Mittwoch, 31. Juli 2013

[Rezension] Preußler, Otfried - Die schönsten Geschichten von Otfried Preußler

Der deutsche Kinderbuchautor Otfried Preußler verstarb dieses Jahr. Trotzdem wird er uns immer in Erinnerung bleiben, denn seine Bücher haben Millionen von Kindern begeistert. Dazu gehören unter anderem die Erzählungen "Der kleine Wassermann", "Die kleine Hexe" und "Das kleine Gespenst", welche alle drei in dieser Sonderedition als ungekürzte Lesungen enthalten sind. Bei den Sprechern handelt es sich um niemand anderen als Florian Lukas, Heike Makatsch und Nora Tschirner.


~~~ "Der kleine Wassermann" gelesen von Florian Lukas ~~~
Plötzlich ist er da - der kleine Wassermann. Seine Eltern freuen sich unglaublich über ihren Nachwuchs und der Hörer kann den kleinen Wassermann in seinem ersten Lebensjahr begleiten. Da Wassermänner viel schneller groß werden, als Menschenkinder, erlebt er in seinem ersten Jahr bereits einiges. Zunächst entdeckt er mit seinem Vater zusammen den Mühlenweiher, in dem seine Familie lebt. Doch schnell langweilt er sich und erkundet dann auf eigene Faust das Gewässer und anschließend sogar die Welt über dem Wasser.
Florian Lukas' Stimme passt perfekt zum kleinen Wassermann. Glaubhaft verleiht er ihm eine angenehme Stimmfarbe und unterhält den Hörer auf spannende und humorvolle Art und Weise, denn der kleine Wassermann erlebt viele Abenteuer, macht zahlreiche Entdeckungen (der Regen, der Mond, gebratene Erdäpfel) und da sich seine Welt doch sehr von der Menschenwelt unterscheidet, gibt es etliche witzige Situationen, die jeden Hörer zum Schmunzeln bringen werden.


~~~ "Die kleine Hexe" gelesen von Heike Makatsch ~~~
Die kleine Hexe gilt trotz ihrer 127 Jahre im Hexenkreis immer noch als Anfängerin. Daher darf sie auch nicht zum großen Walpurgisfest auf den Blockberg kommen. Immerhin handelt sie einen Deal aus: Wenn sie ein Jahr lang eine gute Hexe ist, dann darf sie evtl. nächstes Jahr an dem Fest teilnehmen. Von nun an übt die Hexe täglich mehrere Stunden, studiert ihr Hexenbuch noch intensiver und hext was das Zeug hält. Allerdings soll sie ja eine "gute Hexe" sein, daher hext sie lauter Schabernack, der jedoch immer nur die bösen Menschen ärgert und den Netten hilft.
Heike Makatsch gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingschausspielerinnen, deswegen war ich gespannt -und vielleicht auch etwas skeptisch- auf ihre Präsentation. Ich muss jedoch gestehen, dass sie mich unglaublich überzeugen konnte. Besonders die Stimmen, die sie dem krächzenden Raben und den schrulligen Althexen verliehen hat, waren phänomenal. Sie liest die Geschichte um die kleine Hexe mit einer gehörigen Portion Witz und viel Charme vor. Es hat wirklich unglaublich Spaß gemacht, ihr zuzuhören und die Geschichte um die kleine Hexe zu entdecken, die ich noch nicht kannte oder die mir aus Kindheitstagen zumindest nicht mehr bewusst in Erinnerung war.


~~~ "Das kleine Gespenst" gelesen von Nora Tschirner ~~~
Jede Burg braucht eine Spukgestalt, das weiß doch jedes Kind! Auf Burg Eulenstein ist dieses das kleine Gespenst. Aufgeweckt, fröhlich und frech geistert es durch die Burg, sobald es gegen Mitternacht erwacht. Es gibt nichts Schöneres, als durch die Gemäuer zu sauen oder sich im Burggarten mit Uhu Schuhu zu unterhalten. Trotzdem würde das kleine Gespenst gerne einmal wissen, wie die Welt bei Tag ausschaut, aber es kann nie lange genug wach bleiben, um den Sonnenaufgang mitzubekommen. Umso überraschter ist es, als es eines Tages um zwölf Uhr Mittag erwacht und schon beginnt ein aufregendes Abenteuer.
Das kleine Gespenst ist längst Kult geworden und Nora Tschirner lässt es durch ihre frische Stimme in neuem Glanz erstrahlen Das Gespenst erhält eine unglaublich niedliche Stimme, der Bürgermeister, der Kriminalbeamte und alle weiteren Figuren werden ebenfalls gekonnt wiedergegeben - allen voran Uhu Schuhu. Die Geschichte besitzt viel Humor, den Tschirner meisterhaft vermitteln kann.

Hörprobe:  Das kleine Gespenst gelesen von Nora Tschirner


Man merkt den Texten teilweise an, dass sie aus den 50er und 60er Jahren stammen. Ab und an werden Worte oder Ausdrücke benutzt, die in der heutigen Sprache nicht mehr allzu gängig sind. Meiner Meinung nach ist dieses aber nicht störend - im Gegenteil. Warum sollen Kinder nicht auch wieder ein Gefühl für die frühere deutsche Sprache entwickeln. Außerdem gibt es sicherlich Eltern oder ältere Geschwister, die diese Begrifflichkeiten den Kleineren erklären können. Da diese ältere Ausdrucksweise aber wirklich nur vereinzelt vorkommt, glaube ich nicht einmal, dass Kinder sich groß daran stören werden. Es sind halt Klassiker und die sollten bleiben, wie sie sind.

Alle drei Sprecher wurden sorgfältig ausgewählt und passen wie die Faust aufs Auge. Dabei finde ich es sehr angenehm und vor allem abwechslungsreich, dass jede Geschichte von einem anderen Sprecher gesprochen wird. Ich wüsste nicht, was auch nur einer der drei besser hätte machen können. Ich habe es genossen ihnen zuzuhören, was sowohl an den tollen Präsentationen, als auch an den genialen Geschichten lag.

Fazit:  Ungekürzter Hörspaß! Erneut zeigt sich, dass Klassiker (mit frischen Stimmen) immer noch überzeugen können und deshalb auch nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Diese Sonderedition ist daher absolut empfehlenswert.


  • Audio: 6 CDs
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav (1. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862313123
  • ISBN-13: 978-3862313129
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 - 7 Jahre
  • Verlag:


PS: Wer diese Sonderedition nicht kaufen möchte, da ein oder zwei Erzählungen bereits bekannt sind, der kann auch auf die einzelnen Titel zugreifen und die Sammlung komplementieren.



1 Kommentar:

  1. Ja, diese Geschichten habe mich auch schon begeistert, wie meine Kids auch!

    LG..Karin..

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