Montag, 19. August 2013

[Gastrezension] Guzeman, Tracy - Das Gewicht des Himmels

Dieses ist eine Rezension von Melanie (Nessis Bücherregal)

Die Kessler-Schwestern: So unterschiedlich wie Tag und Nacht - und doch verbindet sie ein Geheimnis aus der Vergangenheit. In jenem Sommerurlaub 1963 lernen sie den Künstler Thomas Bayber kenne und fortan soll nicht nur ein Leben aus den Fugen geraten ...
Kurz vor seinem Tod beauftragt der hochgelobte Künstler Thomas Bayber seinen Vetrauten Dennis Finch damit, ein bisher noch unbekanntes Gemälde von ihm zu verkaufen. Dabei ahnt Finch noch nicht, dass hinter der Suche viel mehr steckt, denn bisher ist er davon ausgegangen, jedes einzelne Gemälde von Bayber zu kennen. Während seiner Suche wird eine Menge Staub aufgewirbelt und dabei kommen Geheimnisse ans Licht, die eigentlich für immer schlumern sollten ...

Als großer Kate Morton Fan liebe ich Geschichten rund um Familiengeheimnisse und ich muss sagen, dass ich von dem Debüt der Autorin alles andere als enttäuscht bin.

Wir bekommen diesen gefühlvollen Roman aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen ist da Alice’ Sichtweise der Dinge. Mit ihr unternehmen wir so manchen Ausflug in die Vergangenheit, um das Geschehene noch besser verstehen zu können. Die Rückblenden sind dabei so geschickt angebracht, dass sich das Puzzle Stück für Stück zusammensetzt und so noch zusätzliche Spannung aufkommen lässt. Die andere Seite der Geschichte erleben wir aus den Augen von Stephen und Mr Finch, die verzweifelt versuchen, das bisher unbekannte Gemälde zu finden. Ihre Reise führt sie dabei nicht nur in andere Bundesstaaten, sondern auch in die Vergangenheit.

Frau Guzeman hat ein außerordentliches Talent dazu, Figuren aus dem Nichts lebendig zu machen. Von Anfang an konnte ich mir die Figuren bildlich vorstellen. Dabei sind die Charaktere der Einzelnen so individuell, dass man sie einfach in sein Herz schließen muss. Wir haben es hier auf keinen Fall mit den üblichen Stereotypen zu tun, sondern mit ausgeprägten, von der Vergangenheit gezeichneten Menschen. Wenn man sonst die Handlungen erahnen kann, verhalten sich diese Charaktere ganz bestimmt anders und überraschen den Leser mehr als einmal.

Die Geschichte spielt in Amerika. Wie bereit schon erwähnt, bewegen wir uns teilweise im Jahr 1963 und dann wieder in 2007. Die Umgebungsbeschreibungen sind dezent eingeflochten und haben so keinen aufzählenden Charakter, was ich sehr positiv wahrgenommen habe.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es aber doch noch anzubringen. Die Spannungskurve lässt einen auf den ersten 100-200 Seiten etwas im Stich. Zunächst werden die Verhältnisse untereinander geklärt, bevor die Suche so richtig losgehen kann. Am Anfang sind die Charaktere auch etwas schwer auseinanderzuhalten, weil manchmal die Sprache von einem Denny ist und er kurz darauf dann Mr Finch genannt wird. Erst im späteren Verlauf wird klar, dass er Dennis Finch heißt und ein und dieselbe Person ist.






Fazit: Wer sich für dieses Buch entscheidet, sollte eine Neigung zur Kunst haben, denn die Autorin beschreibt teilweise sehr lange, aber auf eine poetische Art und Weise, die Bilder des Hauptcharakters Thomas Bayber. Da die Bilder den zentralen Mittelpunkt der Geschichte bilden, wird ihnen auch genauso viel Aufmerksamkeit entgegengebracht.
Für mich eine nichts desto trotz spannende, gefühlvolle Suche nach den Wurzeln einer Familie. Das Schicksal der beiden Kessler-Schwestern hat mich gefesselt und mir ein paar schöne Lesestunden beschert.

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (19. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453291484
  • ISBN-13: 978-3453291485
  • Originaltitel: The Gravity of Birds
  • Verlag:


Vielen Dank an Melanie für diese Gastrezension!

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