Samstag, 3. August 2013

[Rezension] Mischke, Susanne - Schneeweiss, Blutrot

Nach dem Abi hat sich Milenas Clique in alle Winde verstreut. Da passt es doch wie die Faust aufs Auge, dass einer ihrer Freunde die ganze Clique auf die Berghütte seines Onkels einlädt, um dort ein paar Tage über Silvester zusammenzuverbringen, ordentlich zu feiern und nachzuhaken, was jeder Einzelne so in den letzten Monaten getrieben hat. Ein idyllischer Urlaub sollte es jedoch nicht werden. Das wird Milena spätestens klar, nachdem sie eingeschneit sind, ein toter Hase vor der Haustür gefunden wurde und der erste aus ihrer Clique nach einer Erkundungstour nicht mehr zurückkehrt ist.


In Deutschland herrscht gerade Hochsommer mit Temperaturen von über 30° Grad und da kommt dieser Jugendthriller als Abkühlung gerade recht. Obwohl ich zurzeit nicht einmal eine Schönwetter-Wolke am Himmel sehe, geschweige denn eine Schneeflocke, konnte ich mir das Schneeszenario sehr gut vorstellen. Susanne Mischke beschreibt die Umgebung um die Berghütte sehr anschaulich, so dass ich die Isolation der Charaktere, die Schluchten und Abhänge, sowie die Schneemassen bildlich vor mir sah. Neben dem Winterfeeling konnte die Autorin aber auch ein Gruselfeeling erzeugen, denn ein toter Hase vor der Haustür, merkwürdige Kreaturen vor dem Fenster und ein Schneesturm, der die jungen Erwachsenen von der Außenwelt abschneidet, sorgen durchaus für spannende Unterhaltung.. 

Das Szenario (eine Gruppe junger Erwachsener ist in einer einsamen Berghütte gefangen) ist nicht neu, trotzdem bietet dieses Setting, welches an die Agatha Christie Romane erinnert, immer wieder Potential. Es liegt am Schriftsteller daraus eine interessante Geschichte zu spinnen und dieses ist Mischke gelungen. Milena ist die Protagonistin des Romans. Die Autorin hat daher den Fokus des auktorialen Erzählers auf die junge Frau gelegt, aber auch die anderen Figuren kommen nicht zu kurz. Somit habe ich ausreichend Informationen über die Clique erhalten, um mir ein Bild von ihnen machen zu können. Der Roman besitzt keine langweiligen Passagen. In der Truppe ist sofort eine gewisse Spannung zu spüren, die sich durch den Schneesturm, Essensmangel und unvorhergesehene Ereignisse immer weiter steigert und nach kurzer Zeit bereits das Leben einiger Figuren bedroht. Die Auflösung des Thrillers hat mir sehr gefallen, da ich im Zusammenhang mit der Geschichte überhaupt nicht auf diese Idee gekommen war und die Autorin mich somit überraschen konnte.

Fazit:  Ein toller Schreibstil, ein gelungenes Motiv und reichlich Spannung sorgen für einen gelungenen Jugendthriller mit Winterfeeling - selbst bei einer aktuellen Temperatur von über 30° Grad. Das Buch ist also "like ice in the sunshine" - eine willkommene Abkühlung, von der man immer mehr will.

  • Broschiert: 376 Seiten
  • Verlag: Arena (August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401068458
  • ISBN-13: 978-3401068459
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:


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