. Es ist ihm meiner Meinung nach jedoch leider nicht gelungen, dem Leser zu vermitteln, wohin er mit seinem Roman will. Soll es ein Krimi oder gar ein Thriller werden? Steht das Mysteriöse im Vordergrund? Das Buch lässst sich zwar toll lesen, hat all die interessanten Ideen zur Grundlage aber bietet irgendwie trotzdem keinen greifbaren Inhalt. Alles plätschert nur vor sich hin und ich habe keinen Höhepunkt im Roman entdeckt, außer vielleicht den Showdown kurz vor Ende, aber das reicht nicht aus, um "Joyland" als ein gutes Buch zu deklarieren.

Fazit:  Die äußeren Rahmenbedingungen (das Setting, die Themen, die Ausarbeitung der Charaktere und der Schreibstil) stimmen alle, aber trotzdem konnte mich King nicht überzeugen. Es gab keinen roten Faden im Buch und keine Highlights, sondern nur eine Verknüpfung und Aneinanderreihung von guten Ideen. Daher kann ich das Buch weder für Krimi-, noch für Thriller-, Horror- oder Fans von Übernatürlichem empfehlen. Das Buch hat von allem etwas, kann aber in keinem Genre überzeugen. Schade, die Idee hatte so viel mehr versprochen!


  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (17. Juni 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453268725
  • ISBN-13: 978-3453268722
  • Verlag:



Kommentare:

  1. Ja, Stehpan King ist auch nicht mehr der Garant für tolle Bücher wie mir scheint zu sein.

    Früher war doch jedes Buch ..Carrie, Cujuo , ES usw. ein Knaller..

    LG..Karin..

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  2. Meine Schwester denkt darüber nach, sich das Buch zu kaufen. Habe ihr gleich mal den Link zu deiner Rezi geschickt :)

    LG

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    1. Ich bin gespannt, wie sich deine Schwester entscheidet :)
      LG Claudia

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  3. Ich habe das Buch leider auch mit ganz falschen Erwartungen zur Hand genommen. Insgesamt fand ich es nett zu lesen, aber hab eben Gänsehaut erwartet und eher eine nostalgische Geschichte bekommen.
    LG Iris

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  4. Das klingt ja nicht gerade überzeugend.
    Ich muss gestehen, ich habe noch kein Buch von Stephen King gelesen allerdings hatte ich über das Buch mal nachgedacht. Ich glaube, dass lasse ich aber erst mal doch sein.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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